Simcha Malin (*19.04.1924, Lodz)
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- Signatur
- 01180/sdje/0072
- Institut
- Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Berlin
- Sprache
- deutsch
- Ort und Datum der Aufnahme
- Tel Aviv, den 25. November 2013
- Dauer
- 02:05:04
- Interviewter
- Simcha Malin
- Interviewer
- Martin Hölzl , Daniel Baranowski
- Kamera, Licht und Ton
- Lennart Bohne
- Teilnehmer am Gespräch
- Ruth Malin
- Redaktion
- Martin Hölzl
- Transkription
- Ruth Preusse
Seine Kindheit verbrachte Simcha Malin in Palästina und Polen. In Lodz erlebte er die deutsche Besatzung und musste im Ghetto Zwangsarbeit leisten. Zusammen mit seinem Bruder überlebte er die Haft in Auschwitz. Nach der Befreiung ging er nach Israel und lehrte Hebräisch für Einwanderer. Simcha Malin wurde 1924 in eine angesehene jüdische Familie in Lodz geboren, seine Mutter arbeitete als Näherin, der Vater als Textilkaufmann. Im gleichen Jahr wanderte die Familie nach Palästina aus, musste aber 1929 wegen wirtschaftlicher Sorgen wieder nach Polen zurückkehren. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges und Errichtung eines Ghettos bestimmten fortan Zwangsarbeit, Hunger und Krankheiten den Alltag der Juden in Lodz. Im August 1944 wurde Simcha Malin mit seiner Mutter und zwei Geschwistern nach Auschwitz-Birkenau deportiert, die Mutter wurde noch am gleichen Tag ermordet. Zusammen mit seinem Bruder gelang es ihm, zu einem Arbeitseinsatz in der Nähe von Dachau eingesetzt zu werden und so den Holocaust zu überleben. Nach der Befreiung endete ein Versuch, illegal nach Palästina einzuwandern, mit einer zweijährigen Internierung in einem britischen Lager auf Zypern. 1949 erreichte er endlich Israel und arbeitete zunächst in einem Kibbuz, wo er seine Ehefrau Ruth kennenlernte. Das Paar zog nach Tel Aviv und Simcha Malin studierte in Jerusalem Hebräisch, um später selbst die Sprache zu unterrichten. Zum Zeitpunkt des Interviews war er 89 Jahre alt.
Vorkontakte
Erstkontakt über seinen Schwager Zwi Steinitz; üblicher Schriftverkehr, Anruf vor Israelfahrt, Vorgespräch einen Tag vor dem Interview in seiner Wohnung, anwesend seine Frau und ein Pfleger/Haushaltshilfe
Bedingungen
insgesamt gute Bedingungen im Wohnzimmer von SM; manchmal Ergänzungen durch die anwesende Ehefrau Ruth
Gruppensituation
MH, DB, LB Kamera, im Hintergrund Ruth Malin und ein Pfleger
Unterbrechungen
zwei wie vereinbart nach jeweils 45 Minuten, eine zusätzliche wegen Telefonklingeln
Protokoll
Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Berlin), intern
Eindrücke
sehr freundliche Atmosphäre, SM wirkte entspannt; wurde aber mit der Dauer des Interviews sehr müde; konnte trotz seiner Beeinträchtigung durch Schlaganfall und sein hohes Alter sehr gut sprechen und erzählte insgesamt sehr chronologisch; Ehefrau Ruth griff insofern in das Interview ein, dass sie SM bei Sprachproblemen Hebräisch/Deutsch half und manchmal Begebenheiten ergänzte, aber auch wollte, dass SM bestimmte Begebenheiten im Interview sagt, z.B. die Rolle von Rumkowski im Getto Litzmannstadt
[0:00] heute ist der 25ste November 2013 wir sind zu Gast bei Simcha Malin in Ramat Aviv in Israel wir führen ein Interview für das Projekt »Sprechen trotz allem« der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas mein Name ist Martin Hölzl ich führe das
[0:19] Interview zusammen mit Daniel Baranowski zuständig für Kamera und Ton ist Lennart Bohne [Schnitt]
[0:26]
[0:29] also ich sollte jetzt bereit sein dann geht es los das rote Licht hat sich angezunden also das heißt dass man kann mich schon hören gut ich bin ich sollte geben ein Durchschnitt von mein Leben bis zu der Krieg wahrscheinlich kürz und was es ist dazu erzählen
[0:54] soll ich erzählen ich weiß noch nicht was wirklich soll erzählt werden also Sie werden es später ruhig herausschneiden was nicht wichtig ist also ich bin in eine wie soll ich sagen die Familie von meiner Mutters Seite war eine st- eine Familie aus Lodz
[1:21] Lodz war immer eine große Stadt die zweite Stadt in Polen jüdische Stadt in Polen und äh beschäftigt hat sich die Stadt fast ganz in mit äh Textilien das heißt man hat äh die Wolle gemacht ge- gespinnt äh gespannt die Wolle und das hat man später
[1:52] weiter geschickt für Stoffe und aber die Familie von meinem von meinem Vat- von meine Großvaterseit war eine fromme und mein Großvater war ein sehr angesehener Jude warum ? weil er hat sich beschäftigt mit äh Vorbereiten rituelles Fleisch das heißt
[2:20] mit er war ein Schochet Schochet ist der Mann der das Schnei- der Vorberei- der eigentlich weiß der rituell dass die die Kühe zum Schlachten er war bei ganz weit in sein Stellung und er war wenn ich habe jemanden zu meiner Zeit und auch später gesagt
[2:50] »ich bin ein Enkelsohn von Avraham Jitzchack äh Hendlisz« haben alle gewusst und das war sehr be- bekoved bekhavod sagt man in Jiddisch das heißt mit Ehre und äh mein Vater hat sich alleine mit äh Manuf- mit äh Manufer- ha- Manufakture äh beschäftigt er
[3:24] hat äh man musste doch die Wolle bringen die Wolle hat man gebracht aus Australien und auch aus Argentinien und äh wir haben nicht weit von Lodz war ein kleines Stadt der ist noch heute da aber ohne Juden und die Juden haben sich fast alle beschäftigt
[3:49] mit äh um die Wolle man hat die Wolle gebracht nach äh Polen und man hat sie vorbereitet zum Waschen das heißt Waschen es war nicht genug Wasser da war ein kleiner äh Strom dort hat man sie eingeweicht als erste und die ganze Gegend hat gestunken [lacht]
[4:18] von die Wolle und wir Kinder durften nicht reingehen in dem Wasser weil es war sehr unangenehm dorten aber später später hat man (davon) für dem Parnossa gehabt Parnossa Sie kennen das Wort Parnossa ? der Parnossa heißt alles was man braucht für n Le-
[4:45] für das Leben das heißt das Wichtigste da hat man immer gesagt »gesund und parnossa« die zwei Sachen soll jemand haben dann ist es in Ordnung er soll sein gesund und er soll haben sein Unternehmer wie sagt man auf Deutsch ? die Aus- für die Ausgaben
[5:06] was man braucht das Geld und äh und außerdem hat mein von mein Vaters Seite haben sie gehabt das Städtchen hat geheißen Stryków (__) es steht heute auch wenn es dorten immer war ein bisschen Land dort und und äh man ist im Sommer ist man weggefahren
[5:34] auf Erholung und äh das Leben war ganz ruhig vieles hat man nich gemacht die Kinder waren sehr frei wir haben es ganz schön gehabt dorten weil die waren nicht beschränkt es war kein Verkehr es war überhaupt keine Wägen äh wenn es hat geregnet im
[6:03] Winter dann durften wir nicht die Straße könnte dann könnte man nicht die Straße durchgehen so viel äh (merde) so viel Erde und alles war dort und wir haben in die Schule normal in die Schule eine kurze Zeit bin ich zusätzlich auch gegangen in eine
[6:30] jüdische Schule die heißt Cheder Zimmer dorten war ein Lehrer von diese ganz alte Zeiten welcher hat auch ein Keitsch- ein nicht kein Stock oder ein Stock mit ein Stückchen Leder angebinden gehabt und die Kinder mussten in die genau lernen äh das Lesen
[6:59] und Schreiben nicht nur Lesen und äh wir waren wir sind immer im Sommer weggefahren
[7:08] so war es auch äh am Angang wenn wir haben die N- die Nachrichten gehört was tut sich nicht weit von Polen man hat ausgesiedelt die Juden aus Polen die sind aus die sind
[7:28] rausgefahren nach Deutschland eigentlich und die waren die die die keine sie haben keine Bürgerschaft geha- Bürgersrecht gehabt hat man das ein Jahr vor dem zwei Jahre vor dem Krieg hat man die Juden einfach genommen und geschickt an die Grenze nach Zbąszyń
[8:01] Zbąszyń war die Grenze Polen und (in) Deutschland und man hat sie einfach rausgeschissen rausgestoßen und wir waren das war dort und alles was es war war weit da war schon die was hat sich getun seit äh 34 35 in Deutschland man hat gehört aber es war
[8:34] doch so ganz weit man hat auch kein Begriff gehabt wie kurz ist alles wie schnell kann man von die alle Seiten rüberfahren und alles tun was es hat sich getun oh und 39 38 sind wir rausgefahren wie immer auf Erholung und wir sind zurück Ende fast am September
[9:04] und dann hat mer gesagt man sollt sich vorbereiten vielleicht wird etwas etwas passieren sollen wir ja Graben Graben bauen hat man auf dem Hof haben alle geholfen bisschen aus (zäunen) zu verstecken sich in der Graben na selbstverständlich der Krieg ist
[9:28] ganz ausgeb- der ist ausgebrochen am ersten September und das geht das ist sehr schnell vorbei und da waren sie schon die Deutschen in in de- in Lodz in der Stadt und gleich hat man gehört was tut sich man hat die die Leu- Juden waren leicht zu erkennen
[9:57] weil sie haben fast alle Bärte wie mein Großvater und dann hat man sie auf der Straßen gehabt und man hat ausge- es hat schon angefangen nicht ganz gefährlich aber schlagen hat man schon man hat die Bärte ge- rausgeschnitten und und äh ah es war
[10:28] noch immer zu Hause halb normal wir haben zu essen noch gehabt und langsam langsam ist auch gekommen der Winter und dann war es auch sehr kalt in die Häuser wir haben keine Heizung gehabt und wir haben alles mögliches gemacht wie natürlich
[10:56] wo haben Sie denn äh gewohnt in Lodz ?
[11:01] wir haben so wir sind ja gekommen m- di- mein Vater war in ein Wohlstand muss ich sagen hat eine Wohnung in eine von die Hauptstraßen und äh wir haben eine ganz schöne Wohnung so eine Drei- Dreizimmerwohnung und es war ein Eingang für ein sehr schöner
[11:28] Eingang und ein Kücheneingang das war für die für die Hilfe und für die Sachen die sind da reingekommen und wir haben gewohnt so dass wir könnten überall zu Fuß äh kommen außerdem da waren noch keine Autos nicht viele Autos in der äh in der Stadt
[11:54] wir haben eine gehabt eine Kutsche so eine gewisse Kutsche das hat geheißen Doroschka das heißt mit mit diese Wagen hat ein Pferd gehabt auch der ist rumgefahren überall und wir sind gegangen in die Schule alle vier meine Schwester die älteste war
[12:22] schon dann beim Krü- Krieger- Kriegausbruch wie alt war sie sie war sechs Jahre älter als ich ich war 24 geboren und sie war 18 geboren also die hat in ein Hochschule in ein G- so genannte Gymnasium geheißen in eine jüdisches war eine jüdische Schül-
[12:53] Schüle und äh sie war auch sehr begabt also sie hat nur ein Mädelschule war das und außerdem wirk- äh älter bisschen sind schon in eine zionistische Bewegung Mitglieder gegangen sind einige gewesen in in Polen u- dieselbe welche existieren heute
[13:22] aber bei uns war es vielleicht bisschen stärker weil wir haben hab nicht erzählt noch dass in in die Jahre 24 ist gekommen ein ein sehr starker gegen jüdische ähm Befehle oder chukim Ruthi ma se chok ?
[13:55] Gesetze
[13:59] Gesetze und viele Juden sind dann ausgewandert wo sie könnten also ein Teil könnte die Engländer waren in Palästina und die haben ja erlaubt geben Zertifikaten Visum nach Palästina man musste aber sehr viel bezahlen fast tausend Sterling hat mer bezahlt
[14:21] für jede Be- Be- äh jede Zertifikat jeder Visum und mein Vater wollte sehr (auswandern) er war hat auch nicht so gerne gehabt seine Beschäftigung und er ist gefahren aber früher wollte er unbedingt nicht mehr keine Händler sein keine Sachen haben mit
[14:51] handelen kaufen verkaufen dann hat er bei es war eine eine Organisa- eine Organisation die hat sich beschäftigt mit äh Hityashvut mit äh
[15:11] settlement
[15:14] ja mit äh settlements hätt ich ja auch sagen ich suche das Deutsche
[15:20] [gleichzeitig:] Siedlung ? Siedlung ?
[15:23] ja Siedlungen
[15:27] [gleichzeitig:] bes- mit besetz- mit bes- mit S- mit Besiedlungen sich in Palästina und dann hat er dann ist er gefahren nach Jerusalem nicht weit von Jerusalem gibts heute auch ein St- ein Stadt die heißt Motza ganz nah zu Jerusalem in Motza war schon
[15:50] eine Siedlung fast achtzig Jahre es sollte ja sein angenommen dass in Motza war der der Herzl war Besuch und äh dorten das existierte schon dann achtzig Jahre und er hat ja ge- geglaubt es ist eine gute Idee er hat bekommen ein Haus ein altes Haus und
[16:22] noch ein Haus und dort hat er eine gezüchtet Kühe die Kühe hat mer gebracht von Libanon und damit sind auch gekommen Araber von der Umgebung und die haben gearbeitet bei uns und äh mein Vater ist gefahren mit der Milch nach Jerusalem um sie zu bringen
[16:49] dort und verkaufen und äh so war es mehr weniger in Ordnung gesund waren sie Parnoss haben sie auch gehat hab schon erklärt was ist die Parnoss und aber wer sehr unzufrieden war von dieser Situation ist meine Mutter sie war von ein Großstadt sie hat
[17:19] die ganze Familie in Lodz gehabt hat gesagt »was hast du mich hier gebracht zwischen die Araber ich kann die Sprache nicht und ich habe auch nicht hier was zu tun« weil nur es war wenig Siedler waren aber es waren schon und so und so haben wir gelebt
[17:48] es war nicht so schlimm weil es war ruhig zu dieser Zeit aber Ende nah zu 29 zu 1929 hat sich gehört bisschen Unruhen von die Araber also es waren ja ein gewiss- gewisse ähm Wellen von von Unruhen von die arabische Seite das war der erstens war der ganz
[18:23] bekannte ist 21 das war in Tel Chai im Norden sind ja befahren die Araber nach äh nach einer Siedlung was heißt Tel Chai und sie haben dorten die jüdische Siedler äh beseitigt und dann hat man haben die die Araber die waren treu zu uns und haben gesagt
[18:56] zu meiner Mutter »du besser komm we- weg von hier weil wir wissen dass die Araber in die Umgebung haben auch die Absicht etwas hier zu machen« und meine Mutter war alleine ich muss noch erzählen dass wir haben gehabt Probleme mit die [lachend:] Kühe
[19:20] das ist ja wichtig dass die Kühe sind mit einmal krank geworden mit dem wie heißt das ?
[19:28] ist Maul- und Klauenseuche
[19:30] ja wie Ruthi ?
[19:33] Maul- und Klauenseuche
[19:39] [gleichzeitig:] Maul- und Klauenseuche
[19:43] ja und also mit einmal waren wir ohne Milch und ohne Kühe also deshalb hat mein Vater gesagt »nu ja Kühe kann man neue bringen aber dazu muss man Geld haben und Geld haben kann ich nur besorgen wenn ich fahre wieder zurück nach Polen nach Lodz und zwischen
[19:57] meine Freunde dorten werde ich schon (einchevrieren) « ist der weg und das sollte sein auf eine ganz kurze Zeit und die Zeit war nicht so kurz und meine Mutter war alleine am Ende hat sie gesagt »das geht nicht so weiter ich bin hier alleine mit vier Kinder
[20:18] in ein Lebensgefahr und du bist dorten alleine ohne Familie und du wahrscheinlich hast du auch ein Genuss von dem dass du bist ganz frei« und dann hat sie geschrieben zu ihrem Vater der Vater war inzwischen ist die Mutter gestorben und der Vater hat geheiratet
[20:44] eine neue bei die rituelle bei die orthodoxe Juden bleibt darf ein Mann nicht alleine bleiben wenn die Frau verstirbt nu dann hat er geheiratet nicht dass er war treu oder untreu das ist so und meine Mutter hat geschrieben zu die zu die Stiefmutter »ich
[21:13] möchte nach Hause kommen ich es ist hier gefährlich« und sie hat geschrieben ihr als Antwort »ich habe leider kein Platz eine Frau die so jung ist jünger als ich die und die hat vier Kinder aufzunehmen« und das hat meine Mutter so aufgeregt in Zorn
[21:38] gebracht »in mein Haus von meinem Vater schreibst du mir es ist kein Platz da ?« und so ohne zu schreiben hat sie ist sie weg von Motza und sie hat gekauft äh Karten über Constanța ist sie ge- gefahren mit ein Schiff und dort weiter nach Hause nach Lodz
[22:06] mit ein mit ein Sch- mit ein Zug und die ist angekommen bis nach Hause und niemand sie hat nicht geschrieben und die ist nach Hause gekommen die gan- zu einer die Straße war ganz entsetzt »die Mania« meine Mutter hat Mania geheißen »Mania ist mit
[22:32] die Kinder zurück« und äh mein Vater war nicht in zu Hause überhaupt und ist nach Hause gekommen hat da hat er gesagt »du bist gekommen hast mir nicht geschrieben du hast ein Fehler gemacht und wirst es bedauern« und meine Mutter hat gesagt »ich
[22:57] werd das bedauern es wird sein schwer aber wir werden sein zusammen« nu das erinner ich mich sehr gut weil später wenn es war in Ghetto hat äh hat meine Mutter wenn sie hat sich ja beklagt auf etwas hat mein Vater gesagt »siehst du ich hab dir gesagt
[23:21] du wirst es« er hat recht gehabt äh »ich hab dir gesagt du wirst bedauern« hat sie es bedauert na das hilft ja gar nicht und so sind wir reingerutscht schon 39sten September ersten September war der Krieg schon da in Polen nach einer Woche war die polnische
[23:48] Armee sozusagen die waren so stolz die die Polacken die waren sehr stolz die haben auch eine Armee die haben ein ein (Pferde) ei- ein
[24:05] Regiment
[24:08] ein Regiment vor Pferde und die erkennt sollten kämpfen mit die mit die
[24:15] [gleichzeitig:] Truppen Pferdetruppen
[24:18] mit diesem Ausrüstung von die Deutschen selbstverständlich nach einer Woche war sie ist hat vor- Polen verloren den Krieg eigentlich der Krieg hat angefangen in Danzig und äh es ist wurde außerdem haben sie gesagt »so« Lodz hat gehört zum zu einem
[24:49] Teil von Polen die haben die Deutschen vernommen aber Warschau war frei dann sie haben gesagt dass alle Männer sollen verlassen Lodz und und fahren fliehen heißt nach äh Warschau nu ich war ich bin zu Hause geblieben habe meinen Bruder der war älter
[25:16] zwei Jahre und mein Vater die sind nach Warschau gerannt zu Fuß allgemein in allgemeinem und das war sehr sehr gefährlich weil die Deutschen sind runter mit die mit die äh matosim mit aeroplans und die haben beschossen die Leute die sind auf dem Wege
[25:45] gegangen na und nach ein Monat ist mein Vater zurückgefahren nach Hause gekommen und dann war noch so eine gewisse Zeit bis Januar vierzig 41 haben sie beschlossen die Deutschen dann zu se- zu schaffen ein Ghetto was ein Ghetto war wir wussten nicht ganz
[26:18] genau aber wir wussten dass die in äh Venedig die der Teil von die von die der schönste Platz von der Stadt wo die Juden haben gewohnt das haben sie genannt Ghetto das ist eigentlich das erste Mal dass Begriff Ghetto 14ten Jahren glaube ich war das na
[26:51] ja was haben dann die Deutschen gemacht die Juden haben sehr schön gewohnt in Lodz haben sie als erste haben sie sie alle raus von die Wohnungen und fast jeder hat gehabt noch jemand verwandt in in ein Teil von Lodz die heißt Bałuty das war ein Arbeitsteil
[27:13] überhaupt Lodz war ein Arbeiterstadt und es waren ja auch sozialistisch es waren Proletariat war richtige und dann haben wir sind wir Familien sind rein zu Familien es war kein Platz es war sehr schwer aber in Lodz haben die Deutschen dann äh äh nominiert
[27:47] sie haben den Posten gegeben da war ein Mann der war ein Leiter von ein Kinder- Kinderheim der hat geheißen Chaim Rumkowski Chaim Rumkowski der wusste etwas von von Leiten ein großes Betrieb und äh man hat eingeha- man hat so gemacht der ist zusammen
[28:20] mit die Leiter von den deutsche Leiter von diesem Ghetto und der hat so erklärt und eingeordnet dass jeder eine musste arbeiten also ohne Arbeit hat nicht äh hat nicht existiert wir hatten Zusatz ein Zuteilung von Lebensmitteln bekommen auf Karten und
[28:53] es war selbstverständlich gleich sehr schwer mit Essen und äh und das war der Leiter von dem Ghetto der deutsche Leiter war hat geheißen Biebow und wie man annimmt heute und man weiß dass der Biebow wollte sehr sehr bleiben auf diesem Stellung er wollte
[29:24] nicht weggeschickt werden nach nach Osten hat man ja Arbeit die sollte so genannt werden sehr wichtig für die deutsche Armee hat man hat man ja gemacht es war s- es war ein Strohressort dann hat man Strohschuhe gemacht dass die Soldaten die waren schon
[29:52] weit in Front in Russland könnten auf ihre Schuhe noch Strohschuhe anziehen man hat die Wäsche gewaschen ich habe in so einer Wäscherei gearbeitet es waren dort ein paar hundert Menschen und wir haben die Wäsche von die von die Leute in Ghetto abgenommen
[30:16] von die Soldaten hat man abgenommen gewaschen getrocken und zurückgeschickt das war unsere Beschäftigung und so so habe ich dort nicht so schlecht gearbeitet ich habe ins Büro gearbeitet vorzubereiten alles für die man hat auch die Leute bezahlt also
[30:46] musste man ja genau nachschauen wer war beschäftigt und wie viel Stunden er hat gearbeitet von Zeit zu Zeit sind Menschen weggekommen von Ghetto wir wussten nicht ganz genau wohin man hat ja Verschiedenes erzählt die Leute hat man weggenommen eigentlich
[31:10] war waren das die Leute die waren nicht so fähig zur Arbeit also es war schon so wer hat nicht gearbeitet war in einer Gefahr und äh und wir haben ja die Zeit immer weiter gehofft dass vielleicht wird etwas passieren vielleicht wird jemand zusto- zurückstoßen
[31:45] die äh Deutschen von Polen aber das ist weiter gegangen eins zwei drei vier vier Jahre fast fünf Jahre die ganze Zeit hat das gedauert
[32:05]
[32:10] waren Sie mit der ganzen Familie im Ghetto ?
[32:13] ja ich war mit meine mit die K- Schwester Bruder zwei und die Mutter und der Vat- Vater hat Beziehungen gehabt mit verschiedene Kreise man hat ihm immer gesagt dass er soll Arbeit versch- beschaffen ihm und die Mutter hat äh ja die Mutter hat gearbeitet
[32:39] auch in so eine von die große Ressorten hat man das ge- -nannt waren Schneiderreschort und Strohreschort -ressort und ein Lederressort verschiedene Plätze und äh wir waren ja wir waren außerdem dass wir immer sind ja viel kranke Leute gewesen es war
[33:09] keine Hilfe und keine Medikamente und zwischen alle diese Sachen ist mei- auch mein Vater krank geworden wer hatte ein ein Tuberkulose gehabt von diesem schlechten ähm Ess- Verpflegung hat keine Aussichten gehabt und er wurde auch krank und er war einige
[33:42] Jahre krank und man ha- könnte nicht äh ihm kaufen und bringen die Medikamente und äh die junge Leute so zu mein Jahr haben noch gehabt Beschäftigung weil wir haben in diese jungen Gruppen zionistische haben wir haben wir gelernt wir haben ja gelesen
[34:17] zus- manchmal zusammen und Schulen waren auch schon fast nicht aber es war noch immer Menschen haben sogar die Hochschule geendigt und äh von die ganze Familie hat man immer gehört »der ist nicht mehr da und der ist nicht da« und dann hat man sehr oft
[34:44] sind die Deutschen rein in Ghetto und haben rausgenommen Leute die waren nicht fähig zu arbeiten die waren Kranke die sind rein in d- in die Spitäler und die Leute rausgenommen die in die Betten gewesen also es war sehr sehr schwer und Hunger war und das
[35:13] war das Schlimmste man hatte kein anderen Thema gehabt wie das Essen ich weiß ich habe dorten in mein Platz gearbeitet mit noch vier vier oder fünf junge Leute Mädels in mein Alter und der einzige Thema war was kann man noch hier essen ? was soll man noch
[35:41] was kann man noch hier bekommen zum Essen also hat man ja versucht alle alle interessante Sache von Kaffee weißt du von dem Kaffee-
[35:56] Grund
[35:59] Grund hat mer gemacht Kuchen und das und das also die die Fakt war dass alle waren wirklich ausgehungert man hat man ist gegangen auf dem Feld Feld wenn zufällig hat etwas gegessen was man kann essen noch hat man gegessen selbstverständlich und so war es
[36:26] sehr sehr schlimm na viel hat man nicht gewusst und das ist interessant dass das Ghetto Lodzer Ghetto äh gegen von andere Leu- äh Ghettos dass es war Verbindung durch die Stadt verschiedene Wege und zu bekommen was es tut sich also die Deutschen haben
[37:11] gleich umgezaunt das Ghetto mit einem mit einem Mau- nicht Mauer nur mit Holz Holz und Stacheldraht es war überhaupt kein Möglichkeit rauszugehen oder etwas zu bekommen etwas zu kaufen draußen und es sind ja junge Jungs haben ver- versucht mein Bruder
[37:29] hat gehabt noch ein noch eine M- noch einer sie waren drei Jungs und die haben dann instruiert ein Radio und das wurde streng verboten und man hat das entdeckt und man hat geschnappt den (Vidaski) den Mann welcher hat das gemacht und mer hat gesagt »wenn
[37:56] du dich nicht alleine stellst zum Gericht wird man umbringen so viel und so viel ältere Leute« und am Ende hat er sich wirklich geste- gestellt den und hat ihm getötet und da hat er noch eine Sache gebeten dass sie sollten (mich) wenn der Krieg zu Ende
[38:23] sollte mein Körper nach Palästina nach Israel bringen und hier begraben und er ist begrabt wirklich bei uns im Friedhof und es war sehr sehr schwer mit die Leute sie sind gestorben es war kein man hat sie nicht richtig gekönnt begraben und das ist war
[38:52] eine sehr schwere Zeit ist schwer ist schwer sich vorzubereiten vorzustellen wie es war weil trotz allem sie ist die Zeit vorbei und gar nicht ist passiert wir wussten nicht was es tut sich draußen
[39:18]
[39:21] als die ähm ersten Deportationen aus Lodz ähm weggegangen sind und man weiß heute dass sie nach Chełmno ähm gegangen sind haben Sie davon etwas mitbekommen und ähm
[39:34] nein
[39:37] wie wurde darüber gesprochen
[39:40] die die welche man hat nach Chełmno genommen d- das ist nicht weit von der Stadt das war aber die erste Zeit das erste Weg dem ersten Weg wie umzubringen die Leute die haben sie ja in Autos reingestellt in Gas reingelassen aber in die Autos und da wurden
[40:03] alle gezwungen zu schreiben ein Brief eine Karte nach Hause dass sie sind gut gut angekommen die werden hier eine Arbeit finden und von Ghetto haben sie auch genommen die alle Maschinen raus und da der Biebow hat alles gesagt äh »fährt doch hin ihr werd
[40:29] dorten Arbeit bekommen« und äh »weil hier sind es sind Arbeitskräften und die hat die Maschine also man wird man euch noch lassen arbeiten« also wir haben nicht bekommen das war eine ganz Entsetzung also ich weiß nur von mir und mein Bruder wir sind
[40:56] am Ende nur zwei geblieben Vater ist gestorben die Mutter wurde ausgesiedelt nach Auschwitz die Leute wollten sich nicht stellen die haben ja gesagt ihm »jetzt ist Schluss jetzt muss die sich alle stellen nach Straßen nach die sind diese Straße und äh
[41:22] ihr wird noch a- bekommen ein Brot auf dem Weg und Zucker und stellt euch« und wenn das hat nicht geholfen sind sie einfach rein Soldaten und sind rein in die Häuser und die Leute rausgenommen wer war zu Hause hat man ihm rausgenommen so waren sind sie
[41:48] zu uns nach Hause meine Mutter war zu Hause und auch meine Schwester war nicht weit und sie hat das gesehen und hat gesagt »ich fahre mit weil ich will nicht die Mutter alleine alleine lassen« und wir waren ganz naiv wir haben wirklich nicht gewusst wann
[42:13] wir wenn wir sind nach Hause gekommen von der Arbeit haben wir nur eines gewollt mitzukommen in dem se- in demselben in demselben äh
[42:29] Transport
[42:33] [gleichzeitig:] Transport
[42:36] Transport Transport da sind wir gegangen zu dem Verantwortliche für diesem Ressort das war Schneiderressort und wir haben gesagt »mach doch tu mir uns eine Gefalligkeit wir sollen mitkommen« na hat er uns geschickt da bin ich dann erst mit meinem Bruder
[42:58] der war zwei Jahre älter hingefahren und wir sind der Weg alleine war schrecklich man hat uns in in äh Waggonen von Vieh Viehwaggonen und es war kein Wasser und es war gar nichts und der Weg ist nicht so weit von Lodz bis Auschwitz ist vielleicht normalerweise
[43:29] könnte sein paar Stunden aber wir sind ja sehr lange gefahren es war keine es war keine Möglichkeit etwas zu trinken etwas und niemand hat gegeben Wasser auf jeden Fall wir sind am ganz frühen Morgen nach Auschwitz angekommen es war alles es waren keine
[43:58] Fenster man konnte gar nicht sehen wohin man fährt aber durch gewisse Sparren in die in dem Holz haben wir gesehen verschiedene komische Leute oder etwas un- äh unnatürlich ich hab gesagt zu meinem Bruder »hör zu vielleicht sind wir schon in Italien
[44:25] die Leute tragen sicher Kleidung mit (passen) und ganz leicht angezogen« also zu dieser Zeit waren diese Häftlinge die waren schon eine älter- eine lang- längere Zeit dann haben sie nur gewartet sollen Neue kommen haben sie uns nachgeschrieen [Türklingel]
[44:57] haben sie am mitgeschr- (__)
[45:00] Simcha wir [Schnitt]
[45:03] ja also so das ist ja schon bekannt wir sind alle angekommen die Züge sind stehen geblieben und die Leu- die waren das äh keine Soldaten das waren ja Polizisten »raus raus« alle sind mussten raus und sich stellen Männer zu Männer Frauen zu Frauen und
[45:33] wir sind in einer Reihe fortgegangen wir wussten nicht was ist der Zweck und warum später auch diese die Gefangene die alt waren das heißt die waren schon dort eine gewisse gewisse Zeit die sind zugegangen und hat gesa- haben immer wollten irgendwo helfen
[45:59] haben sie gesagt eine Großmutter mit ein Kind haben sie gesagt »nimm du das Kind und geh weiter lass deine Tochter alleine gehen« und auch haben sie gesagt »wie alt bist du bist du zwölf ? sage du bist 14« und so sie wollten irgendwo die Leute damit
[46:22] helfen raus ähm zeigen ein Weg aber »was machst du ? was ist dein Beruf ? hast du ein Beruf ? sage du hast ein Beruf d- etwas so schneidern oder« und und so sind wir über den Mengele durch wir wussten nicht woher was bedeutet rechts was links aber später
[46:57] zum Beispiel in meinem Fall ich wusste sehr froh dass mein Bruder ist mit mir zusammen rechts waren wir rechts aber das war nicht die Ende dann hat man uns ganz nackend ausgezogen und man hat nachgeschaut ob es wir haben nicht irgendwo ein Fehler im Körper
[47:21] dass wir sind so gesund ja so sind wir rein in den Zigeunerlager ein Teil von Auschwitz wo man hat gebracht die Transporten war ein Zigeunerlager der hat so genannt weil man hat dorten hin die Zigeuner gebracht und man hat sie in einer ganz kurze Zeit rausgenommen
[47:48] und weg sind sie ins Krematorium wahrschei- wahrscheinlich das war der der diese für die für die Ruthi ah (gesa hataor)
[48:09] ken ah (gesa hataor)
[48:14] ja also die Zigeuner waren auch in ein Gefahr in dieser Zeit sind sie weg von Auschwitz und dann war es so die die Verbrechen die in haben keine Leute gehabt zu arbeiten da sind sie gekommen in die Arbeitslager und die wollten ja Le- Zusatz von Arbeiter
[48:48] und dann haben sie gesagt »wir brauchen so viel und so viel äh Menschen Mechaniker wir brauchen äh die äh Elektriz- in de Elel- in der Elektrik zu arbeiten« und mein Bruder hat gelernt Mechaniker in der Stadt noch ich nicht und er hat sich gestellt
[49:15] als Mechaniker und dann hat man ihm genommen sagt er »wo warst du wo« haben sie ihm ausgefragt sagt er »ich habe gea- gelernt in die und die Schule« gut haben sie ihm genommen dann haben sie gesagt äh ausgefragt verschiedene mögliche Frage und sich
[49:45] ver- zu versichern dass die Leuten sagen da etwas was wahr ist und dann hat man ihm genommen und ich geblieben bin geblieben alleine und das war mir dann sehr schwer weil ich wusste nicht ich hab habe niemand gehabt mehr dorten und zufällig war dorten über
[50:10] die Drahten es war elektrische Drahten die darf man nicht anrühren waren welche Leute die haben ja keine Kräfte weiter zu machen das und die haben sich auf dem Drahten geworfen und dort war ein ein Le- ein alte Lager und dort hab ich gesehen eine von meine
[50:39] Bekannte der aus dem kleinen Stadt aus Stryków war und der sagt »Simcha versuche alles zu tun um weg von hier hier nicht zu bleiben« und dann hab ich noch getroffen ein Cousin meiner aus Belgien der war auch dort und das war ja wirklich ganz äh unmögliche
[51:06] Sache wir hätten das nicht geglaubt dass man trifft sich auf so ein Platz und äh gut nach ha- nach einer gewisse Zeit ist man gekommen a- aus von Dachau und man hat ge- rausgenommen 150 Jungs die aus Lodz waren und man hat uns genommen und wie sind wir
[51:40] gekommen nach Dachau von Dachau hat man uns rausgeschickt bei Dachau waren zehn Lager und das war bei Utting am Ammer- am Ammersee also Utting ist äh nicht weit von Dachau es waren zehn Lager die gehö- angehören Dachau und dorten sind wir angekommen und
[52:09] außerdem hat man auch 450 genommen aus Litauen alles Juden und äh wir haben ja Verpflegung bekommen verhältnismäßig mäßig zu dem Ghetto und zu dem zum Auschwitz nicht so schlimm und äh gut so waren wir W- am Winter wir waren wir sind wir sind fuffzig
[52:45] Leute in ein Baracke die in der Erde war weil wie man die s- (spachtet) die Kartoffel in die Erde so haben wir gelebt gearbeitet haben wir auch nicht so schwer nicht in Fabriken sondern bei Land- bei Landwirtschaft es war nicht so schlimm also es war auszuhalten
[53:12] und es war keine keine es war keine Vernichtungsplätze dort nur wer krank wurde der war krank dem hat man nich man hat ihn nicht äh zum Gesundheit gebracht und so so ha- ist die Zeit gekommen April es war sehr sehr kalt das war die größte Sache
[53:52] die schlimmste Sache es ist äh zufällig oder immer in diese Zeiten Ende April haben wir gehört dass man nimmt man nimmt zusammen die alle KZler die alle Leute auf einen gewissen Platz und die sind gekommen in jedem diesem kleinen Baracke und gesagt zu
[54:22] dem es war in jeder Baracke war ein Barackenälteste »wen gibst du hieraus wegzuschicken ?« und der war ein ein Vater von meines äh meine meine Schwester hat gehabt einen einen Freund und der hat gesagt »nein den muss ich haben den muss ich haben« haben
[54:53] sie mich gelassen und da hab ich gehört später dass die alle sind wurden nach Kaufering geschickt Kaufering war ein sehr schlimme La- schlimmes (Lager) die Leute haben nicht was zu tun hat man sie einfach malteriert sie malträtiert wie sagt man das ? von
[55:19] einem Platz zum zweiten geschickt
[55:22] nein nein (ver-)
[55:25] von hier nimm die Steine bringe sie dort von dort nimm die Steine bringe sie zurück verstehst du um die sollen beschäftigt sein und äh dann hat man uns wieder nach Dachau gebracht und von dorten sind wir Ende April 45 hat man uns rausgeschickt auf dem Weg
[55:47] ich habe bei mir irgendwo aufgeschrieben ganz genau die Plätze wo wir waren die Städtchen und wir sind nicht weit von Bad Tölz angekommen und äh man ist ge- musste laufen also der Tempo von gehen war schon ganz anders wie früher wir sind alle gegangen
[56:18] in Holzschuhe mit Holzsohlen der Schnee war noch auf dem Boden es war sehr schwer zu laufen und bei Nacht war kein Platz wo zu liegen draußen sind wir gelegen aber Ende wirklich wenn Ende April ja man hat schon gehört dass das Bombardieren äh äh von
[56:44] die äh das waren die Engländer die Engländer in und wir und da sind war ein Alarm ein Fliegeralarm und wir waren ganz froh wir haben gesagt »es soll schon eine Bombe auf uns fallen einmal wie sollen wir etwas sehen« aber sie sind keine keine Bombe
[57:11] die Amerikaner und die Engländer haben nicht angerührt die Krematoriums und die Wege und wir sind ja ganz nah zu den zweiten April glaub ich dann hat man auch gehört über dem Attentat auf Hitler wann waren diese Attentat ? Anfang Mai ja ?
[57:40] Juli Juli 1944
[57:43] [gleichzeitig:] ah Juli ? ah wahrscheinlich bin ich mir befreit geworden in sechsten Mai
[57:53] Sie meinen wahrscheinlich den Selbstmord äh von Hitler
[57:57] ja ja
[58:00] April dreißigster April
[58:03] das Attentat war 44 schon wie Martin sagte aber in den Tagen hat Hitler Selbstmord begangen im April
[58:10] ah ja ? ich hab geglaubt man hat ihn einmal umgebracht und fertig nein so jetzt ist jetzt wurden wir befreit und jetzt haben s- waren wir alle hilfslos man hat gesagt »und was wird jetzt passieren jetzt wissen wir gar nicht was mit uns zu tun« also wir haben
[58:38] ja abgewartet was und zu dieser Zeit waren auch in die in dem englischen Militär war eine Formation eine Einheit aus Israel sind haben sich äh gestellt junge Leute Männer und die se- haben gesagt »unser Pflicht ist zu kommen in Kontakt mit die befreite
[59:08] äh Gefangene und wir werden sie versuchen zu bringen nach Palästina« das es war schon hier der der Krieg mit die Palestinian mit den Araber und sind auch gekommen versucht einige zu kommen in Kontakt wie Hannah Szenes und noch eine hier Paraschutisten
[59:43] äh Netzer Sereni und äh und wir sind in Kontakt und dann hat die die zionistische Organisation hat gesagt »wer hat Familie will ausreisen ist jetzt die Gelegenheit nach England nach Belgien nach Amerika« weiß ich nicht vielleicht auch aber aber das
[1:00:15] ist später haben sie gesagt »nein ihr bleibt noch (__) ruhig sitzen« zu uns »wir werden erst nehmen die welche haben die Absicht nicht zu kommen nach Palästina« die wollten ja sich versichern dass die die die welche wollen aus- rausreisen aus- raus-
[1:00:43]
[1:00:46] ausreisen
[1:00:49] ausreisen die sollen ja herkommen und die haben ja angefangen mit die Alija Bet Alija Bet hat man genannt die zweite Alija nicht die normale die illegale da haben sie gekauft Schiffe alte Schiffe und von Porte so dass die Engländer wussten nicht ganz genau
[1:01:18] man ist in allgemeinen ganz kleine Schiffe äh äh weggefahren aus in verdeckt als Fischer- Fischerschiffe und wir sind bei uns hat sich erst angefangen die Reise wir sind nach Italien über die Alpen sind wir raus in Schn- in Schnee sehr schwer war das
[1:01:52] und wir mussten alles we- wegwerfen und raufgehen auf den Schiff und wir haben gesagt »das ist doch kein Schiff das ist ein kleines ein kleines äh Boot wie fährt man mit so ein Schiff über dem Meer vorbei« aber wir sind rauf und wir waren in ein Schiff
[1:02:21] von 400 Tonnage waren wir 1500 Leute und wir sind ja raus von Bari in Italien und so sind wir gefahren bei Tag ist man unter dem Deck und bei Nacht hat man rausgelassen und und so sind waren wir ganz nah schon wir haben schon geglaubt jetzt sieht man
[1:02:56] schon Haifa dem Port von Haifa den Berg von Haifa und äh wir sollen sich vorbereiten nicht nachgeben sich ohne ohne sich zu wehren nu die sind gekommen Pan York und Pan Crescent zwei unter war schon englische die ganz große von beide Seite und die haben
[1:03:27] ja geschrien »gibt nach gibt nach sonst werden wir euch unterbringen« und sie haben wir haben schon gehört wie [lacht] unser Schiff kr- kracht schon von dem das war Holz dass sie geht gleich weg und äh und die sind rauf die Sol- die äh Soldaten die
[1:03:59] englische und die haben uns mit Krater mit Gas Gas äh paar Trä- äh (__) Gas also wir haben nicht gehabt sich (mit) womit zu kämpfen und dann haben sie uns in Haifa in Haifa war ein ein Waffenstillstand niemand durfte auf der Straße zu gehen und sie
[1:04:34] haben uns rübergetragen nach in die Schiffe Schiffe und von dorten sind wir gebracht nach Zypern nach nach dem Lag- das war ein englische Lager und waren dorten Ka- Kasernen aber wenn etwas war gar nicht dort wir haben sich ja wirklich angesehen wie auf
[1:05:11] dem Insel auf diesem die wie hat ihr diese Geschichte Ruthi ?
[1:05:21] Robinson Crusoe
[1:05:24] ja wie Robinson Crus- Crusoe wer hat gehabt ab sich etwas hat gehabt ein Kleidung haben wir nicht gehabt haben wir zu- abgeschnitten die die ohalim die Zelten und genäht sich Hosen und also wer ein Nadel gehabt und ein Faden vor dem Zelt der war ein reicher
[1:05:54] Mann und dann war zu dieser Zeit ist gekommen aus I- aus Israel auf Besuch die Ada Maimon Ada Maimon war eine religiöse Frau die hat sehr viel getun für die Leute die brauchen Hilfe und sie hat gesagt »wie kann man das machen dass die Mädels und die
[1:06:21] Jungs halb nacket drehen sich auf dem Insel« nu gut langsam haben die Engländer gefunden äh Wege zu befreien erst haben sie die Verhei- Verheiratet- mit dem mein Schwager war oder wenn jemand hat ein Baby bekommen hat man ihm geschickt in Spital in Famagusta
[1:06:54] und äh ja das war der Kapi- Kapitel von Zypern nu ja aus Zypern
[1:07:06]
[1:07:09] wie lange waren Sie in Zypern ?
[1:07:12] war ich fast zwei Jahre sie wollten auf keinen dann war wenn das 48 ist das Staat angekommen ist schon im Staat Israel da war Druck von die Juden in in Amerika und andere Plätze und da haben die Engländer gesagt gedacht »ja der der Kampf ist verloren und
[1:07:39] wir sind ja weg« und wer ist weg ist angekommen wieder nach Haifa und dort sind schon die Militärwagen gestanden und man hat gesagt »jetzt bist du da baruch haba sei gegrüßt jetzt gehst du gleich auf auf dem Auto und du wirst sein Soldat aber wenn jemand
[1:08:09] geht in ein Kibbuz der an der Grenze w- ist« das hat geheißen Kibbuz Kfar das heißt eine Grenze (in) Kibbuz so war der Kibbuz wo die Ruthi ist angekommen aus Berlin zu ihrem Bruder sie wollte sich auch stellen ins Militär sie hat ja dem die Idee gehabt
[1:08:36] sie wird kommen und sie wird kämpfen in in (da) und da ist der Bruder gekommen in den Sammellager und gesagt »du kommst in Kibbuz und d- das ist dein Kampf« und so bin ich auch gekommen in denselben Kibbuz und das war mein Kampf zu dieser Zeit von dort
[1:09:05] bin ich äh erst weg nach einer gewisse Zeit war es war mir schwer in Kibbuz weil die haben ja die haben ja die mussten schwer arbeiten und die haben geglaubt jetzt ist unsere Zeit zu arbeiten und ich die haben der Kibbuz entsteht er ist noch bis heute
[1:09:37] dort es war ein eine Bau von die Templern und die haben ja die die das das es sieht so aus wie in Deutschland zu dieser Zeit die Häuser sind einige Kibbuzim da in äh Israel in Jerusalem und und in das da dieses die Kirya wo heute ist die Siedlung von
[1:10:12] die Regierung das sind da die schöne kleine Häuser das ist noch von der Zeit von die Templern und äh hab ich bekommen »hier hast du einen Hammer« haben sie mir gegeben »du musst dieses Mauer zu- rum- rumwerfen« und ich habe so ein schwere Arbeit
[1:10:38] nicht gel- -leistet hab ich gleich bekommen hier Blasen also es war kein nicht so leicht in Kibbuz und später bittete ich auf dem auf dem (Feld) zu arbeiten Ruthi kommt jetzt die Zeit zu erzählen wie du hast gearbeitet in die Kartoffel setzen ?
[1:11:08] ach wo na ja wenn du willst
[1:11:13] [lacht] also sie war hat auch keine große Ahnung von Landwirtschaft und zu ihrem besonderen Glück der der An- Verantwortliche auf die Landwirtschaft Arbeit war der Zwi Steinitz und sie man hat ihr gesagt »jetzt hast du Kartoffeln die sind zuschnitten du
[1:11:38] musst sie reinsetzen in die Erde aber so (___) dass die Augen von die Kartoffel sollen sein nach oben« nu es haben sie es war ein Witz der ganze Kibbuz dass die zwei Mädels [gestikuliert] gegangen sind so mit die Kartoffel [lacht]
[1:12:00] [lachend:] wir haben uns sehr gut unterhalten dabei und dann haben wir die Kartoffeln reinge- wir hatten keine Ahnung von Landwirtschaft
[1:12:10] sie sind trotzdem gewachsen die Kartoffeln
[1:12:13] ja [lacht]
[1:12:16] und an Pause sind wir gelaufen schnell in die Orangen- äh Plantatione und gepflückt sich A- Orangen haben wir gesagt »was so viel Orangen ges- essen« sag ich »ja hier ha-« und wir haben zu dieser Zeit war hier eine eine austerity es war eine Zuteilung
[1:12:39] von Essen auch in die Kibbuzim aber einige Sachen war genug es war Marmelade war genug und was war noch wa- dass wir haben
[1:12:55] Eier haben wir auch gegessen Eier und (___) dann haben sie immer Suppe gemacht morgens weil wir Kühe hatten Milch
[1:13:03] na ja
[1:13:06] Milch ja
[1:13:09] nu gut
[1:13:13] also es war alles neu erstmal im Kibbuz Sie mussten alles neu lernen
[1:13:16] [gleichzeitig:] ja es war neu und es waren viele junge Leute und weiß nicht was es ist geblieben von die I- von die Idee (_) das soll alles so sein unbeschränkt und alles soll sein je eine soll arbeiten wie viel er kann und soll bekommen was er braucht
[1:13:33] das war der Motto von Kibbuz man arbeitet wie viel man kann und mer mer bekommt was man braucht also [lacht] die Ruthi hat schon bestimmt das erzählt sie brauchte ein etwas von ihrer Kleidung hat man zu dieser Zeit in der Kleidung etwas anderes gegeben
[1:13:59] sie hat versucht zu erklären »aber ich habe genug Unterhosen ich möchte ein Brassière«
[1:14:07] ein Büstenhalter
[1:14:10] hat man gesagt »nein das geht nicht jetzt ist die die Zeit von Brassière aber jetzt ist die Zeit« nu ja aber es waren ja wirklich alles junge Leute
[1:14:22] das war super kommunistisch die ganze Sache das war wirklich idealistisch
[1:14:26] lo shomim otach also die Ruthi hat zugegeb- dass es war wirklich man lebte nach ein Ideal aber man hat nicht die Wirklichkeit se- gesehen äh man wollte nicht so man was man musste d- man musste das selber essen weil es war kein anderes aber kaufen sich
[1:14:55] etwas was alle andere bekommen das wollte man nicht es ist wirklich langsam langsam ist der Kibbuz sieht heute ganz anders aus der Netzer Sereni
[1:15:09] warum wurde der Kibbuz Buchenwald genannt
[1:15:14] ah ja das ist eine große Teil von die Leute von die erste Chaverim von die erste Mitglieder waren in Buchenwald und die haben ja eigentlich die Gründer von dem Kibbuz waren in Buchenwald also beschlossen sie werden dem Namen behalten aber sie sind hier gekommen
[1:15:42] hat man von die von Israel hat man ihnen gesagt »me- wir werden doch nicht ein Kibbuz« also es gibt ein Kibbuz äh K- äh Kfar Masaryk auf Masaryks Namen oder andere aber Kibbuz Buchenwald ein Namen mit ein Konzentrationslager -lager la- -lager lasst man
[1:16:12] nicht haben sie ja gesucht einen anderen Namen da war einer von die Paraschutisten der der ist von ein anderen Kibbuz also es war eine Spaltung in in die kommunistische Organisation es war ein Teil war Mapai Mapai ist mehr rechts und äh ein Teil war Mapam
[1:16:42] mehr links und Givat Brenner das ist ja ganz berühmter Kibbuz dorten sind gewesen Mapam und die haben ja beschlossen die wollten sich auch teilen sind einige Kibbuzim haben sich geteilt sind sogar Familien weg eine von dort und dann Givat Brenner wollte
[1:17:10] äh auf dem Namen von eine von die äh Paraschutisten der war ein Italiener Enzo Sereni hat der Kibbuz geheißen haben sie gesagt »wir gehen weg von dem alten Kibbuz und wir gehen wir werden sich anschließen an dem Netzer und wir werden gründen einen
[1:17:38] neuen Kibbuz« und so sind sie geblieben Netzer Sereni Sereni hat er geheißen er war Enzo Sereni Enzo Sereni war auch ein Paraschutist so wie die die Hannah Szenes der ist ja runter und die man hat ihm geschnappt bei (noon) er wollte ja Verbindung mit
[1:18:05] die Partisane in Ungarn und äh den- deshalb ist er genannt er ist Enzo Sereni Kibbuz Enzo Sereni und nicht mehr Buchenwald
[1:18:25]
[1:18:28] wie lang haben Sie gelebt im Kibbuz ?
[1:18:31] das war fast zwei Jahre wa- wa- fast zwei Jahre dann bin ich ge- ich hab schon genannt dass ich wollte weiter mich bilden irgendwo viele Jahre sind vorbei den Weg von Lehren Lernen und da ist mir zufällig hab ich erfahren dass in Jerusalem macht man jetzt
[1:18:59] auf eine besondere Schule für Lehren die hebräische Sprache schnell weil es sind sehr viele eine ganz große Alija angekommen Einwanderung von fast ein Millionen Menschen weil sie sind gekommen von alle mögliche P- Plätze und sehr viel von Orient von
[1:19:27] von die Länder äh mediterranean von Persien von Irak und von andere Länder die Leute sind gekommen ohne eine Sprache die haben keine fremde Sprache Verbindungssprache also da war eine dringend musste me- etwas lernen lehren und da haben sie ge- angenommen
[1:20:03] das Lernen wird man Hebräisch ja es waren welche die wollen ja Deutsch Deutsch sogar aber in eine eine Idee sind sehr viel äh Professoren die aus Deutschland gekommen aber am Ende hat man beschlossen ja Hebräisch und wer wird Hebräisch unterrichten
[1:20:29] so schnell da haben sie geöffnet in Jerusalem eine Beit Midrasch heißt das eine Beit Midrasch ist eine Schule das war in Talbiya das äh das Haus existiert noch dort haben sie ja gesagt wer wirklich will unternehmen sich diese Arbeit zu machen und er
[1:21:03] glaubt es wird wird man ihm aufnehmen und da haben wir keine Papiere gehabt eigentlich dann ha- der Leiter war Martin Buber er hat sich er war schon in dem eingewickelt er hat schon noch in Deutschland noch in Skandinavien hat er geöffnet eine Lehrschule
[1:21:33] für Erwachsene und äh da bin ich [lacht] bin ich angekommen da sitzt ein älterer Mann sieht vielleicht aus wie mein Großvater hat nur ein längeren Bart gehabt und äh er hat gesagt ich hab ihm gleich gesagt »ich hab unterbrochen mein mein Lernen
[1:22:07] vor fünf Jahre vielleicht bisschen mehr ich hab in Zypern hab ich noch gelernt« und äh »warum willst du denn das lernen warum willst du ein Lehrer sein und äh wie- wie viel kannst du Hebräisch« hab ich gesagt »eigentlich ich habe ein Basis weil
[1:22:30] wir haben in Palästina gelebt aber das war bis sechs Jahre vielleicht hat man noch ein bisschen gesprochen zu Hause aber ich bin ein neuer Einwanderer bin sicher dass ich verstehe die die Lage von diese neue Einwanderer und kann auch das äh richtig
[1:23:01] machen« und so haben sie mir gesagt »okay du bist angenommen« dort hat man bekommen einen Platz zu wohnen und Verpflegung haben wir auch bekommen einmal ein warmes Essen haben wir bekommen und Frühstück und Mittag und wir haben sehr gute und berühmte
[1:23:28] Lehrer gehabt die waren viel viel zu hohen Niveau für uns aber da haben sie haben wir doch etwas gemacht in gelernt und da ist gegangen die am Ende haben wir bekommen eine Diplom und man hat uns einfach geschickt in ein Lager in ein Sammlungslager von
[1:24:04] neue Olim und gesagt »jetzt zeigt doch was ihr habt gelernt« und da [lacht] das war gar nicht so leicht weil wir haben keine Ahnung wie wie weiterzubringen wie anzufangen aber da ist das gegangen man hat von ein gebaut von ein Wort zum zweiten Wort und
[1:24:34] da auch mit Mimik und wir haben es geschaffen und da ist entstanden der Ulpan der Ulpan ist eine Schule für für die hebräische Sprache und äh ich bin geblieben mit diesem Beruf spätestens haben sehr viel gelernt äh von die deutsche Einwanderer die
[1:25:14] sind gekommen die waren ja beschäftigt sie haben keine Zeit gehabt zu lernen spätestes bisschen die wirtschaftliche Situation ist besser geworden da sind sie gekommen lernen eigentlich alles nicht so für sich Ruthi hast dorten dieses Buch die der was
[1:25:37] die (Dorit) hatte gebracht
[1:25:40] ja ja
[1:25:43] liegt auf dem Bett das ist interessant über über die deutsche Ben Yehuda-Straße das ist [lacht] Sie kennen das ?
[1:25:53] mhm
[1:25:56] nein ? hat jemand geschrieben ein Buch über die also die hat ich habe wir haben sehr viel von meine Schüler die wurden auch so uns wie unser Familie dann haben sie für uns gesorgt und äh wir haben geheiratet wir haben kein Bett gehabt erinnerst dich ? kein
[1:26:23] Tisch kein Sessel also ich war bisschen krank sind gekommen zwei Damen von die deutsche Familie kommen rein haben sich nicht wo hinzusetzen sind sie auf dem Bett gesessen und äh haben gesagt »nu gut so ist das« und nach einer gewisse Zeit haben wir bekommen
[1:26:52] einen einen bei den Neu- ein Feier- Feiertag ist gekommen ein Tisch und zwei Sessel ja ?
[1:27:04] wo sind Sie denn hingezogen vom Kibbuz aus ?
[1:27:07] von Kibbuz ich bin raus in nach Jerusalem zu lernen dort und die Ruthi hat eine andere Geschichte sie hat ja wollte auch raus von Kibbuz und sie hat ge- angefangen in ein S- in ein äh Krankenhaus dort hat man die K- die G- das Essen für die Kinder auch
[1:27:39] in ein ein äh machane haolim heißt das eine
[1:27:43] Einwanderungslager
[1:27:46] Einwanderungslager hat man gebraucht zu kochen Essen für die Kinder für die Säuglinge also war sie wo sie später in ein anderen ein Arbeitslager und das war nicht weit von dem Lager wo ich sollte Hebräisch unterrichten und dann sind wir beide zusammen
[1:28:14] sind wir gegangen auf in eine Wohnung ich hab hier meine Sch- eine von die von die Schwestern die war in Russland die ist gekommen mit ihrem Mann die hat sozusagen gehat schon ein bisschen Geld und sie hat sich ein eine Wohnung gemietet und wir haben bei
[1:28:44] ihnen gelebt in ein Zimmer ja ?
[1:28:48] ohne Tür [lacht]
[1:28:50] ohne [lacht]
[1:28:53] ohne Tür
[1:28:56] ohne Tür haben wir ein eine (Dings aufgehangen) eine smicha eine Decke
[1:29:03] [gleichzeitig:] Decke
[1:29:06] nu ja
[1:29:09] Simcha wir machen nochmal eine kurze Pause jetzt sind nochmal 45 Minuten rum
[1:29:13] ja gut [Schnitt] also wenn es weiter geht dann möchte ich erzählen was jeder der in Ghetto Lodz war hat mitgelebt und das war sehr dramatisch also zu der Zeit das Jahre weiß ich nicht genau aber ist gekommen eine eine Drang von die Deutschen man soll
[1:29:45] rauswerfen rausnehmen Leute von Ghetto und dann haben sie gesagt dass äh weder Kinder bis sieben Jahre oder Erwachsene nach fuffzig sechzig oder siebzig mussen sich stellen zum raus von Ghetto und dann Rumkowski hat zusammengerufen die Leute und hat gesagt
[1:30:23] »das ist ein Befehl es geht nicht auszumeiden ihr müsst ja gehorsam sein« und äh selbstverständlich die Menschen waren sehr dagegen und wüte- wütig und dann hat er gesagt »tut das zum eurem Guten weil Kinder könnt ihr neue bekommen Hauptsache ihr
[1:30:55] sollt leben bleiben« und das war die sch- die Zeit hat man geru- genannt Sperre Sperre was ist bedeutet Sperre in Deutsch
[1:31:09] das ist
[1:31:12] das Wort ist genauso Sperre
[1:31:15] ja ? und in dieser Sperre hat man ver- versucht mit Kraft rauszunehmen die Kinder man ist gekommen mit die mit keine Autos mit mit Wagen und man hat rausgenommen die junge Leute die junge Kinder zum Beispiel auch ältere Leute auch welche die waren nicht so
[1:31:45] jung die ja schon graue Haare also da sind sie zu an die Häuser angekommen und wenn sie haben aufgerissen die Tür von dem Haus von die Wohnung und sie haben dort gefunden diese Leute hat man sie einfach weggenommen und weg waren sie und das hat dem Rum-
[1:32:13] Rumkowski gelass so ein so ein Hass weil man glaubte dass er könnte das vermeiden und dann sagt man andere sagen »nu er k- konnte könnte sein dass er hätt doch die Leute gerettet weil die Russen hätten hätten waren so nah beim Reingehen nach Lodz dass
[1:32:46] es war überhaupt kein Problem Warschau Lodz ist hundert Kilometer sie er könnte sie könnten das ganz leicht machen« aber was es erweist sich was man weiß heute dass sie haben einen Konflikt mit die Polen gehabt die Ru- Russen die Russen wollten nicht
[1:33:10] äh die Polen haben gesagt »wir brauchen nicht eure Hilfe wir willen auch nicht dass ihr sollt kommen befreien Warschau Warschau ist unser Hauptstadt wir werden sie befreien« nu haben die Polen gesagt »wenn ihr so stolz sind dann tut das in wir werden
[1:33:35] sich nicht einmischen« und dann hat es gedauert noch einige Monate in diese Monate bis Ende bis Warschau wurde festgenommen si- haben die die Deutschen in Lodz gehabt die Zeit alle Leute die verhaftet waren in in Ghetto rauszuschicken nach Auschwitz und
[1:34:09] so haben sie langsam äh Tag bei Tag sind die gegangen heute in Lodz ist da gerade kann man sehen Sachen von dieser Zeit ich war vor zehn Jahre in Lodz war ein Treffen und dann haben sie ja gezeigt dem Bahnhof haben sie gemacht als ein Denkmal ist ein Aufschrift
[1:34:43] wohin sind die Leute geschickt in welche Richtungen in welche Lager raus und äh man hat kein gutes Wort für ihm obwohl vielleicht hat er richtig ge- ge- geglaubt er kann wirklich etwas machen aber die welche haben ja sind geworden Opfer von diese Sache
[1:35:17] die haben sehr sehr gehasst und dann wahrscheinlich hat er auch nicht alles gewusst das ist interessant was man erzählt der Rumkowski der war schon nicht kein junger Mann und hat sich eine junge Frau und hat sich so ganz aufgeführt wie ein wie ein König
[1:35:46] er hat ja rumgefahren in in einer Kutsche und das er ist angekommen nach Auschwitz da haben die die die Gefangenen die haben von ihm gelitten haben als erste ihm genommen und mit die Kutsche geschickt in Kon- in in in dem
[1:36:17] Krematerium
[1:36:21] ma ?
[1:36:23] Krematerium
[1:36:26] im Krematorium hat man ihm weggeschickt also man hat keine große ja
[1:36:29] ich hab eine Frage zum Alltag im Ghetto hat man eher mit dem jüdischen Ordnungsdienst zu tun gehabt oder mit der deutschen Polizei bei der Bewachung des Ghettos
[1:36:44] nein die Po- Polizei war in Bewachung an die Grenze also man konnte kein Schritt machen aus dem Ghetto raus ohne dass man drüb- können das weiter machen also die Polizei waren Leute die waren auch alleine äh versperrt und die haben ja bekommen verschiedene
[1:37:10] Güter für dem dass sie haben äh gemacht die Sachen
[1:37:18] Begünstigung
[1:37:21] ja Begünstigung man hat sie die haben ja verteilt das Essen haben mehr Essen und das aber bewachen nicht es war kein wirklich kein Widerstand außer außer diese Geschichte mit dem Radio was man hat geschnappt die Gruppe von Jungs drei Jungs waren die haben
[1:37:50] diese Nachrichten gehört weil es war keine Zeitung und keine Kontakt mit kein Platz kein Kontakt weil es war in alle andere Lager Wilna und so hat man gewusst in Warschau hat man auch gewusst was es tut sich aber in in es war ein großes ein großes Zahl
[1:38:19] äh von Leute trotzdem es und äh in so ein jüdischen Leben gibts ja Feiertagen und man hat versucht alles zu ha- zu halten und das das ist alles Ruthi schon hier die Erzählungen glaube ich se maspik und jetzt wenn Sie haben noch etwas zu fragen dann
[1:38:50] bitte es
[1:38:53]
[1:38:56] Sie Sie haben äh erzählt dass Ihr Vater im Ghetto gestorben ist an an der Krankheit können Sie vielleicht kurz sagen was mit den anderen Familienmitgliedern geschehen ist
[1:39:05] eine Familien so die Ältere [sucht] das ist nicht wichtig schon wie mein Großvater hat so eine Geschich- Geschichte gehabt wenn man ist in diese Sperre gekommen bei uns auf dem Hof hat er gesagt »ich will nicht mi- dass mir soll mir reinkommen nach
[1:39:37] Hause ich nehme zwei Stühle und ich stelle das auf dem Hof bis sie werden kommen sie werden mich nehmen dann fahre ich weg« nu und dann sind sie gekommen und der ist der ist geblieben sitzen und seine Frau auch auch meine Großmutter und der Großvater
[1:40:04] die waren schon ja werk- wirklich nicht jung vielleicht waren sie siebzig o- siebzig
[1:40:12] können Sie das einmal ist ein Bild Entschuldigung in die Kamera zeigen ?
[1:40:16] ja das ist geht
[1:40:19] und dann ruhig weiter erzählen
[1:40:22] [zeigt Foto] ja
[1:40:26] das ist der väterlicherseits
[1:40:29] ja
[1:40:32] mhm
[1:40:35] ja mehr habe ich keine Bilder jetzt hab ich so hier reingestellt
[1:40:40] entschuldigen Sie ich hab Sie jetzt unterbrochen die sind in dem Hof geblieben ?
[1:40:47] ja bis sie sind gekommen mit die Wagen und aufgenommen die Leute oder von die Wohnungen reingekommen wir alleine sind ja weg auf ein anderen Platz meine Mutter hat man reingestellt in ein in ein Küchensch- äh -schrank und die haben glücklicherweise nicht
[1:41:07] erwischt dem Platz ist sie geblieben und die ist weg die ist weg nach Auschwitz mehr nicht zurück und die anderen auf demselben Hof hat gewohnt ein Onkel mit zwei Kinder die sind auch weg und dann hab ich eine Tante gehabt alle waren zufällig in der
[1:41:39] Ge- in derselben Haus ich habe eine Kusine in äh Kanada in Toronto und ihre Mutter hat gewohnt auf dem Hof und dort hat man sie auch weggenommen außerdem außerdem ist so da meine Schwester die älteste die ist gleich 39 die hat gehabt ein ein Freund
[1:42:16] und da haben sie gesagt »wir bleiben nicht hier hier hier in Lodz wir fahren nach dem Osten« und die sind gefahren sie wollte mit ihm weg meine Mutter hat gesagt »okay fährt euch weg nimmt nimmt etwas mit was ihr kann etwas ein ein Wertsachen und ihr
[1:42:43] kommt nach Brest Brześć« das ist eine Stadt eine jüdische Stadt in die Grenze von Ukraina und äh dort haben wir gehabt äh sehr fromme Familie und sehr gelehrte meine Mutter hat gesagt »dorten heiratete zusammen und äh alles in Ordnung« und weg
[1:43:24] sind sie aber sind nicht gelungen sie sind auf die Grenze hat man sie der Mann der sollte sie auf die andere Seite bringen hat hat verraten hat sie gleich gebracht an die Grenze und man hat sie auseinander gebracht meine Schwester hatte man verhaftet und
[1:43:59] sie ist nach Sibirien sie hat dorten gearbeitet aber sie hat sie war geschickt in Nähen also ihr ist das gelungen bis Ende des Kr- bis eine es war eine Abhandlung zwischen die Polen und die Russen hat man die rausgelassen die polnische Birger Bürger befreit
[1:44:33] die hat man befreit und sie hat äh dann geheiratet hat getroffen ein Mann von uns von unserer Gegend nicht weit von Lodz und die haben ja nicht erlaubt die be- befreite polnische Bürger zu wohnen wo sie wollen man hat sie ja äh übersiedelt an die deutsche
[1:45:07] an die Plätze wo die Deutschen haben gelebt und die die hat man weggeschickt und man hat diese polnische Juden oder andere gebracht nach Bydgoszcz nach Zbąszyń nach nach einer Gegend wo wo die Deutschen haben mussten weg die Deutschen haben nach dem
[1:45:37] Krieg die Polen weggeschickt und die hat gelebt in in Rust- in Russland dann ist sie gekommen nach Palästina die wusste dass ich bin in da hier und äh und er hat hier gearbeitete und er hat wie man sagt wie hat man gesagt hier in Israel »wie macht man
[1:46:10] von ein gr- von ein Million von ein große Million ein kleine Million ? man verliert das Geld was mer bringt und man lasst ein bisschen Geld« und dann hat er hier gelebt in Tel Aviv und ein Teil von die Familie ist auch geblieben in Tel Aviv die sind nicht
[1:46:33] rausgerei- und äh mein Schwester ist schon tot die ist äh bisschen älter nicht so sehr sechs Jahre war sie älter und der Mann ist früher gestorben und mehr ist keine äh wirklichen (__) viel von die Familie sind keine geblieben
[1:47:01] wie viel sind denn umgekommen ?
[1:47:04] mh ?
[1:47:07] wie viel sind denn umgekommen von der Familie
[1:47:10] ich weiß vielleicht sind fuffzig umgekommen aber nicht mit einmal Ruthi nicht den nicht reingek- nicht gekommen nach Auschwitz oder so mit der Zeit sind
[1:47:25] ja nein aber
[1:47:28] wie wie war das weitere Schicksal Ihres Bruders ist der auch mit Ihnen ähm auf Zypern inhaftiert gewesen ?
[1:47:36] [gleichzeitig:] ja in Zypern nein das ist se u socher se ani lo siparti das hab ich nicht erzählt er ist gekommen wir sind dann illegal mit die Schiffe gekommen nach Palästina und er war auf eine Hachschara in eine von die Kibuzzim von dort hat se
[1:48:00] hat man sie wegge- weggeschickt und er ist gekommen nicht durch Zypern er ist gekommen nach Palästina hat hier gehabt ein Onkel hat er be- in in dem Elektrikgesch- elektrischen äh Gewerk ech omrim
[1:48:24] Reading in Reading (__)
[1:48:31] ja aber
[1:48:35] Elektrizitätsanstalt
[1:48:38] ja und und außerdem hat man ihm gegeben zu diesem Onkel und die Tante die waren schon wirklich alte Leute Ruth ? ja ? äh hat man ihm dort reingesetzt er soll die alte Leute helfen und die wurden irgendwo befreit von diese Hilfe von ihm und was ist passiert
[1:49:11] ah mein Bruder war sehr deprimiert er hat die Arbeit äh gehasst ihn hat man gesetzt er war ein Fachmann hat ja wirklich gekönnt leisten etwas Gutes hat man ihm geschickt diese große K- (__)
[1:49:33] Schornstein sagt
[1:49:36] Schorn- sauber zu machen und das äh da war er so deprimiert dass er es mit sein Zustand nicht gut herausgekommen man hat versucht wir haben ihm versucht zu helfen aber das ist nicht gegangen er ist [Telefonklingeln] [Schnitt] nu ja dann ist er er
[1:50:13] war in Talbiya Talbiya in Jerusalem ist eine Nervenanstalt er hat ja Hilfe bekommen zu dieser Zeit vielleicht hat man ihm nicht geholfen richtig und er ist äh bekam ein eine kurzen Urlaub von dort nach Hause und dort hat er beschlossen er will nicht weiter
[1:50:43] leben und weg ist er er hat Selbstmord begangen so
[1:50:50] er hat sich aufgehangen
[1:50:53] hat sich ein- aufgehangen und schade weil das war bestimmt verbinden mit seine äh Sachen was er hat mitgemacht ja das ist lang sind schon vier da vier Kinder ja mehr mehr waren nicht
[1:51:17] deine Schwester Simcha
[1:51:21] ah ja eine von meine Schwestern die es war die es war gerade sehr gut sie war in Auschwitz und sie hat dort getroffen jemand der hat ihr geholfen eine ein Sp- Platz zu finden er war der Älteste in ein Lager also es war sehr gut (__) sehr gut also er hatte
[1:51:51] sie hatte ja zum Essen gehabt und deshalb glaube ich dass ist ein was ist passiert sie ist raus auf diesem Totenmarsch von Auschwitz die Deutschen haben die die Leute die letzte welche sind geblieben in Auschwitz versucht raus zu kommen sie sollen nicht
[1:52:21] bleiben dort und sie ist raus und sie ist nach Bergen-Belsen zu Fuß gelaufen wochenlang sind sie gelaufen und äh dann waren sie wahrscheinlich kräftiger weißt du vielleicht gesünder dort war eine Epidemie von Typhus typhoid die Le- die Engländer sind
[1:52:53] gekommen und die haben gar nicht gehabt kein passendes Essen und keine die wussten nicht es war einmal haben wir gesehen einen Film Ruthi erinnerst dich ? da sind die Amerikaner in ger-
[1:53:08] ach ja
[1:53:11] gegangen in den Wald und haben mit einmal sind sie angekommen in ein in ein Lager die wussten gar nicht was das ist und am Ende haben sie auch gar nicht gehabt zu essen die erkrankte erkränkte ja ?
[1:53:31] an Typhus
[1:53:34] Typhus
[1:53:37] [gleichzeitig:] haben sind sie erkrankt
[1:53:40] erkrankt
[1:53:43] hatten nichts zu essen die Silvia ist ja dort befreit worden
[1:53:46] ah ja shama lo shomim Ruthi
[1:53:49] lama ata omer
[1:53:52] (ja) lo [lacht] lo (ja)
[1:53:55] aber es gehört dazu
[1:53:58] es gehör- es gehört zu dem Thema da sind viele Menschen umgekommen wenn man nach Bergen-Belsen kommt ich war in Bergen-Belsen nach der Befreiung da steht dorten St- große Steine das soll ein Denkmal »hier sind umgekommen« Massengräber man wu- wusste
[1:54:17] nicht wo sie zu beerdigen und äh das ist meine Schwester sie war ist auch weg also eine in Auschwitz und die Mutter in Auschwitz also wir haben schon unsere unser äh chova
[1:54:40] ja unsere Pflicht erfüllt
[1:54:44] ja mit mit die [lacht] ja
[1:54:48] [lachend:] für die Bereinigung der Menschheit
[1:54:51] nu gut noch etwas fragen ?
[1:54:55] wollen Sie ähm vielleicht einmal die Bilder noch in die Kamera zeigen ? das haben wir ja schon gesehen
[1:55:03] ja
[1:55:06] ähm dass man nochmal dass Sie nochmal kurz sagen wer da drauf zu sehen ist ?
[1:55:09] ja wer da dann noch gesehen [zeigt] das ist meine älteste Schwester als Schülerin in in Hochschule in Lodz die ist nach Russland weg und die ist sogar nach Palästina weg und das ist meine jüngere Schwester die ist in Bergen-Belsen gestorben verstorben
[1:55:41] und das ist mein Bruder der ist hier auch als Schüler in einer in die Metallschule und das ist ein Bild von ihm in ein in ein Bassin in Galie Gil in Ramat Gan das kennen Sie bestimmt nicht wo heute ist der
[1:56:08] [gleichzeitig:] gibt es nicht mehr tachanat rakevet
[1:56:12] ja heute ist der der die Bur- Bursa da wo die hohe Bäu- Gebäude von der von die Bursa und äh dort war einmal ein Schwimmbassin und das ist mein eine Tante und ein Onkel die waren zu dieselbe Zeit in Palästina mit uns die ist aber sind hier versto- mit
[1:56:45] die ganze Familie und dann sind sie hier verstorben also das sind alle was ich hab zufällig so reingestellt mir und dann werd ich von Ihnen noch nicht vergessen die Telefonnummer von die Karla ja ?
[1:57:07]
[1:57:10] ich hab noch eine ähm äh Frage zu Ihrer Geschichte
[1:57:13] ja bevakasha
[1:57:16] ähm und zwar nach dem Krieg nach der Befreiung ähm äh sind Sie dann direkt äh über äh Italien ähm äh und mit dem Schiff nach Israel oder sind Sie nochmal zurück nach Lodz
[1:57:29] nein
[1:57:33] können Sie über die Zeit vielleicht noch kurz etwas sagen
[1:57:36] [gleichzeitig:] ja ja wir sind alle geblieben in in sitzen und warten es waren solche Lager in die Gegend von Bayern ich war in die Gegend von von von von Bayern und da sind gekommen die Cha- die Soldaten die von die Brigade und die haben versucht
[1:58:01] uns rauszunehmen für diese Auswanderung das hat noch gedauert einige Monate wir sind im Sommer gesessen dorten es waren kei- sehr ein schöne Zeit aber wir wussten nicht was kommt weiter vor Kontakt hab ich schon gehabt mit meine Familie in Palästina
[1:58:27] in Israel und wir haben ja bekommen Pakete von von UNRRA UNRRA ist eine eine Organisation die hat gehei- die hält immer sogar heute die Plitim die äh die Araber die sind in den Lagern dann haben wir so gehat [lacht] wir haben so äh wir haben ja
[1:59:10] versucht was mehr [lacht] rauszu- rauszubekommen Essen von diese UNRRA also Essen hat man nur gekönnt bekommen wenn jemand hat äh musste äh und äh bezeichnen dass er ist ein Flüchtling also mit ein- einmal krieg ich ein Brief äh zu dem Platz wo ich
[1:59:40] war ich war in in Feldafing wissen Sie wo das ist ? ja ? dort war ist ein sehr schöne Platz heute und dann haben sie die die (Villot) die Häuser haben sie gegeben auf die Leute die waren frei ohne ohne Platz und dort habe ich waren wir einige Wochen in
[2:00:10] Feldafing oder in oder was war dort ? ja wir waren in Flak-Kaserne bei München und wir wollten ja bekommen noch noch Essen hat man ja auch gegeben Namen und Adressen irgendwo in München und wir haben bekommen unser eins (ah) manchmal ist es gelungen manchmal
[2:00:43] nicht also haben wir Pakete bekommen für jemand dem hab ich aufgegeben die Name von meiner Schwester irgendwo in München hab ich eine Straße und dann ist das angekommen mit sehr sehr viel äh Lebensmittel gehabt aber dann hab ich bekommen einen Brief
[2:01:13] aus Israel »fahr dort hin dort und dort dorten lebt deine Schwester« dann bin ich hingefahren nach München und hab gesucht es war keine Straße es war keine Schwester ich hab alleine aufgegeben äh Daten was ich haben wollte Essen bekommen und so also
[2:01:38] es hat schon gedauert ich glaube ich bin erst weg am Mai am Mai äh vierzig nein was red ich am Mai äh Ende des Krieges wann bin ich hier rausge- ja wenn bist du angekommen 48 ja ?
[2:02:15] ja
[2:02:24] also ich bin ja (vier-) ich bin
[2:02:31] 49 weil du bist in Zypern gewesen zwei Jahre
[2:02:42] ja aber raus bin ich aus Deutschland 47
[2:02:47] ja ja
[2:02:51] am Mai 47 und dann hab ich dort schön verbracht ich mache schnell weil es war nicht es waren auch noch eine Zeitverlust weil wir haben ja man hat man hat uns geschickt Lehrer aus Israel wir haben ja gelernt ich habe hauptsächlich gelernt Iwrit so ich
[2:03:04] bin gekommen hab ich keine Schwierig- Schwerigkeiten gehabt ins Universität reinzugehen und äh so so ist die Zeit vorbei also man kann ja sagen dass es sind ja fünf Jahre des Krieges 39 bis 45 und noch die Reise die Reise dieses Wandern von Platz bis
[2:03:37] Platz
[2:03:44] 49
[2:03:49] 49
[2:03:55] bist du
[2:03:59] aus Zypern
[2:04:04] ja aber neunundv- bis fünfundvier- 39 bis 45 Krieg und nach dem Krieg noch v- vier Jahre bis du bist im Kibbuz eingetroffen
[2:04:10] ja
[2:04:14] und dann warst du auch
[2:04:18] was ? [lacht]
[2:04:23] [lacht]
[2:04:28] die Zeit ist vorbei Ruthi
[2:04:33] ja
[2:04:37] (wir machen noch) meine Herrschaften wenn das etwas rausgekommen davon dann ich bedanke mich sehr für euern Geduld und wir sind ja äh wir ich hab ich wünsche Ihnen (für) angenehme äh und interessante
[2:04:47] Aufenthalt ?
[2:04:52] Aufenthalt nein weitere
[2:04:57] weitere Erforschungen weitere
[2:05:01] ja
[2:05:02] Denkmal Erforschung
[2:05:02] vielen Dank und vielen Dank für das Interview
[2:05:02] [lacht]
| Datum | Ort | Text |
|---|---|---|
| 1924 - 1929 | Motza | Auswanderung der Familie nach Palästina |
| ab 1924 | Lodz | Geburt als jüngstes von vier Kindern |
| 1929 - 1936 | Stryków | Aufwachsen in einer Kleinstadt in der Nähe von Lodz, Besuch einer polnischen und einer jüdischen Schule |
| ab 1936 | Lodz | Umzug der Familie |
| 1940 - 1944 | Lodz (Ghetto) | erzwungener Umzug der Familie in das Ghetto, Zwangsarbeit |
| ab 1944 | Utting am Ammersee | zusammen mit dem Bruder Deportation in ein Nebenlager des KZ Dachau zur Zwangsarbeit |
| ab 1944 | Auschwitz II-Birkenau (Vernichtungslager) | Deportation der Familie, Ermordung der Mutter, Einweisung in das »Zigeunerlager« |
| ab 1945 | Bad Tölz | nach Todesmarsch Befreiung durch amerikanische Truppen in der Nähe von Bad Tölz |
| 1947 - 1949 | Zypern | Internierung in einem britischen Lager für illegale jüdische Einwanderer |
| ab 1947 | Haifa | Versuch der illegalen Einwanderung nach Israel, das Schiff wird von britischen Soldaten vor Haifa abgefangen |
| ab 1951 | Tel Aviv | Heirat mit Ruth Anders |
| Netzer Sereni (Kibbuz Buchenwald) | Arbeit in der Landwirtschaft | |
| Jerusalem | Hebräischstudium bei Martin Buber und Gershom Scholem | |
| Israel | Arbeit als Hebräischlehrer für Einwanderer |
1936 zog die Familie nach Lodz um und lebte in bescheidenem Wohlstand. Mit dem deutschen Überfall auf Polen im September 1939 gehörten auch die Juden in Lodz schnell zu den ersten Opfern des deutschen Antisemitismus. Im Frühjahr 1940 wurde in der Stadt das erste nationalsozialistische Großghetto eingerichtet, in das alle Juden umziehen mussten. Die ganze Familie Malin hatte Zwangsarbeit zu leisten, Simcha Malin arbeitete unter anderem in einer Wäscherei für deutsche Uniformen und in der Herstellung von Strohschuhen für die Wehrmacht. Arbeit, Hunger und Krankheiten bestimmten den Alltag der Juden im Ghetto.
Am 23. Januar 1943 starb der Vater an den Folgen der Unterernährung und Tuberkulose. Immer wieder versetzten Razzien und Deportationen die Menschen in Angst und Schrecken. Im September 1942 wurden die Großeltern im Vernichtungslager Chelmno ermordet. Als im August 1944 der Befehl zur endgültigen Auflösung des Ghettos erfolgte, wurden die Mutter und eine Schwester in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert, die Mutter wurde sofort nach ihrer Ankunft ermordet. Um bei der Familie zu bleiben, ließen sich Simcha Malin und sein älterer Bruder Nechemia auf die nächste Transportliste setzen und wurden in Auschwitz-Birkenau in das so genannte Zigeunerlager eingewiesen. Nach ungefähr einem Monat nutzten die beiden Brüder einen besonderen Aufruf nach Arbeitskräften, um einem anderen Lager zur Zwangsarbeit zugeteilt zu werden und dadurch ihrer Ermordung zu entkommen. Sie gelangten nach Utting am Ammersee, einem Nebenlager des Konzentrationslagers Dachau. Beim Herannahen alliierter Truppen wurden die Häftlinge im April 1944 auf einen Todesmarsch in Bayern geschickt, die Befreiung durch amerikanische Soldaten erlebten Simcha und Nechemia Malin in der Gegend um Bad Tölz.
1947 schloss sich Simcha Malin einer Gruppe Holocaustüberlebender an, die versuchte, über Italien mit dem Schiff illegal nach Palästina einzureisen. Kurz vor Haifa wurde ihr Fischerboot von britischen Soldaten, die zu der Zeit die politische Kontrolle in Palästina ausübten und keine weitere Einwanderung zuließen, gestoppt. Es folgte eine zweijährige Internierung in einem britischen Lager auf Zypern. Erst 1949 konnte Simcha Malin in den kurz zuvor gegründeten Staat Israel einwandern. Er lebte und arbeitete im Kibbuz Netzer Sereni, der als Kibbuz Buchenwald nach dem Krieg von Überlebenden gegründet worden war. Dort lernte er auch seine Frau Ruth Anders kennen, das Paar heiratete 1951 und lebte in Tel Aviv. In Jerusalem studierte er Hebräisch bei den bedeutenden Gelehrten Martin Buber sowie Gershom Scholem und wurde Hebräischlehrer für neue Einwanderer. Ab 1967 unterrichtete er auch zusätzlich an der Jerusalemer Universität.
Simcha Malin verlor während des Holocaust einen großen Teil seiner Familie, eine Schwester starb noch bei Kriegsende an Krankheit im Konzentrationslager Bergen-Belsen, sein Bruder Nechemia litt so sehr an den Folgen des nationalsozialistischen Terrors, dass er psychisch erkrankte und sich in Israel das Leben nahm.