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Shlomo Salomon Zehngut (*06.05.1926, Auschwitz)

Signatur
01119/sdje/0021
Institut
Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Berlin
Sprache
deutsch
Ort und Datum der Aufnahme
Tel Aviv, den 18. August 2010
Dauer
01:51:07
Interviewter
Shlomo Salomon Zehngut
Interviewer
Daniel Baranowski , Barbara Kurowska
Kamera, Licht und Ton
Uwe Seemann
Teilnehmer am Gespräch
Liuba Zehngut , Rafi Nets-Zehngut
Redaktion
Teresa Schäfer
Transkription
Teresa Schäfer

Durch seine Eltern erfuhr Shlomo Zehngut schon sehr früh in seinem Leben, wie wichtig Bildung und die Fähigkeit zur Anpassung an schwierige Situationen waren. In der Zeit der Verfolgung, die von ständiger, harter Arbeit geprägt war, halfen ihm seine Sprachkenntnisse und der Mut zur Flucht nach vorn. 1926 in Auschwitz geboren, wuchs Shlomo Zehngut in einem jiddisch-polnischen Umfeld mit jüdisch-orthodoxer und weltlicher Schulbildung auf. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und dem Schulverbot 1939 wurde er zwei Jahre später mit der gesamten Familie im Krakauer Ghetto eingesperrt. Erst 15-jährig musste er schwerste Zwangsarbeit verrichten, verlor dabei jedoch nie den Willen, um sein Überleben zu kämpfen. Als er mit 19 Jahren aus dem Konzentrationslager Mauthausen befreit wurde, war er der einzige Überlebende seiner Familie. Er verließ Europa und baute sich in Tel Aviv ein neues Leben auf. Zum Zeitpunkt des Interviews war Shlomo Zehngut 84 Jahre alt.

Vorkontakte

der Kontakt wurde durch Abraham Gafni vermittelt, der zuvor bereits ein Interview für die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas gegeben hat; E-Mails und Briefe wurden vom Sohn Rafi Nets-Zehngut beantwortet; Vorgespräch zwei Tage vor dem Interview

Bedingungen

gut; das Interview findet im Wohnzimmer des Ehepaars Zehngut statt

Gruppensituation

zwei Interviewer, ein Techniker (Uwe Seemann); die Ehefrau Liuba und der Sohn sind anwesend und schalten sich mehrfach in das Gespräch ein

Unterbrechungen

eine Unterbrechung; nach dem Interview zeigt Shlomo Zehngut noch einige Fotografien

Protokoll

Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Berlin

Daniel Baranowski

[0:00] wir sind in Tel Aviv   Israel 18ter August 2010 sind in der Wohnung von   Shlomo und   ähm jetzt muss ich auf den Zettel doch gucken Liuba Lili Zehngut ähm   beide sind anwesend   ebenfalls anwesend ist der Sohn der beiden   Rafi Nets-Zehngut ähm   wir führen

[0:21] mit Shlomo Zehngut ein Interview für das Projekt »Sprechen trotz allem« der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin   ich bin Daniel Baranowski führ das Interview zusammen mit Barbara Kurowska   Uwe Seemann ist der Kameramann [Schnitt]

[0:34]

Shlomo Salomon Zehngut

[0:37] mein Namen ist Zehngut   Shlomo Salomon   vor den Krieg hab ich hab ich mich gerufen nur Salomon wenn ich bin gekommen nach Israel   hab ich das umge- um-   umgewechselt auf Shlomo Salomon   ich wu- ich wurde geboren in Auschwitz   in tausendneunhundertsechsundzwanzig  

[1:05] nach zwei Jahre sind wir   abgereist nach Kraków   und von diese Zeit   glaube ich ich hab nicht ich erinner nich ich   wo wir haben gewohnt von Anfang aber ist möglich auf dieselbe Adresse wir haben gewohnt in Kraków   auf die Straße Starowislna 68   bis   es

[1:34] hat au-   bis die Krieg hat ausgebrochen bis   wir sind ge- gega-   bi- wir sind gegangen in Ghetto   was ich gedenke von die   junge Jahren   meine Familie war   der Vater war äh   streng fromm   die Mutter ist   nicht so weit   die war mehr elegant äh   die ist gangen

[2:05] auch in batey in   Kaffeehäuser   der Vater ist äh äh   war viel viel frümmer wie die fr- wie die Mutter   von Anfang erinnere ich mich dass ich hab nur gelernt   in ein Cheder so wie man hat immer gelernt   in ein Cheder ich bin gangen mit die   dunkle schwarze

[2:33] mundurn mit der äh ich kann das   äh sagen

Liuba Zehngut

[2:36] (_)

Shlomo Salomon Zehngut

[2:39] und nach eine nach ich weiß nicht wann aber   ungefähr äh   bei zehn elf Jahre bin ich schon hab ich schon gelernt in ein Jeschiwa   dorten hab ich gelernt bis   bis ersten   September äh neun-   39   wenn die Krieg hat aufgebrochen dann haben wir alle die Haare

[3:05] abgeschnitten   damit wir so   dass wir sollen nicht so leiden von die Deutschen

Daniel Baranowski

[3:13] haben Sie die Feiertage   gefeiert ?

Shlomo Salomon Zehngut

[3:18] bitte ?

Daniel Baranowski

[3:20] haben Sie die Feiertage gefeiert ?

Shlomo Salomon Zehngut

[3:22] ja auf äh vor den Krieg ? wa   der Vater war fromm

Daniel Baranowski

[3:25] alle

Shlomo Salomon Zehngut

[3:27] haben wir alle Feiertage gefeiert ich bin auch sehr vie- ich hab gelernt von von morgen früh bis abends in die Jeschiwa nur   zwei drei Stunden   Nachmittag hab ich gelernt in ein normale Schule   äh   ich   ich allein persönlich hab nicht so gerne gehabt die

[3:53] Jeschiwa ich hab viel mehr sich interessiert mit Mathematik Geographie Historie das hab ich gern gehabt   aber der Vater ich erinner mich es waren so bissl Diskussionen mit den Vater und die Mutter der Vater soll   wollen dass ich soll mehr lernen in die Jeschiwa

[4:13] und die Mutter hat gesagt »nein du sollst lernen mehr in den«   nich starke Diskussionen man hat gesprochen   jedenfalls in diese Zeiten   das ist wirklich äh   wichtig dass   wer es lernt in die Jeschiwa   der   interessiert sich nicht mit die ganze Welt   in

[4:38] diese Zeiten ich glaub bis in 13 Jahre 14 Jahre war das ganze Leben hat sich gedreht rund um die Jeschiwa die Leute was dorten lernen was tut sich   andere Sachen ganz wenig   wir warn so -n bissl abgeschnitten von de Welt   ich glau- ich sag als Jugend

Daniel Baranowski

[5:00] und welche Sprache   haben Sie gesprochen   zuhause ?

Shlomo Salomon Zehngut

[5:06] ah   wir haben immer gesprochen Jiddisch aber mit die Mutter   hab ich gesprochen Polnisch   und was ist interessant mit die Mutter das hab ich nicht gewusst   vor ungefähr   fuffzehn Jahre ist von Russland hergekommen ein Bruder von die Mutter   interessant  

[5:29] ein Bruder von die Mutter er war älter von ihr   er war sehr   äh (gr-) Mann   und er hat nicht gedenkt seine Schwestern   stellen Sie sich vor   ich hab gedenkt mehr die Familie wie er seine Schwestern   n- wenn er war in Russland er hat den ganzen Krieg gemacht

[5:53] in Russland er war in ein Kolchos dort   und ich hab ihm gezeigt ein Bild was ich hab bekommen von ein   Familie von Auschwitz der ist auch gekommen von Russland   das ist auch ein äh   ein Sache ich kann nicht verstehen   ich hab bekommen ein Telefon   dass ich

[6:14] bin hier komm die in ein Platz dorten   komm bekomm ich hab zwei kleine Bilder   von die   von die Eltern   ich bin hingefahrn bei Nacht er ist gekommen mit die Frau dorten   in ein kleines Platz nicht weit von d-   von Tel Aviv   er hat mir gegeben zwei kleine Bilder

[6:39] das war sehr spät wir haben so gesprochen   was das ist   also ich bin nach äh nach Hause gefahren ich hab ihm versprochen dass ich komme zu ihm nach ein zwei Tage hören a wenig   was er hat überlebt   nach zwei Tage ist er gestorben   ich konnte nicht fragen

[6:58] mehr   das Bild hab ich gezeigt dem Onkel was ist gekommen von Russland ein anderer On- der Bruder von dem äh   von mein äh   von meine Mutter   und er hat sich erinnert sagt er mir dorten war das die was ist fotografiert die Leute bei -n Kaffeehaus   und er

[7:20] sich »oh das ein Kaffeehaus das auf die Grenze von Deutschland«   denn die haben gehabt ein Geschäft die haben gewohnt in Auschwitz aber sie haben gehabt ein Geschäft in ein Dorf   bei Deutschland bei de Grenze und da hat der Tag er erzählt mir   »deine

[7:37] Mutter hat überhaupt nicht gelernt in eine polnische Schule die ist jeden Tag rü- gegangen über die Brücke   und hat gelernt in deutsche Schule« und ich hab nicht verstanden warum meine Mutter schreibt immer deutsch   die hat nicht geschrieben polnisch  

[7:51] aber ich hab mich damals nicht interessiert was das war   was d-   geschrieben deutsch   und äh der hat mir gezeigt äh erzählt dass ich hab das ge- gehört nach   ungefähr vor 15 Jahren auch weniger vielleicht zehn   aber das Bild hab ich ihm gezeigt   bissl

[8:08] später   da sagt er »die Mutter   kann nicht Polnisch und sie hat gelernt in die Schule in Deutschland«   wo sie hat gelernt aber ich glaube das war an der Grenze dorten   dorten war ein kleines Platz   ich denke ich hab gedenkt ein Platz   nicht lange aber  

[8:26] ich sehe das   okay   ich springe hin und zurück [lacht]

Daniel Baranowski

[8:32] können Sie die Namen Ihrer Eltern noch sagen ?

Shlomo Salomon Zehngut

[8:35] bitte ?

Daniel Baranowski

[8:37] können Sie die Namen Ihrer Eltern noch sagen ?

Shlomo Salomon Zehngut

[8:39] der äh   die Name von den   Onkel nein ist gestorben schon

Daniel Baranowski

[8:42] von von den Eltern

Liuba Zehngut

[8:44] me ha horim

Shlomo Salomon Zehngut

[8:46] mein Eltern ? oh aber na ja natürlich !   die mame die äh Mutter hat geheißen (Salje)   Sala (Salje) in Polnisch hat man das gerufen Sala   aber in die   in äh Papieren Dokumenten war geschrieben (Salje) und der Vut- der Vater   war (Osjasz) aber man hat ihn

[9:04] gerufen in Jiddisch   Schija   so immer hat man gehabt solche   äh   Namen Schija Zehngut und Sala Zehngut   tav   tov   ich erinner mich dass er ungefähr   in August äh   ich weiß nicht drei vier Tage vor dem Krieg   ah   d- also wenn der Krieg hat ausgebrochen  

[9:38] hat man die Schulen hat man gesperrt   hab ich äh der Vater hat gesagt »du musst   was lernen« ich war 13 Jahre alt hab nichts zu tun dreizehneinhalb Jahre   hat er mir gesagt er hat genommen einen Lehrer   es ist von die Flüchtlinge was sind gekommen nach

[9:58] Polen   sind gekommen polnische Juden   was haben gehabt polnische B- Bürgschaft   und die haben gewohnt einer von einen Lehrer von Österreich   und er hat mich gelernt   hab ich äh gelernt zweimal in der Woche   den ganzen Tag Vormittag   Deutsch Nachmittag Englisch  

[10:18] und ich hab so gelernt glaub ich ein Jahr oder mehr   und so hab ich damals   wirklich   geschnappt den Deutsch äh Englisch   das mit äh Deutsch hat mir geholfen   das Deutsch hat mir geholfen später im Krieg  

[10:33] nachdem sind wir rauf in   Ghetto das war glaub

[10:40] ich   41 glaub ich oder 42   ich hab es geschrieben hier   und äh nach eine Zeit in 42   w- war wir haben man hat uns erzählt dass der Erste Weltskrieg   in Ghetto war doch Probleme mitn Essen und Brot und so weiter   aber nicht gefährlich denn jeder ist noch

[11:07] gekommen bissle Geld mit Gold   wir haben gehabt ein Geschäft ein   äh   Textilgeschäft   ein Büro   und ich weiß nicht was sie haben gemacht mit dem Geschäft denn ich weiß immer ein Teil war äh   äh   ze ähm man hat äh die Deutschen haben weggenommen  

[11:28] und ein Teil er hat wahrscheinlich hat er verkauft   und äh   haben wir gehabt was   Gold Gold Bransoletten man hat gekauft alles was ist Gold   nicht wichtig   also mit dem hat man noch gekönnt leben aber dorten war ein Nachbar bei uns und er hat gesagt  

[11:47] nach dem Ersten Weltkrieg Weltkrieg war in   er ist gekommen von ein Dorf das Dorf hat geheißen Dzialoszyce nicht weit von Kraków fuffzich Kilometer   und er hat gesagt in der Erste Weltkrieg in Dzialoszyce war viel Essen dorten war w- wirklich viel äh  

[12:09] die Felder mit die   mit die äh wie heißt das   äh was wachsen die pf-

Daniel Baranowski

[12:19] Getreide Früchte

Shlomo Salomon Zehngut

[12:21] äh nu   äh tv- tvua le lechem

Rafi Nets-Zehngut

[12:25] wheat wheat for bread

Daniel Baranowski

[12:27] Getreide

Shlomo Salomon Zehngut

[12:30] ja   also   wir haben beschlossen   dass wir   weg äh l- laufen weg von Ghetto   man hat immer gehabt Kombinationen mit   wem dorten wir haben Leute   gehabt kompakt organisieren ausgeht von Ghetto und wir sind gefahren nach Dzialoszyce   dorten haben wir genommen

[12:48] ein   ein Zimmer großes Zimmer   dorten war Schlafzimmer und die die Schwester die   ist sich geschlafen ich bin geschlafen in die Küche   ein Zimmer mit die Küche dorten haben wir gelebt

Daniel Baranowski

[13:01] darf ich noch eben fragen   ähm Ihre Schwester ist die älter oder jünger als Sie gewesen ?

Shlomo Salomon Zehngut

[13:09] die Schwester die ist äh evakuiert zusammen mit die Eltern

Liuba Zehngut

[13:13] aval im hi haita

Daniel Baranowski

[13:18] wie alt war sie denn die Schwester ? ist sie   ist sie vor Ihnen geboren ?

Shlomo Salomon Zehngut

[13:21] wie alt ? ah die war zwei Jahre älter von mir

Daniel Baranowski

[13:25] aha und wie wie hieß die ?

Shlomo Salomon Zehngut

[13:28] bitte ?

Daniel Baranowski

[13:31] wie hieß die ?

Liuba Zehngut

[13:34] eich korim la ?

Daniel Baranowski

[13:36] der Name von ihr ?

Shlomo Salomon Zehngut

[13:39] sa- äh Roza

Daniel Baranowski

[13:41] Roza mhm

Shlomo Salomon Zehngut

[13:43] ja   Rozia be polanit ze Rozia

Daniel Baranowski

[13:45] mhm

Shlomo Salomon Zehngut

[13:47]   also   in einem Tag   ah d- dorten auch die Eltern haben gesagt »du musst lernen« haben die geschnappt dorten eine gefunden eine äh eine Frau die hat gewohnt nicht weit von uns   äh im zweiten Haus um die Ecke   und die hat mich ge-   äh die hat mich

[13:55] angefangen zu lernen Buchhalter führen das heißt äh   f-   Buchhalter eihm ähm   Sie wissen was das ist ?   ihr Nachbar   ist der   äh Richter   in denselben Haus   Beisky   hier war Beisky war der Haupt äh einer von den in Haupt äh

Liuba Zehngut

[14:17] beit ha mishpat

Shlomo Salomon Zehngut

[14:20] in Haupt- äh   nu äh   judical

Liuba Zehngut

[14:23] court

Shlomo Salomon Zehngut

[14:25] er lebt noch hier   ich hab ihn getroffen   er hat gelebt neben mir   und ich hab dorten   äh ich glaube zweimal in der Woche habe ich gelernt die Buchhaltung führen und den Rest habe   wir nicht gehabt was zu tun  

[14:42] okay a scheynen   hellen Tag ähm   hm   hört

[14:49] ma schreien draußen   »junge Leute raus junge Leute raus« das war ein Dorf nicht klein der war ein bissl   ein bissl   ich weiß nicht wie ein Dorf   Jude- äh junge Leute bis zwanzig Jahre glaub ich hats da »raus raus«   nu   ich hab damals gehabt ungefähr

[15:09] fuffzehn Jahre   ich war da immer neugierig   hab ich geöffnet den Tor das Tor von de   von dem Haus zu sehen   und da hat mich gesehn   da waren nicht kei- die warn de schwarze mundurn die waren keine SS-Männer   die waren   Arbeitsamter aber die auch gehabt solche

[15:29] mundurn so wie die SS   genau die schwarze mundurn von weit hats ausgesehen so wie die SS aber damals glaub ich war noch nicht die SS mit die schwarze mundurn   in zwei- in   42 so glaub ich   und er hat mich gesehen und schreit »komm her komm her« ich bin gelaufen  

[15:49] unt- unser Haus dort unterlaufen   ich bin rauf   auf ein Berg von Stroh   und er hat mich gefunden   [lacht] hat mich geschnappt so   also hat mich genommen   sofort sind wir reingegangen in äh arrestiert   in äh   ein Zi- es war dorten ein Zimmer   von die Polizei

[16:13] dort wo hat   arrestierte Leute   und die haben zusammen gesammelt ungefähr zwei zwo- zwanzig Leute oder was   ich weiß nicht wieso die haben gemacht eine Kombination mit den Judenrat dass die werden uns befreien   und wir werden sich zustellen nächsten Tag

[16:35] aber die werden uns geben einen Brief dass wir äh   kommen befrei- freiwillig   äh eine   das war nicht wert aber   nicht dass m- hat man sie geschnappt aber wir hat man sich freiwillig gemeldet   die die der Deutsche wird uns geben das okay   wir sind zurück

[16:57] nach Hause gegangen genommen   in diese Zeit waren wir noch normale Kleidung   wir ham genommen was man könnt pack- Kleidung und   eine   wo zu schlafen auf auf was zu schlafen und so weiter   und wir sind gefahren   in Lager Julag I   Julag I war wo das war der

[17:20] Julag II   in Kraków auf die selbe Birgen auf von der linke Seite Julag II der Hauptlager von Plaszów   der s- der s- wurde geöffnet   ungefähr 43   der war von der rechte Seite sie warn   Sie haben gehört auf Plaszów Kraków nein ?

Daniel Baranowski

[17:38] [sehr leise:] doch

Shlomo Salomon Zehngut

[17:41] ja ?   ah Julag I   war ein kleines Lager nicht groß   und dorten war äh   war der der   der Am-   der Amon nu   der Gö-   dorten war   ich weiß nicht ob er war Sturmbannführer oder mashu Müller hat er geheißen

Daniel Baranowski

[18:01] Müller ?

Shlomo Salomon Zehngut

[18:03] Müller

Daniel Baranowski

[18:05] mhm

Shlomo Salomon Zehngut

[18:07] und dorten ham wir gearbeit   in Siemens Bauunion   wir sind jeden Tag gegangen zu Fuß ungefähr halbe Stunde dreiviertel Stunde   die haben gebaut eine neue Linie nach Russland   eine neue Sch- Bahnlinie nach Russland   und wir haben jeden Tag dorten gearbeitet

[18:25] wir sind gegangen   früh Morgen gekommen nach- äh abends   damals haben wir nicht gearbeitet bei Nacht nur bei Tag   unsere äh   die Polizei was die Polizisten was haben auf uns geauf- äh   was waren äh   die haben auf uns gea- äh   die waren dorten Ukrainer  

[18:46] in Lager de waren die Deutschen   einige Deutschen nicht viele vier fünf oder sechs aber die Wachmänner war Ukrainer   und waren schrecklich die das war   speziell war dorten meine (Lalka) ein schöner Bursch wo hat äh er gehat eine Gelegenheit hat er geschlagen  

[19:07] ohne gegangen geschlagen das war so   also die Arbeit war dorten   auf äh nu die Hauptarbeit   ausladen Waggonen von die Gleisen   das warn dorten die Bahngleise   ausladen diese Arbeit war normal   und äh wir haben auch äh von Zeit zu Zeit Zement in die Magazinen

[19:34] gebracht   diese Arbeiten   also dorten haben wir nicht so weit ge- äh gelitten   nur von die von die von die mehr von die Ukrainer  

[19:48] a scheynen äh hellen Tag kommt der Meister dorten   er war a Mann glaub ich   sechzig 65   eine Nase hat er gehabt wie zwei

[20:02] Juden [lacht; gestikuliert]   äh ein alter Mann immer ruhig nicht speziell   er war von Hamburg   und er ich glaube er hat geheißen (Hermann) aber ich weiß nicht äh   und fragt »wer kann Deutsch ?«   hab ich gesagt »ich kann Deutsch«   sagt er »komm hier

[20:24] in Büro«   komm in Büro hat er mir gegeben   gesagt »so du sollst so   jeden Tag kontrollieren wie viel Leute sind gekommen   und auch arbeiten im Magazin von Zement wenn man zei- zählen do   w- wie viel Zement kommt   äh kommt ran in Magazin«   also diese

[20:44] Zeit hab ich schon   das glaub ich nach ein Monat   ich hab dorten gearbeitet   hab ich angefangen   sag ich Ihnen äh da- das hab ich Ihnen gesagt   dass der äh die deu- die deutsche Sprache hat mir dorten geholfen   die hat mir v- viel mehr nach dem   und äh

[21:03] ich hab dorten gearbeitet   ich glaub ein Monat auch   wenn wir sind gekommen dorten hin hat man uns versprochen   dass jede Familie was schickt ein jemanden zu der Arbeit   die die Eltern und die ganze Familie wird man nicht aussiedeln   die haben so versprochen  

[21:24] wenn jemand schickt jemand zu der Arbeit in Lager die Familie bleibt zuhause man wird sie nicht evakuieren   in diesen Lager waren einige Leute nicht einige aber Leute von andere Dörfer rundrum wo wir haben gewohnt   nach ein Zeit sind wir erfahren   dass in

[21:43] andere Dörfer hat man angefangen zu evaka- evakuieren die Eltern ham wir gesehen dass was man hat versprochen   dass d- die ganze Krieg das war versprochen   aber hat man nicht ge- äh   gar nicht   äh äh nu   okay die haben das nicht gehalten   ham angefangen

[22:08] zu evakuieren andere Leute von andere Dörfer  

[22:11] in diese Zeit haben wir bestätigt dass wir tu- ti- tun einreis- ausreißen von Lager wir werden rauskommen   ich hab gearbeitet in Büro hab ich ausgestellt ein Brief   dass wir ich zwölf Leute   was   ich war  

[22:31] sie wollen ausreißen   ich glaube dass wir waren nicht mehr aber waren noch einige   die waren ausreißen aber wa- nicht zurückkommen   nicht gehen mit uns   die sagen wir werden sich nicht organisieren wir werden weglaufen und äh durch die Dörfer weglaufen  

[22:50] also ich hab ausgestellt einen Brief von zwölf Namen   von die Bauun- von äh Siemens Bauunion dass wir fahren nach Hause   und äh   wir gehen bringen Wäsche für die für de- äh Häftlinge   und das war wirklich sehr komisch   wie ich hab mich angestellt in

[23:12] der Reihe   drei Personen ein in jede Reihe   und äh wir sind beim beim Tor war immer zwei Ukrainer   aber dorten war etwas ein Jude der hat mit diese gehabt Kombination   älterer Jude der war schon glaub ich 35 vierzig weiß nich der hat immer gesprochen mit

[23:32] ihnen hab ich ihm gesagt »weißt du was   wir geben dir Geld nehm die   nehm die zwei Ukrainer   tu sie bestellen in die beyt in a Kaffeehaus Restaurant gegenüber   geh mit die essen wenn wir haben die Speisezeit zwölf Uhr   äh Mittagszeit   nehm der zu Essen

[23:54] und in diese Zeit in diese Zeit   werden wir rausgehen von Tor«   wieso was sagt er   »schau mal   wir prob-«   was wir haben gemacht solln Sie wissen   wir waren nicht verantwortlich was wir machen   wenn man uns packt uns hängt man uns auf   man hat schon einmal

[24:13] aufgehangen im Lager fünf Personen aber die waren nicht von uns   die warn hat man gesagt die warn von die   von die Partisano   hat man gebracht dort fünfe dort war ein Bahn- Bahngleise beim Lager wo wir haben gewohnt   einmal sind gekommen äh von der Arbeit

[24:31] äh hat man aufgehangen dort fünf oder sieben   die Leute von Partisano   also   wir haben so getun   die haben gewusst dass ich arbeite im Büro die Ukrainer   die haben d- das äh   die haben mich gesehen   wir haben geschickt jemanden   in Restaurant zu gehen

[24:55] essen mit die Ukrainer und ich hab genommen das Papier   mit die zwölf Leute   wir sind gegangen eins zwei eins zwei eins   in der Reihe   [lacht] und ich hab so gezeigt die von d- Wand beim Fenster dorten   in der Restaurant   das war ungefähr ein   zehn Meter

[25:16] Restaurant und ich hab ihm gezeigt die Papier dass wir gehn   er hat nicht verstanden er hat gewusst dass ich arbe- arbeite bei Zement und do mit Leute m-   hat er verstanden dass ich äh ge-   sollte arbeite   ein äh ein Außerarbeit nicht in Lager   das man

[25:34] mich geschickt äh   der hat gar nicht gesagt   wir sind gegangen   nicht weit von uns war ein kleiner Zug-   -bahn von d- Kraków warn kleine Züge rundrum schmale   solche schmale Züge   die sind so langsam gefahren langsam langsam   wir sind gekommen genau wenn

[25:55] der Zug kam kommt   wir laufen schnell aufn Zug denn ich hab gewusst dass aufn Bahnhof wenn man kommt   lasst man ihnen nicht fahren   hast ein Pass kannst gehen   aber nicht fahren das was ich ihm hab gezeigt bevor   und wir sind schnell gelau- die Züge waren

[26:13] bevollt   mit Massen   also wir sind alle gelaufen auf die Dächer   von Bahnen   das normal war das damals   alle alle Bahnen sind gefahren mit äh auf die Dächer   und wir sind alle zwölf gefahren   wir haben beschlossen ein Dorf bevor wir kommen   nach Hause  

[26:39] dorten k- konnt man nicht kontrollieren   niemand kann raufkommen kontrollieren   unmöglich auf die Treppen auf alles war besetzt auf die Fenster alles   haben wir beschlossen ein Dorf   vor n- wo von den Dorf wo wir wohnen von Dzialoszyce wir werden gehen zu

[26:56] Fuß denn wir haben Angst gehabt vielleicht warten uns ab dort in Dzialoszyce   und wir hatten einen geschickt   dort nach Dzialoszyce   »sag dass wir kommen aber niemand soll uns abwarten« denn wir haben Angst gehabt dass wissen   nur hat ers gehabt   genau

[27:15] verkehrt   wir sind gekommen haben dort uns abgewartet vielleicht 600 700 Leute Eltern   und Leute von den Dorf   Ecke von Dorf wenn wir kommen hin   die haben äh   abgewartet und s-   sie habens nicht können einhalten und haben gewartet   also wir sind gekommen

[27:39] nach Hause   wir haben sich sofort beste- äh versteckt in anderen Familien   geschlafen in anderen Familien haben immer Angst gehabt vielleicht wird uns suchen aber die haben uns nicht gesucht   nach vier fünf Tage haben wir gesehen die suchen uns nicht   ham

[27:53] wir sind zurück nach Hause gegangen   und wir haben war glaube ich noch ein Monat oder zwei Monate od-   ham wir gelebt zuhause   und die haben nicht gesucht   die haben gewusst sie werden uns finden sowieso später  

[28:08] und das war   ungefähr Anfang neunten Jahr

[28:18] neun- September   42 glaube ich ja ?   ja   hat man uns   immer wenn es war ein Aktion   haben die polnische Bauern gewusst   warum ? die haben   mobilisiert alle   alle   äh   äh   die äh   nu   [lacht] d- die die äh Wagen mit die   Pferde   ich kenn es genau   hab

[28:53] es vergessen [lacht]

Daniel Baranowski

[28:55] [gleichzeitig:] Kutschen

Shlomo Salomon Zehngut

[28:57] die ham Pferde mit die Wa- Wagen   zu zu äh   zu führen die alte Leute zu den Bahn   die haben immer das gebracht die haben orga- äh   ein Tag bevor drei zwei Tage ein äh   informiert die Bauern sie sollen sein vorbereitet   dass wir   man brauchts in den und

[29:16] den Tag und wir haben schon gewusst das ist ein Aussiedlung   ich hab mich vorgebereitet auf Papieren zurück zu fahren   aber ich konnte nicht weg von dem Lager   hab ich gehabt einen Bekannten in ein anderen Lager das war ein freier Lager   dort hat wahrscheinlich

[29:32] das war eine   Privatfirma die hat gearbeitet in Kostrze das so hats geheißen Kostrze so heißt das   dorten waren alte Baracke   äh nicht Baracke das waren tiefe Beton von äh   sch- von die Erste Weltkrieg von die polnische Soldaten   dorten haben gelebt dorten  

[29:52] die haben dorten gearbeitet   melo- äh melioracja das heißt Wasser führen wir haben äh ge-   äh g- b-   gegraben   die die äh den Boden und die haben dass man hat können das Wasser durchführen   wir haben dorten kein äh nicht gehabt äh   jemand sollt auf

[30:13] uns   be- äh   beaufsichtigen sonst   das war ohne ohne zu ohne Polizei ohne Ukrainer und so weiter und so weiter   wir haben gelebt dorten frei in Lager   wir haben ge- gelebt in die äh in die Ba- in die Untergrund Bara- äh   nu äh   Militärba- äh   äh be-

[30:38] Militär wo hat gewohnt   dann ham wir gehabt sehr viel   äh nu äh   eich omrim [lacht]

Rafi Nets-Zehngut

[30:49] ma ?

Shlomo Salomon Zehngut

[30:51] äh   nu ha zehu ha   [lacht; murmelt:] (tembelim)

Rafi Nets-Zehngut

[30:54] (__)

Shlomo Salomon Zehngut

[30:56] kol miney charakim shama nu

Rafi Nets-Zehngut

[31:00] ve aba ze meod chashuv takshiv   al tistakel elav tistakel el ha matzlema

Shlomo Salomon Zehngut

[31:06] ken

Rafi Nets-Zehngut

[31:08] rak el ha matzlema lo elav tizkor ze meod chashuv   all kinds of insects   rak el ha matzlema

Shlomo Salomon Zehngut

[31:13] das war immer frei   zwanzig Jahre war frei und dorten war Schmutz und so weiter weil   also dorten ham wir gelebt   und äh sind sie dorten hab ich die Papiere gebracht genommen sind gekommen dorthin   und wir haben ge- wir waren im Lager   ich hab beschlossen  

[31:33] ah hier zu schauen [lächelt; dreht sich zur Kamera] sonst werden sich beleidigen [lacht]  

[31:39] ah die   wir haben dorten ich hab gearbeitet vielleicht ein Monat oder mehr   und   wir haben beschlossen das hat ist kein Zweck dorten zu arbeiten   dass wir werden

[31:57] zurü- zurücklaufen in Ghetto in Kraków   also man hat organisiert   wir sind gelaufen in Ghetto in Kraków zurück   die Eltern   nicht wir die die Häftlinge   die Eltern ich hab vorbereitet Papieren   zurückzufa- für die Eltern   dass   na die wollen nicht

[32:21] fahren mit mir   wir sind gefahren neun Uhr   und die ham gewollt fahren mit dem Zug von zwei Uhr   und wir haben abgewart die sollen kommen   äh in diesen Tag war die Aktion man hat abgeschlossen die Stadt   und die haben verspätigt ungefähr die wollen nicht

[32:39] fahren mit uns denn die waren jung   und die haben gesagt wenn die uns sehn da wir in mitm Stern   die werden uns Stern die Deutschen können das sehen das ist nicht normal   und die sind durch die zwei drei Stunden sind sie nicht gerettet geworden   ich weiß

[32:55] nicht war kann sein später aber in diese Zeit die haben gehabt dieselbe Papiere was ich   ob nun der Vater ist viel älter aber   haben probiert ham kein Glück gehabt   und   ich hab d- eine   war damals alt 42 sechzig ja   hab ich dorten besticht einen Privatchauffeur

[33:18] deutscher Privatchauffeur   ich hab gegeben was Gold ich hab gesagt »nehmen das Auto« oder der Wagen war so wie so wie diese- äh dieses Zimmer damals die haben noch gehabt die Wagen was man hat äh   mit Kohln ge-   nicht Benzin gemixt nur mit Kohln diese

[33:43] Zeit diese Zeit war in Deutschland   war ein äh Kohle äh   nu äh tanur Ofen äh ein Ofen vom von Kohle und wir wir mit den sind gefahren die großen Wagen und er ist mit dem größeren mit ein großen Auto mit mir gefahren   wir sind gekommen bei Nacht  

[34:07] und die äh die Dzialoszyce hat umgeringt mit Projektor   abgeschlossen man kann es sehen   das (_ ist schon shama) damals hat man genommen die E-   die Eltern nachdem war sind wir erfahren dass man hat sie mit die Schwester mit alle damals hat man sie genommen

[34:28] nach Belżec   von damals alles war schon abgeschnitten   gar nich  

[34:35] ich bin zurückgefahren den Lager Kostrze und nach einige Tage hab ich beschlossen weil ich hab gehabt Familie in Kraków   hab ich beschlossen dass ich werde   hab ich   s- immer war ein Kontakt

[34:52] jemand hat gefahren geschwindelt und so   hab ich äh ge-   gefragt ob ich kann hineinkommen das war doch umgezäunt der Ghetto   also die haben gefunden einen Weg jemanden   mit jemand zu organisieren dass er wird mich lassen reinkommen es waren Gruppen sind

[35:12] rausgegangen zur Arbeit   also ich hab mich eingesch- äh reingeschmuggelt in seine Gruppe und ich bin herein in Ghetto   und dann bin ich hab ich gearbeitet wie war ich in Ghetto   ich hab gewohnt in äh   zusammen mit meine Onkels mit die mit die   äh   Ommama

[35:33] und äh   mit mit den Cousin das wir warn zusammen später   und äh   eine Zeit hab ich gearbeitet verschiedene solche Arbeiten waren Flugplatz und so weiter   und eine Zeit hab ich gearbeitet in SS-Gärtnerei   das war eine   das war eine   äh ungefähr   mitn

[35:54] Fuß gehen so ungefähr   ich glaube halbe Stu- dreiviertel Stunde ich glaube das warn nicht weit dorten war eine Straße (__) in diese Gegend   und dorten hat die hatten gehabt eine Gärtnerei   und wir waren ungefähr fuffzehn Personen und wir sind jeden Tag

[36:12] rausgegangen   wir sind gegangen zu Fuß und der SS-Mann ist gefahren mit ein Fahrrad   hat uns begleitet   bei Tag und bei Nacht und wir haben dorten gearbeitet   dorten war ein SS-Mann Bauern die waren nicht die SS-Mann die   äh   dort war SS-Mann so wie Soldaten

[36:33] d-   die haben gearbeitet wirklich bei   in die Gärtens   die haben gepflanzt dorten Grünzeug und so weiter   es waren Pferde dorten und Stallen dorten wir ham alles dorten gearbeitet   ich glaube   äh ich glaub (_) äh   dorten ham wir auch bekommen Essen   Grünzeug

[36:57] und so weiter wie sowas ist   ungefähr in Ok-   in Oktober   ein Tag bevor   Oktober war eine große Aktion in Kraków   ein Tag bevor hat man uns gesagt bei Nacht   der SS-Mann   man hat uns gesagt »ihr müsst alle gehen nach Hause denn morgen ist eine Aktion«  

[37:22] er hat uns gesagt   und äh   »morgen wird ihr nicht kommen hier zur Arbeit   nach der Aktion werden wir sehen wer es wer es kommt wer es bleibt«   in Moment hab ich beschlossen hab ich gesagt   hab ich ihm gesagt   die waren Leute ganz normal Bauern und so wissen

[37:43] Sie   hab ich gesagt »schau mal   ich hab keine Familie«   dorten waren solche   nicht Gebäuden   aber ich glaub heute sogar macht man von Plastik   ich glaub das war von Glas   solche Zimmern wo man hat äh   wa- man hat gewachsen die Grünzeug und es war vielleicht

[38:05] auch Blumen   hab ich ihm gesagt »schau mal ich hab kein Familie ich hab nicht was von Ghetto ich bleibe hier schlafen   in die   in die Häuser   und äh   wenn das wird schändigen bin ich hier«   er hat angefangen zu fragen ja aber   wir haben beschlossen ich

[38:25] kann dort blei- bleiben schlafen   ich bin dorten geblieben schlafen   und ich glaub nach zwei Tage oder drei ich bin dort geblie- bei Tag hab ich gearbeitet   ich war nur alleine dorten   so hab ich geglaubt   und äh nach einige Tage sind die Leute zurückgekommen

[38:48] aber sind zurückgekommen Hälfte andere hat man ausgesiedelt   trotz sie haben gearbeitet man hat versprochen wer es arbeitet   nich ? junge Leute   hat man ausge-   damals war eine große Evakuierung von äh   eine große Aktion in Kraków   also   dorten hab ich

[39:12] gearbeitet   dann hab ich angefangen zu arbeiten in eine Papi-   in ein Papiergemeinschaft   wir ver-   arbeiten für verschiedene Papierblocken und   äh Hefte und äh   verschiedene Sachen   bis   wir sind   heraus von Ghetto   wir sind auch in in Lager   in Julag

[39:40] II   den Julag echad hat man schon geschlossen   wo die Leute sind weiß ich nicht   aber damals war schon der Julag II   das war der Kraków Plaszów das war der große   der große Lager  

[39:55] interessant ist   wir waren mit der Frau in Amerika   ungefähr vor dreißig

[40:02] Jahre   und es war dorten ein Fest von   Chanukka   Sie wissen was Chanukka ?   hat man verbeten die alle Leute ich hab dort gehabt viele Bekannte von Kraków   ein äh jüdische ein Teil Familie aber mehr ist Bekannte   hat man verbeten eine Synagoge hat alle Leute

[40:26] und man hat gemacht dort ein Fest   das war schon vor dreißig Jahre   das war die Leute die Leute waren schon dorten dreißig Jahre   und wir sitz ich mit der Frau so   und do da sitzt noch ein Paar und wir sitzen so sechs Leute   dem Mann was sitzt hier   sag

[40:48] ich sagt »du heißt   Salomon Zehngut ?« sag ich »ja«   »du kannst mich nicht ?«   »nein« »du erinnerst dich nicht ?« »nein«   »du bist geblieben« er hat auch gearbeitet bei der SS   sagt er mir »du bist geschlafen die SS bei Nacht   wenn das war die

[41:10] große Aktion« sag ich »ja«   »aber du weißt nicht dass ich bin auch geblieben dorten«   das war nach dreißig Jahre   ich hab nicht gewusst dass jemand bleibt lebend ich hab ich hab ich hab nicht gedenkt die Leute leb- die waren doch fremde Leute für

[41:25] mich   und er ist gesitzen wirklich bei mir und sagt mir »ich hab gesehen was du hast getun   da hab ich auch gebeten   man hat mich gelassen schlafen« und das hat war nach dreißig Jahre per Zufall ! si- gesitzen bei mir in do- in äh New York

Daniel Baranowski

[41:41] wissen Sie noch wie der hieß ?

Shlomo Salomon Zehngut

[41:45] bitte ?

Daniel Baranowski

[41:48] wissen Sie noch wie der hieß ?

Shlomo Salomon Zehngut

[41:51] wie der d- ?

Daniel Baranowski

[41:53] wie der Name von dem war ?

Shlomo Salomon Zehngut

[41:55] ich war so dumm   so überrascht   dass ich verges- ich hab vergessen nehmen den Namen   und und die Adresse   und Telefon zu fragen aber das war für mich nicht glauben   da sitzt der   mit die Frau sind gesitzen   die Leute ham getanzt dorten und so weiter es

[42:10] war eine äh   ein Fest war da   tov also

Liuba Zehngut

[42:16] [unterbricht:] ulay tishte kzat maim

Shlomo Salomon Zehngut

[42:19] ulay (hem lo _) bishvil lishtot (li)   lo ulay hem [trinkt]   tov also   dann mussten wir wieder rein in Ghetto   in Ghetto hab ich gea-   äh nicht in Ghetto äh   was sag ich in äh   Plaszów   dorten hab ich gearbeitet normal   in den Papiergemeinschaft   dorten

[42:47] hat man gearbeitet bei Tag und bei Nacht   äh Schichten waren bei Tag bei Nacht   äh   und äh Essen war sehr äh sehr wenig   aber wir haben noch gehabt was von dem Gold von dem bisschen Gold was sind geblieben nicht viel   haben wir noch immer was verkauft

[43:08] getauscht mit Brot und so weiter   und   dorten war der Kommandeur Göth   der bekannte Kommandeur Göth von Polen und Kraków und er hat äh   die Polen haben ihn ge- aufgehangen und so weiter   der war schrecklich der der   der hat ge-   der is ge- ist gestanden

[43:32] bei in auf den Balkon von wo hat er gewohnt eine Villa und hat geschossen so die Leute [gestikuliert]   wer er will hat er zu wem hat gewollt hat er geschossen so   er war so ungefähr zwei Meter oder mehr höher oder mehr so   und ein butcher war er in Deutschland

[43:47] hat sich be- gezeigt   er war in Deutschland eine butcher   bevor er war in die SS   aber   wir haben gearbeitet   normal   hat man dorten auch geschossen Juden gehangen auch aber d- d- die Arbeit gegangen ganz normal  

[44:11] in Ende in August   44   war wieder ein

[44:24]   hat man zusammengerufen zu einem Appell aufm Appellplatz alle Leute   und damals hat man gemacht eine Segregation wer es bleibt und wer es   wer ge-   äh wird geschickt irgendwo   also   tov ich hab Ihnen das ge- äh erzählt dass ich hab dort gehabt einen

[44:48] Cousin   der ist auch geblieben alleine ohne die Eltern wir haben gewohnt zusammen   und bei die große Aktion   hat man die weggenommen   er hat die die Eltern seinen genommen er ist geblieben alleine er war zwei Jahre jünger zwei Jahre jünger von mir   also

[45:04] ich war der ungefähr sehr   ich hab auf ihn me- aufgepasst   und äh   man hat ihm   äh gezeigt dass er geht in die Gruppe was fahrt weg   in dem Moment bin ich gegangen zu gegangen zu dem   ich weiß nicht wer da war der Deutsche was hat das die Leute abgetrennt  

[45:28] und ich hab ihm gesagt dass ich wollte kommen mit ihm zusammen und er hat gesagt »sehr gut« da war evakuieren da waren die immer zufrieden   hat er gesagt einf- hat er gesagt »sehr gut kannst gehen mit ihm« und ich bin gegangen mit die Gruppe was war n-  

[45:45] was fahren weg   und die andere Gruppe ist vorläufig geblieben in Lager   die haben weiter gearbeitet in die selbe Plätze aber viel weniger Leute   aber was sie ham was getun später weiß ich nicht   denn ich war schon nicht dorten   wir sind gefahren   man

[46:11] uns a-   äh raufge- äh -schickt auf äh auf Züge in Waggonen von von   äh nicht von Menschen   [lacht] von äh Viehe   und wir sind gefahren   ich glaube ungefähr zwei Wochen und so weiter   der Weg war immer   äh Leute sind   es war schrecklich   schlafen

[46:42] konnst du nur st- stehendig mehr weniger könnt nicht liegen oder sind so [gestikuliert] gefallen   und die Leute haben dorten gescheißt und so weiter es war schrecklich das ist nicht zu verstehen   eine Sache habe ich getuen ich weiß nicht das war Instinkt  

[46:58] dorten ist gestanden die Leute SS und die haben   immer   geschrien »schnell schnell« und die haben   dass die Leute sollen gehen zu den Waggonen   ich bin gelaufen schnell   und ich hab mich ich hab gedenkt weißt du was   immer ich weiß dass de Waggonen gibts

[47:17] immer   hat man kein Luft   ich werde laufen schnell   und ich werde schnappen ein Fenster   damit ich soll haben Luft   die andere Leute gangen so   und ich bin speziell gelaufen schnell   und ich hab gefind mein Fenster   die kleine Fenster mit die Drahten   und

[47:35] ich habn gehalten so   bis es hat sich gevollt der Waggon   und bei den Fenster bin ich geblieben bisn letzte bis den letzten Tag   und das hat mir gegeben denn die Leute warn dorten erstickt   die waren d-   nicht vorzustellen das war zwei Wochen in in   man hat

[47:53] glaub ich einmal aufgemacht oder zweimal   sauber machen nicht saubermachen rausschmeißen die die die Schmutz   dort warn auch eine Episod   ein Bekannter von mir   er ist gekommen in Wagen   er ist gestorben jetzt   der hat geheißen David Twe-   er ist bekannt

[48:19] in Tel Aviv in   Kraków war er bekannt   äh sein Name war David Twersky er ist jetzt gestorben vor einige   er war schon alt älter von mir viel   er ist gestorben er ist jetzt ich glaube über neunzig Jahre in Amerika   die Kinder sind in Amerika die Tochter

[48:37] ist dorten   äh haya lo rak bat ?

Liuba Zehngut

[48:41] ve ben

Shlomo Salomon Zehngut

[48:47] äh ?

Liuba Zehngut

[48:49] ben

Shlomo Salomon Zehngut

[48:51] ah   d- der der Sohn und der und die Tochter sind in Amerika er ist gestorben vor einige Jahre   und wenn er ist reingangen hereingekommen in Wagen hab ich ihm gesagt sein Name war David sag ich »David komm her   ich hab hier ein Fenster   wir bleiben beim Fenster«  

[49:03] und wir sind geblieben beim Fenster so die ganze Fahrt [gestikuliert] in was verschiedene Szenen kommt vor   auf einen Platz   ich glaub das war auf die Grenze nach den Krieg hab ich erfahren aber das hab ich nicht gewusst   auf der Grenze ist äh   der   der Zug

[49:24] ge- äh stehengeblieben   und da haben hereingesch- hereingegeben Wasser in der Lokomotive in der alte Zeiten hat man Wasser ge- äh geschickt Wasser eingeflossen in Lokomotiv   und dorten wa- war ich   ich hab nicht gewusst wer das ist ein Mann und der David

[49:44] hat ihn gerufen dort am Fenster und sagt »schau mal nimm meine Uhr   und bring was zu essen« der Mann   das war ein Deutscher und der Mann weiß ich nicht er zurückkommt   er hat genommen die Uhr weg   und wir haben gesagt der David war er sein Freund sagt

[50:06] »wird er kommen zurück wird er nicht kommen auch ich hab probiert« nach vielleicht eine Stunde der Mann kommt   und bringt äh viel   Birnen   wir nehmen   ich weiß nicht wo das waren die Deutschen oder was   wir nehmen viel die Birnen   und le- legen alles

[50:27] was g- hier [deutet unter sein Hemd] da reingestuppt hier in die Hosen   wir haben gehabt Birnen   aber wenn man isst viel Birnen da hat man gehabt scheißen [lacht] ham wir g- [lacht] ham wir gegessen einige Birnen   und es kommt mehr das geht nicht   auch per

[50:49] Zufall   ich hab besucht in Amerika einige Mal nach dem Krieg   ich war immer bei den Freunden vielleicht vor zwanzig Jahre   sagt er mir »Shlomo du gedenkst dass du hast gehalten das Fenster und ich bin gekommen und ich hab gege-«   ich hab nicht gewusst was

[51:09] er gebt ihm er hat mir erzählt erst vor zwanzig Jahre ich hab nicht gewusst ob er gibt ihm Geld oder was also »ich hab ihm geben meine Uhr er hat gebracht die Birnen ?« so »ich gedenke aber du gedenkst auch ?« sagt er »ja«   sie ham das so wir waren zuhause

[51:23] da bei ihm   tov   äh   ungefähr   ma ha sha’a kvar ? [guckt auf die Uhr] ah   yesh zman also wir äh   dorten haben gewartet noch  

[51:40] nach zwei Wochen sind gekommen nach äh   Mauthausen   die erste Tage   nu tov man hat gemacht dorten   Duschen   man hat gesucht

[51:56] äh überall ob man hat verschwindelt nicht mit Steine versteckt irgendwo die haben gemacht dorten all so   schrecklich   aber in diese Zeit   die äh wir haben nicht gewusst wo sie   wo einzuteilen die Leute die wir wu- abgeteilt für eine andere   äh andere

[52:16] Plätze   in die Fabrik dorten war die Hermann-Göring-Werke   die haben gemacht die Tanks   und weiter haben sie gemacht Flugzeuge   und so weiter das war in Österreich rundum   die Karpaten dorten nicht Karpaten die   Bergen   äh wie heißt das Berg in äh   die

[52:35] Berge in Österreich ?

Daniel Baranowski

[52:37] die Alpen ?

Shlomo Salomon Zehngut

[52:40] äh ?

Daniel Baranowski

[52:42] die Alpen ?

Liuba Zehngut

[52:44] Alpen   Alpen !

Shlomo Salomon Zehngut

[52:46] Alpen ! ich war dorten für zwölf Monate   [lacht] dann hats verg-   also dorten haben wir   die die erste zwei Wochen glaub   ich nicht genau   haben wir nur gearbeitet in Steinbrucharbeit   das war ich glaube das waren dort ungefähr   hundert oder mehr Treppen  

[53:02] und wir haben genommen Steine raufgetragen   dieselbe Steine !   raufgetragen runtergetragen raufgetragen runtergetragen   das war die Arbeit   viele Leute sind dorten   gestorben viele Leute sind gelaufen   zu den äh   elektrische Drahte dorten waren elektrische  

[53:23] Drahte so rundrum   d- könn sie n- gefallen dorten waren auch ältere Leute   das waren fuffzich Jahre   denn alle hat man geschickt   und nach zwei Jahre   nach zwei Mo- äh zwei Wochen glaub ich vielleicht mehr   das war die wann wie äh genau wenn es hat

[53:51] angefangen die Invasion nicht noch   aber ungefähr wir haben schon jede Nacht gesehen   bei Tag auch   bei Nacht glaub ich Bombardierung   wir haben gehört   die Bombardierung in Deutschland   i- in Polen haben wir nicht gesehn ham wir gehört balayla bei Nacht

[54:11] dass die Amerikaner bombardieren haben wir schon gemeint dass die kommen schon morgen zu uns   aber es hat gedauert a lange Zeit noch   also nach die zwei Woch ungefähr was wir haben gearbeitet   hab ich mich verabgeschickt nach Linz im Innkreis   das war

[54:29] dorten   eine Fabrik   ein äh äh   Gewerkschaften   verschiedene Maschinen   die waren äh   Maschinen zu Bau zu   äh

Liuba Zehngut

[54:45] Bohrmaschinen

Shlomo Salomon Zehngut

[54:48] mh ?

Liuba Zehngut

[54:50] Bohrmaschinen

Shlomo Salomon Zehngut

[54:52] Bohrmaschinen   [lacht] ich mit den Bohrmaschinen   [lacht; zeigt zu seiner Frau] Bohrmaschinen Fräsermaschinen und andere die ham   dorten waren die Arbeiten auf den Tank glaub ich nicht die   vielleicht die ich weiß nicht dorten   mich hat mans zugeteilt zu  

[55:05] zu die Bohrmaschinen  

[55:07] v- aber ich muss sagen ein Sache das war wirklich   ei- ei-   nicht zu glauben   den ersten Tag was wir sind hingekommen   hat man uns gegeben neue mundurn   Hüte   wir haben d- bis damals nicht getragen die mundi- die   passn   in Kraków

[55:35] war das nicht   in Ghetto Kraków   in in Lager Kraków in Plaszów auch nicht   wir sind gegangen n- normale Kleider   hat uns alles gegeben neu   Schuhe von Holz äh nicht normale Holzschuhe   die die Unterseite war Holzschuhe   nur was war interessant dass  

[56:02] die erste Nacht wie dorten geschlafen hat mir   hab ich schon die Schuhe nicht gehabt ich hab nicht gewusst ich war   ich hab alles normal gelegt man hat   dorten hat man gestohlen einer von andern   hab ich keine Schuld gehabt also   hab ich jemand gebeten hat

[56:19] er gehabt zwei neue Schuhe hat er mir gegeben ein Paar Schuhe so können gehen   dort alles gesto- was man hat speziell sind rausgekommen die Alte das warn dorten   die ham schon   die warn sie ham Erfahrung   dass wenns kommt solche Neue ham sie immer die   geschnappt

[56:35] die neue Schuhe neue ()   und   wirklich das ist eine Sache was äh ich kann die nicht verstehen   wenn wir in andern Tag glaub ich war Sonntag   gehn wir zum Mittag   die ham es wahrscheinlich vergessen   dass das Lager hat sich getauscht   in dem Lager sagt

[57:00] man uns hat gewohnt v- äh   einige hundert oder tausend   Fremdenarbeiter   und die Amerikaner haben bombardiert das Lager   und da Leute wurden   die ham all-   ausgereinigt das ganze Lager die Fl- Fl-   die die Arbeiter   die haben getötet alle Arbeiter   und wie

[57:22] in wir sind gekommen auf den Platz von die neue Leut-   von die alte Leute was wurden dorten ermordet   und wir äh   beim Mittag   Essen ham bekommen einen   äh ein   ich glaub es war ein Schüssel ja   ein Schüssel   und äh man hat gegeben Kartoffel das trägt

[57:45] man in den Hut   und alles so äh   das Essen hat man so geteilt   wir bekommen eine Hut   wir bekommen den Hut   wir bekommen den Hut full mit Kartoffel   vielleicht drei Kilo   oder zwei Kilo   ein Stück Wurst   und was noch ?   Pflaumen in Milch   die sind verrückt

[58:12] geworden ? glaub ich   wir sind in äh

Liuba Zehngut

[58:15] Pension

Shlomo Salomon Zehngut

[58:17] äh wir haben nicht geglaubt !   wir kommen hier in ein äh Kurhaus   tov nach zehn Tage hat sich das geändert   die ham erst wahrscheinlich es vergessen   das man hat die andere Leute getötet   und die haben nicht gewusst hier dass sie bekommen neue und die

[58:37] gibt man nicht soviel Essen   gibt man viel weniger   und dort wirklich   hat man do- das Essen war von Anfang hat man noch gegeben zweimal am Tag a Viertel Brot   dann hat man gegeben einmal am Tag   das erste Mal von Anfang hat man gegeben zwei Mal Suppe   die

[58:55] Suppe war nur die Ka- Ka- äh die die Schule von Ka- Kartoffel keine Kartoffel   nur die   die Schule die Schalen   und äh   und dann später ham wir bekommen   a Viertel Brot war groß wie a dritt-   wie ein wie zehn Prozent von den Brot   gemischt mit mit äh

[59:17] mit äh   Sand

Liuba Zehngut

[59:21] [gleichzeitig:] Sand

Shlomo Salomon Zehngut

[59:23] und so weiter  

[59:26] dorten ham wir gearbeitet   zwölf Stunden und zwölf Stunden   zwei bei Tag zwei bei Nacht   äh es kann sein dass dorten bei der Arbeit   ich äh   es war einige SS aber nach einige Tage haben sich geändert die S- getauscht die SS   und sie

[59:51] kommen alte SS   ich glaube die Leute waren sechzig oder 65 oder mehr Jahre   die können   die die können nicht tragen die die   die rifle   die die hit- die was haben auf uns ge- äh geachtet aufgepasst   bei der Arbeit haben wir gearbeit zwölf Stunden   Essen

[1:00:15] war schrecklich das war   Leute sind dorten   wirklich äh   das war sehr (_)   die Leute da sind gestorben also die wurden   die wurden erst sehr fe- sehr dick   und dann sterben se das ist so   so ein äh   Prozedur so   wenn man hat gesehen jemand ist geworden

[1:00:39] dick hat man gewusst dass er   ist noch nicht äh äh er wurde   schlank   verkehrt er wurde dick   äh   tov dorten hab ich per Zufall gehabt   der Meister meiner   weiß nicht von wo der war ein Mann   ein niedriger Mann   er hat a bissl geschickelt er war ein

[1:01:00] Zivilmann   ein Deutscher   und äh er hat nicht viel gesprochen gar nicht komme zu der Arbeit   angefangen   er hat sich nicht gemischt und so weiter er hat gegeben die Ar- gezeigt was ist zu tun   er hat gehat ein Hut ah ein Mütze   immer die Mütze war so

[1:01:24] [deutet auf seinem Kopf eine schräge Mütze an; lacht] gleich fällt   ham wir gelacht aber die anderen was warn gekommen dorten hat man sie immer geteilt immer geschickt auf andere Hallen   die ham gear- gearbeitet unter den Boden   unt- unter die Birge und

[1:01:40] andere Plätze dorten   man hat erzählt dass dorten die die die   dass dorten der   es äh war viel schlimmer wie bei uns   die   das bei uns ist noch gut die haben viel schlimmer   wir haben ich weiß nicht was heißt viel schlimmer dass wir haben bekommen so

[1:02:03] ein Stücken Brot am Tag   wenn sind wir gegangen bei Nacht zu Arbeit dann ham wir geendigt aufm Appellplatz   da hat nicht gewartet zu essen bei Nacht   man hat geendigt gegangen bis morgen um zwölf Uhr gar nicht bekommen   gar nicht   es war eine Pause halbe

[1:02:17] Stunde hat man gar nicht getuen   man hat sich gedreht   Essen war nicht   az äh   hm s-   ja per Zufall hab ich einmal gehabt Glück   ein scheynen Tag   [gestikuliert in Richtung Kamera; nickt; Schnitt] eine Sache ist nur war wirklich   ich glaube das

[1:02:58] war ungefähr schon   Winter   der letzte Winter 44   hab ich gehabt ein Glück das weiß nicht von wo   ich einmal bin ich kommen zu die Nachtschichte   dorten hab ich es waren keine Schläge aber die sind gekommen   oft Kontrolle von die SS und andere   und die  

[1:03:24] ich weiß nicht warum die sind gegangen mit Hunde und ein Hund hat mich [zeigt auf sein Bein]   hier geschnappt abgerissen ein Stückchen   von der Haut   ich weiß nicht warum ich hab ihm gar nichts getun   oder der hat ihn geär- gehetzt dorten   wir au- war

[1:03:44] dorten   der äh   der Haupt von der SS dorten   mit dem hab ich gehabt viele Probleme da- wir haben gar nicht ich hab das alles sauber gemacht jeden Tag mit Papier   wenn man hat kein Papier nicht gefunden hab ich sauber gemacht mit Papier ich war gar nicht  

[1:04:00] wir ham keine Medikamenten gehabt zu saubermachen   wenn Sie gehn aufn   auf den zu zu die   zu die Krankenhaus dorten äh   Krankenstube   da könn Sie bleiben dorten schon   da ist man nicht gegangen dorten   hab ich immer saubergemacht das hat gedauert ungefähr

[1:04:18] -n Monaten dass ich hat es ausgeheilt dorten   es äh   einmal aber wirklich ich bin gekommen zu die Nachtschichte   der der   mich hat man gerufen der Jude von die   hm von de Bohrmaschine denn bei Bohrmaschinen war ich nur alleiner Jude warn sechs Bohrmaschinen

[1:04:40] aber die warn nicht Bohrmaschinen die warn Bohrmaschinen   ungefähr von zwei drei Meter   riesen- die haben gemacht Löcher von zehn fuffzehn Zentimeter   Löchern die die Löcher hat gedauert zu machen fünf sechs Stunden dafür   ein Loch kann vergehen zehn

[1:04:57] Stunden zu machen   langsam ssssssss ihr Auf- ihr Auftrag war nur zu spritzen Wasser auf dem   die ganze Zeit   spritzen Wasser wir ham gemacht Löcher in Tanken   in die Ki- in die in die   kippa von der äh   Kappelle von Tanken   und äh   tov do   es war

[1:05:25] verschiedene solche Sachen dorten wir ham au- die die Schuhe was wir ham gehabt   die hat sich aus- ausgereibt hat man genommen   äh Gummi von äh   von die Gummi von Wasser- äh   von der Wasser- äh (-schlängen)   und man hat äh untergeklappt unter die Schuhe

[1:05:41] damit soll können gehen damit   soll die Schuhe sollen sich ausreiben ganzen   hat mich n paarmal gepackt   au- ich hab gehabt ein Glück   dass ich hab ihm gezeigt »schau mal hier ist viele geschnittene Gummi das wegzuschmeißen«   hab ihm gesagt »du machst

[1:05:59] Sabotage du schneidest speziell die Gummi   die Schlauchgummi für hm   und du machst Sab-« alles Sabotage   alles war Sabotage   hab ich ihm gezeigt »schau mal«   das war auch ein Glück dass wirklich dass ich konnte sprechen aber nicht äh

Liuba Zehngut

[1:06:16] tistakel elav

Shlomo Salomon Zehngut

[1:06:18] dass   wenn Leute hat nicht gesprochen es war sehr schwer   es warn dorten Russen die warn gef- warn Russen Franzosen Polen   was Sie wollen das Lager war full   verschiedene Leute   aber in der in diese Nacht wie kommt schon Nachtschicht kommt der   Meister sagt

[1:06:35] »schau mal ich hab bekommen ein Befehl«   von   von die hoche Fenster   hat mir guck- äh be- gebracht solche Stangen von ungefähr   zweieinhalb Meter   zwei Zentimeter dick   lang   diese Maschine   die die so   die ist so nicht stabil   das war riesen Maschine

[1:07:06] das war   ich sage Ihnen [gestikuliert] so von dorten bis da war nur da war   und hier kommt der Bohrer wissen Sie   das war ist nicht für Maschin normal nicht Handmaschine   sagt er   die Halle wo man macht die Löcher jede ist ungefähr zwanzig in jeden jeden

[1:07:23] dorten war in jeden Stange war dort ungefähr   ungefähr dreißig Löcher und ich hab dorten gehabt zu machen sechzig solche sagt er   ma- man hats ja bombardiert die Halle wo es warn die Bohrmaschine die normale   und ich hab bekommen ein Befehl ich muss

[1:07:44] das machen   und er zeigt mir wie zu machen   und so wie er zeigt mir jeden Moment bricht sich ein Bohrer   springt   d- die Maschine ging nicht   er zeigt zwei drei vier   sagt er »schau mal   ich kann nicht probier«   ich war kein Maschinier ich bin dort nicht

[1:08:05] gekommen   ich bin ein Mechaniker woher war ich Mechaniker woher hab ich gehabt ? ich hab zugeta- -schaut wo ich hab gearbeitet in Papiergewerkschaft   wenn ich hab gebraucht hab ich zugemacht eine Schraube wumm aber alle waren dorten äh   Mechaniker der   die

[1:08:21] waren (wie alle) viel Mechaniker waren überhaupt nicht   aber ich hab gehabt a Glück dass man hat mich geschickt wirklich zu die Bohrmaschinen das war nicht das äh   das war nicht keine schwere Arbeit dass der Bohrer arbeitet und du spritzt was   aber dieser

[1:08:37] Freund sagte »probier«   sag ich äh einmal »probieren werd ich aber du musst gehen in Magazin   sagen die geben mir frei Bohren«   die Bohrer für   die kleinen Bohrn die Bohrn wars   ungefähr   drei Millimeter   solche   so   solln mir geben frei aber

[1:09:05] soll solln nicht sagen dass ich mach Sabotage   denn wenn Magaziner wird mich fragen »was du bist verrückt   du hast zehn zwanzig Bohren man tauscht ein Bohr   in einige Tage oder in ein Tag oder   ich kann brechen soviel Bohrn was kannst du«   sagt er »schau

[1:09:22] mal   ich hab es erklärt   aber probier«   al- ich hab gehabt Geduld ich hab nicht gehabt was zu tun zwölf Stunden Nacht war sehr (schwül)   das hat mich verrückt gemacht dass ich die ganze Zeit hab ich mich gedreht mit dem Wasserschießen   hab ich verlegt

[1:09:39] auf den   und ich hab angefangen zu arbeiten   und ich hab geendigt all die Bohren   alle Schienen   mit zwei Bohren hab ich gebrochen   in früh Morgen seh ich der Meister lauft schnell von die Türen   zu mir   schnell   und sagt »hast das gemacht ?«   sag ich »da

[1:10:04] so« [fasst sich an den Kopf]  

[1:10:09] er hat wahrscheinlich das war wirklich von jemand   was hat bekommen ein Befehl das zu machen   schnell zu machen die haben nicht gehabt die die wo zu machen die die Löcher   das erste Mal hab ich mit ihm gesprochen denn äh

[1:10:25] er hat die ganze Zeit nicht viel gesprochen hm Arbeit Arbeit   fragt er mich »du bekommst Zigaretten ?«   Zigaretten waren wie Geld in im Lager   wer es hat geraucht   hat er verkauft ein Viertel Brot für ein Paket Zigaretten die waren verrückt die Leute   heute

[1:10:41] rauche ich viel aber damals überhaupt nicht   hab ich nicht ange- ich hab nicht gewusst was Zigaretten   sag ich »ich bekomm nicht n- Zigaretten   w- niemand hat mir gesagt«   az sagt er »okay   nächste Woche wirst du bekommen« dann hat man jede zwei Wochen  

[1:10:58] hab ich bekommen jede   bis Ende Krieg jede zwei Wochen sechzig Zigaretten   Sie wissen was ist sechzig Zigaretten ?   sechzig Zigaretten   in die erste Tage wenn es ist noch nach Zigaretten   bekommen Sie ein   äh f- für ein Paket für äh   vier Zigaretten ein

[1:11:18] Viertel Brot   aber wenn es fehlen schon Zigaretten   bekommen Sie ein ganzes Brot für ein Paket Zigaretten   das war immer wie soll ich s- sagen Bazar   und wir ham dorten gemacht und die Zigaretten haben mir geholfen wirklich durchzugehen die Zeit von ungefähr

[1:11:36] ich weiß n- ungefähr Dezember   bis Mai wo ich hab mich befreit   aber d- die ganze Zeit w- weil ich hab nicht gewusst dass man bekommt das überhaupt  

[1:11:47] tov   äh nach der Befreiung   äh so   ich werde mich noch zwei Minuten überlegn vielleicht ist noch was

[1:11:59] was ich bin übersprungen   ist wichtig was zu sagen [überlegt]   tov   von die Eltern hab ich mehr nicht gehört   und traurig ist dass   ich hab auch nicht gehabt Bilder denn bei   bei bei fromme Leute tut man nicht viel fotografieren   es war nicht   ich

[1:12:30] hab   bis ungefähr   vor zwanzig Jahr ungefähr   hab ich nicht gehabt kein Bild   nicht von die Sch- die Schwester hab ich bis heute keine   aber von von die Eltern hab ich nach v- vor zwanzig Jahre   wenn ich war in Polen und damals wenn ah   früher sie kommen

[1:12:52] mit der Onkel hat er gezeigt das aber das Bilder waren so so   stellen Sie sich vor Russland zu kommen mit zwei Bilder die waren so   ausgeru- ausgeschmutzt und so weiter   hab ich ge- bek- bekommen erst in Polen   äh   Passportbilder   und das ist alles   aber

[1:13:12] das ist alles fotografiert   nach den Kr-   äh in den Krieg dass die Leute ham sich geändert das war schrecklich   das hab ich nicht bekommen d- s- hm   normal schickt man Bilder zu Familien   bei die fromme Leute   ist nicht so   fromme Leute auch   äh bei die

[1:13:32] fromme Leute dürfen sie nicht haben ein Bild von einem Mann   zuhause auch aufm Türrahmen   Sie wissen davon ?   dass man   sie sagen dass man soll so was nicht so   ham die wirklich nicht gehabt keine Bilder ab- jetzt hab ich ges- geschnappt einige   einzelne

[1:13:51] dass es hat gehabt dorten

Daniel Baranowski

[1:13:53] [unterbricht:] aber Sie haben Bilder von sich ?

Shlomo Salomon Zehngut

[1:13:55] bitte ?

Daniel Baranowski

[1:13:57] Sie haben Bilder von sich ?

Shlomo Salomon Zehngut

[1:13:59] ja für sich hab ich auf jeden

Daniel Baranowski

[1:14:01] wolln Sie die mal zeigen ?

Shlomo Salomon Zehngut

[1:14:04] [gleichzeitig:] aber das ist das ist Bilder was war   nach dem Krieg ungefähr [nimmt zwei Fotos in die Hand und schaut sie an]   ein ungefähr äh ein halbes Jahr nach dem Krieg   [will sie nach links reichen] ah   [dreht sie zur Kamera] da so ? so ?   äh  

[1:14:39] von Lager bin ich raus mit 39 Kilo   rein von   Kraków   von Mat- von Plaszów äh   im Lager nach Mauthausen bin ich ge- rein- wir haben gewogen die Maschinen   hab ich mich gewogen hab ich gehabt damals 72 Kilo   und d- hab ich ich hab ein Bild dorten irgendwo  

[1:15:10] so war ich da [gestikuliert]   da hat man uns gerufen Muselmänn   so hat man gerufen damals [nimmt ein weiteres Foto in die Hand] das ist die Mutter   das hab ich Ihnen gesagt dass der   er hat gesehn den Namen ja   und da hat er gesagt »schau mal das ist die

[1:15:26] die Brücke wo deine Mutter ist gegangen zu der   zu die Schule

Daniel Baranowski

[1:15:30] mhm

Shlomo Salomon Zehngut

[1:15:35] ich hab das abkopiert von ein kleinen Bild   von ein ganz kleinen Bild so   so wie ein Passport   tov   es gibt noch Bilder   aber Bilder was es war hier   das ist nicht wichtig   jetzt sprechen wir weiter was Sie wollen noch hören was war ich hab gemacht hier ?

[1:15:56]

Liuba Zehngut

[1:15:59] nu rega echad

Shlomo Salomon Zehngut

[1:16:02] ma ?

Liuba Zehngut

[1:16:04] eich she ata hit-   hm ?

Shlomo Salomon Zehngut

[1:16:06] ken ken

Liuba Zehngut

[1:16:08] she hishtachrarta ve achalta harbe   ve she äh hitgalgalta

Shlomo Salomon Zehngut

[1:16:10] she shakalti

Liuba Zehngut

[1:16:12] she shakalta aval achalta harbe mi ha   mi ha daysa   ve hitgalgalta mi ha har lemata

Shlomo Salomon Zehngut

[1:16:21] al äh she ani achalti ma ?

Liuba Zehngut

[1:16:26] kshe hishtakalta   achalta harbe mi ha daysa

Shlomo Salomon Zehngut

[1:16:31] ah !  

[1:16:34] wenn ich hab in Tag wenn wir hab ich   also   in Tag wenn ich hab schon   als sich die Krieg beendigt   die selben Tag in Früh nicht beendigt noch wer w- das war man hats ja gewusst dass äh evakuieren man hat   wir haben schon gesehen d- die äh  

[1:16:52] die Kanonen die amerikanische nicht weit   ham sie die SS-Leute uns genommen die ältere SS   genommen   in ein (Barg)

Liuba Zehngut

[1:17:05] [gleichzeitig:] (_)

Shlomo Salomon Zehngut

[1:17:07] riesen (Barg) in äh   in und war dorten äh Raum und die wollten dass wir sollen reingehen dorten   tov die Russen   die waren   sehr viel von die Russen waren auch von die   n- nicht nur Häftlinge sondern warn auch von die Soldaten die von die

[1:17:27] riesen (Barg) in äh   in und war dorten äh Raum und die wollten dass wir sollen reingehen dorten   tov die Russen   die waren   sehr viel von die Russen waren auch von die   n- nicht nur Häftlinge sondern warn auch von die Soldaten die von die

Liuba Zehngut

[1:17:34] prisonnier

Shlomo Salomon Zehngut

[1:17:40] häh ?

Liuba Zehngut

[1:17:42] prisonnier

Shlomo Salomon Zehngut

[1:17:44] prisoner   und die haben gesagt »nein wir gehen« die haben Angst gehabt dass man wollt sie explodieren   und die haben äh auf auf dem (Barg) aufgehangen viele   weiße   was äh Blusen   dass die Amerikaner sollen wissen   [richtet sein Mikrofon] in Ordnung ?

[1:17:51]   ja ?   [nickt] dass man soll wissen dass die Amerikaner nicht sollen bombardieren dorten   also wirklich wir sind nicht   wir sind nicht reingegangen wir sind ge- geblieben draußen   und ungefähr Nachmittag   und bei die Deutschen war das   die haben uns  

[1:18:17] geheißen abge- antreten   geführt mit Kolonnen normal so wie sie gehen zu der Arbeit   und   sie gehen uns   sie gehen uns übergeben   in die amerikesch- in amerik- äh zu amerike äh amerike Behörden   stellen Sie sich vor [zeigt sich an den Kopf]   d- die die

[1:18:44] Leute was haben auf uns   aufgepasst die Deutschen   die gehen uns übergeben   dass sie ge-   übergeben uns   die Amerikaner Behörden das wir haben das nicht verstanden   also wirklich gekommen ein Jeep   von amer- Amerikaner   und die haben genommen die Deutschen  

[1:19:06] und uns haben sie gesagt »Sie sind ihr seid frei   ihr geht wo ihr willt«   wo gehen wir weg ?   wir sind zurückgegangen in Lager   wo haben wir gehabt wohnen und das der die Fabrik war nicht in der Stadt das war bisschen weiter   sie ga- also d- wir sind geblieben

[1:19:25] geblieben dorten   schlafen   und n- nächsten Tag Morgen si-   ham wir angefangen   zu gehen in der Stadt

Liuba Zehngut

[1:19:38] ze haya be Linz

Shlomo Salomon Zehngut

[1:19:40] hm ? ken

Liuba Zehngut

[1:19:42] be Linz

Shlomo Salomon Zehngut

[1:19:44] häh ?

Liuba Zehngut

[1:19:46] be Linz !

Shlomo Salomon Zehngut

[1:19:49] [zu seiner Frau:] be Linz ken   ze haya be Linz kol ha machane haya be Linz   in der Stadt Linz   wir waren Linz   in der Zeit das war ungefähr einige Kilometer von der Stadt   wir sind gegangen in die Stadt dorten bei Linz wo war die Fabriken d- d- d- die Hermann-Göring-Werke

[1:20:01]   aber ma- an dem Tag   was man hat uns rausgenommen von Lager wollte uns übergeben die Amerikaner hat jeder einer bekommen ein Brot   und ein Paket Margarine   nu wir haben geglaubt dass wir werden das haben für den ganzen Tag wir haben das geendigt in fünf

[1:20:21] Minuten   in andern Tag   sind aufgestanden   gegangen zu Fuß   in der Seite war dorten eine Bahn Bahnlinie   auf eine tel auf eine   Birg eine kleine Birg so eine Bahnlinie   und die Mittentag wenn ich geh hab ich bekommen ein   ein Bauch- äh -bruch äh äh äh  

[1:20:53] Sch- Schmerzen äh   Schmerzen ich hab nicht gewusst äh ich hab angefangen zu   ich hab mich geschämt   jedenfalls bin ich herübergegangen die   Bahngleise   und ich bin   geblieben dorten denn ich war ganz schmutzig und so weiter aber jedenfalls ich hab gewusst

[1:21:13] wenn ich bleibe dorten   niemand wird mich sehen   hab ich mich übergedreht   auf die Straße   geblieben so auf die Straße   liegen   und ich hab nicht gewusst was was zu tuen   viele Leute dorten nicht durchgegangen   denn das war außer der Stadt und das war

[1:21:34] der Krieg endigt wer wer lauft wer geht   a plötzlich seh ich ein command car von die Amerikaner   und die nehmen mich rauf und kommen ich weiß nicht ich hab nicht gewusst was plötzlich mit mir   und ich hab mich erweckt war ich in einen italienischen

Liuba Zehngut

[1:21:50] hospital

Shlomo Salomon Zehngut

[1:21:54] Krankenhaus   und ich hab nicht gewusst wie lang ich bleib dorten   und nach einige Tage   äh bin ich äh   bin ich raus von nie   nein das war in amerikanischen Kranken- äh -haus   später war ich in ein italienischen   also   bin ich vorher aber das hab ich bin

[1:22:15] ich war den ersten Tag ich bin ge- geliegen aufn auf die Straße   und ähm   ich hab Angst gehabt dass ich ich ich bin austrocknen (_)   tov   da- dann hab ich tov hab ich gehabt verschiedene Sachen ich   ich hab ich war ich hab spaziert einmal in Linz  

[1:22:41] hab ich getroffen den ein Meister nicht mein Meister ein andern Meister a rumänischer   der hat gearbeitet auf dieselbe Halle aber auf andere Maschine   der war schrecklich der hat geschlagen die Leute alle   nicht nur die Juden alle   er war was   und ich bin

[1:23:02] gangen schon in Ried war schon zwei drei Monaten nachher nach dem   und ich habn gesehen auf der Straße ich hab gesagt ich werde ihn packen   und ich werde ihn mir geben die die Engländer   das kommt von Himmel hat er gehabt Glück   in dem Moment hab ich bekommen  

[1:23:17] Schmerzen hier [zeigt an seinen Rücken]   dass äh äh das heißt äh   ich weiß wie das heißt äh   ich hab die Lungen ham sich äh Entzündung in die Lungen das war Schmerzen   er geht und ich lege mich auf eine Bank   und konnte ihn nicht schnappen [lacht]  

[1:23:38] da hat er gehabt ein   ich seh ihn   der war schrecklich   denn ein Mann der immer jeden was (er machen konnte) was er kann machen   a Rumäne   aber leider wenn ich nehme ihn ich hab schon genommen andere dorten auf die äh   zu die äh   amerikanische Behörden

[1:23:56]   tov   tov eine Zeit bin ich geblieben in   Linz   und auch in

Liuba Zehngut

[1:24:15] Ried

Shlomo Salomon Zehngut

[1:24:18] in Linz und in Ried im Innkreis   wir haben bekommen dorten ein Zimmer fünf Pers- fünf Burschen ein Hotel   von die von die Lager was sind äh die Leute   und wir haben gewohnt dorten und auch in Linz   nach eine Zeit   mein Plan war zu fahren nach Amerika mein

[1:24:42] Cousin ich hab mich getroffen Cousin   mein Cousin dem wir sind   äh beide rausgefahren von   von Mauthausen  

[1:24:49] und äh   ich hab beschlossen zu fahren ich hab be- gehabt die Gelegenheit zu kommen   zu fahren nach Israel   sind wir gefahren   von   Österreich durch

[1:25:08] Italien   von Italien mit eine Schiff   ein Schiff was war dorten   äh ich weiß die war vielleicht für fünfzig Menschen da waren 500 weiß nicht das war schrecklich   warn wir zwei Wochen auf de yam auf dem Meer   es war hei- äh se- Sommer   ob- äh nicht so

[1:25:35] weit Sommer aber es war schrecklich heiß   und ges-   unten können Sie nicht rein   oben war heiß aber kein (balcon-) man ist gelegen auf die Schiff die Leut sind gekommen   gelegt sich oder was gegessen   dorten war schon mehr wenig Essen   und es war ein organisierte

[1:25:53] Schiff von Israel

Liuba Zehngut

[1:25:55] [gleichzeitig:] Joint

Shlomo Salomon Zehngut

[1:25:57] das war nicht keine das war nicht kein englische Schiff das warn unsere Schiffen von Israel ham geschickt unlegale Schiffen zu bringen von Israel   aber Essen war kein Problem nur aber den ganzen Tag ham wir nicht gekönnt sich nicht rühren und äh   sie warn

[1:26:16] die Leute warn sehr schwach da warn alle so   aus   also wir sind gekommen   nach Israel   das war etwas   zwei Schiffe zusammen   d-

Daniel Baranowski

[1:26:34] [unterbricht:] wo ?

Shlomo Salomon Zehngut

[1:26:38] zwei Schiffen eins

Daniel Baranowski

[1:26:40] wo sind Sie angekommen ?

Shlomo Salomon Zehngut

[1:26:42] von Italien nach Haifa

Daniel Baranowski

[1:26:44] Haifa

Shlomo Salomon Zehngut

[1:26:46] normal glaub ich die Schiff- die warn Schiffen in Haifa

Daniel Baranowski

[1:26:48] mhm

Shlomo Salomon Zehngut

[1:26:50] und pitom im Moment bei Nacht wir sehn das Licht von Haifa   und die Leute angefangen zu singen das Bild Sie ham keine Sie das Bild können sich bestimmt nicht vorstellen Haifa hat viel Licht dorten auf die Berge   ah und dann sind gekommen die Leute von

[1:27:06] Israel   die warn von der Hagana von Palmach   und wir ham   der erste ham sie gebracht Sachen was ich hab nicht gegessen äh schon ich glaub keinmal   die die Jogurten die M- die Milchsachen d-   die warn wunderbar man hat sich erkältet also  

[1:27:23] tov wir haben gewartet

[1:27:26] aber trotzdem   nach einem Tag   hat man uns beschlossen ich glaub ein Tag oder zwei Tage dass wir fahrn nach kafrissin   wir warn de erste zwei Schiffen zusammen was wir sind gekommen nach kafrissin

Rafi Nets-Zehngut

[1:27:41] Cyprus

Shlomo Salomon Zehngut

[1:27:43] ah ! äh äh äh   eich ze ani medaber ivrit   [lacht] also wir haben

Liuba Zehngut

[1:27:52] [gleichzeitig:] (__)

Shlomo Salomon Zehngut

[1:27:54] ma ?

Liuba Zehngut

[1:27:56] ha anglim lo natnu lachem lehikanes le israel

Shlomo Salomon Zehngut

[1:27:58] bevakasha ?

Liuba Zehngut

[1:28:00] ha anglim lo natnu lachem lehikanes le israel

Shlomo Salomon Zehngut

[1:28:02] lo

Liuba Zehngut

[1:28:04] nu az tagid et ze

Shlomo Salomon Zehngut

[1:28:06] ah   nu hem jodim mi ze hem makirim et ze

Rafi Nets-Zehngut

[1:28:09] tagid tagid

Liuba Zehngut

[1:28:11] tagid

Shlomo Salomon Zehngut

[1:28:13] dass äh   d- die Engländer lassen uns nicht   äh runtergehen sie haben uns geschickt nach Engl- äh nach äh kafris- nach äh Cyprus   und dorten wir waren angek-   wir ham   gebaut die Lager wir warn die erste was haben gebaut die Lager d- die Baracken nicht

[1:28:28] Baracken   die waren äh   für Stoffe die   i- ist ein Gelächter aber die die   die die die   wie heißt d- es von Stoff

Barbara Kurowska

[1:28:43] Zelt ?

Rafi Nets-Zehngut

[1:28:45] yes yes

Barbara Kurowska

[1:28:47] Zelt

Rafi Nets-Zehngut

[1:28:50] yes

Shlomo Salomon Zehngut

[1:28:52] eich ?

Daniel Baranowski

[1:28:54] ein Zelt !

Shlomo Salomon Zehngut

[1:28:56] help ?

Daniel Baranowski

[1:28:58] Zelt

Liuba Zehngut

[1:29:00] Zelt ohel

Shlomo Salomon Zehngut

[1:29:02] ohel

Liuba Zehngut

[1:29:04] beseder

Rafi Nets-Zehngut

[1:29:06] okay

Shlomo Salomon Zehngut

[1:29:08] die warn von drei von drei   drei Stoffen gemacht   ich denke sich drei Stoffen wer wird das lassen   hat man runtergenommen eins man hat gemacht Hosen von dem   man hat gelassen einen   aber dann war es dorten heiß von dem   mit den drei war es gut   und die Leute

[1:29:13] ham nicht verstanden   hat man genommen einen zweiten man hat gelassen nur einen und hat man gemacht Stoffen Blusen und so weiter   war nicht was zu tun

Liuba Zehngut

[1:29:20] war Stoffen von Parachuten

Shlomo Salomon Zehngut

[1:29:22] äh   tov   von Lager wenn wir schon   sind noch p- dorten verschiedene Sachen äh   was war in den Lager aber   wir gehn weiter vielleicht   da   ich bin gekommen daher   also ich hab gehabt   in der Tasche fünf Dollar   nicht mehr   [lacht] ich hab euch erzählt

[1:29:51] schon   ich hab ich hab bek- äh   gemacht die sch- schöne   äh   äh   Kostüme und Kleider   das war gar nicht für das   speziell gemacht von englischen Stoff   der da- soll   soll sein sehr heiß [lacht]   nicht angerührt gelegt aufn Boden   nach zehn Jahre weggeschmissen

[1:30:17] oder nach fünf Jahre   gar nicht gar nicht  

[1:30:20] aber ich hab gehabt   d- der Rucksack muss ich nehmen   und der Auto war in äh   in Tel Aviv der alte äh   der alte

Liuba Zehngut

[1:30:31] Station

Shlomo Salomon Zehngut

[1:30:33] äh

Liuba Zehngut

[1:30:35] Station

Shlomo Salomon Zehngut

[1:30:38] hm ?

Liuba Zehngut

[1:30:40] Station !

Shlomo Salomon Zehngut

[1:30:42] Station   ani hayom   heute vergess ich hab ich vergessen mehr wie an andere Tage ich weiß nicht warum   von der Autostation war ganz weit und ich hab hier gehabt ein Cousin   der ist gekommen drei Monat früher von Polen   er hat was mitgebracht die Möbel damals

[1:30:56] hat man noch könnt kommen   er ist gekommen mit eine Tochter   was hat war vers- versteckt   bein äh Christen in Kraków   a guter Freund seiner   und die ist geblieben leben   er hat sie gebracht her wir haben sie wir haben sie von Ghetto   die Tochter reingesteckt  

[1:31:25] sie ist weg von Ghetto das war ungefähr   ich glaube   43   wir ham se reingesteckt in ein Rucksack   ei- einge- äh   -gemacht ein Spritze soll schlafen   und sie ist rausgegangen mit die Mutter zu der Arbeit die hat gearbeitet in eine äh   Schneiderei (Madritsch)

[1:31:54] das war dorten so eine   und dorten hat sie abgewartet ein Freund   und er hat sie gehalten bis Ende Krieg   aber dies waren die warn schreck-   er er ist bekannt war in Kraków er ist heute ist gestorben aber er war auch bekannt in Kraków auch nach dem Krieg  

[1:32:13] da wollte ich nicht sagen Namen aber er ist bekannt äh   die Firma ist bekannt heute w-   und   die Tochter nach den Krieg wollte nicht zurückgehen zu die Eltern   es war ein Kampf   einige   Monaten   die hat sich dort ent- erzogen als Christin   und die die hat

[1:32:41] Jahrn   wenn sie ist schon gekommen daher   hat sie Feind gehabt die Eltern   und der war a ein weiterer Cousin meiner wunderbarer Mann er ist bekannt auch   aber er ist gestorben er und die Frau nicht lang   und äh äh   Kraków jeder einer kennt ihn sobald ich

[1:33:08] sage die Namen darum   und äh   er hat hier gewohnt drei Monate hat er gesagt »wenn du kommst her komm kodem erst zu mir«   er hat ghat ein Zimmer   hier ist geboren geworden noch ein Kind ein Sohn   ein Sohn hat er verloren in Ghetto auch   ein kleines Kind  

[1:33:38] und eine Küche   die Küche war   hm   ein bissl größer wie der hall [zeigt in eine Ecke des Zimmers]   ein bissl größer   dorten sind geschlafen vier Leute   ich bin geschlafen in die Küche auf a Klappbett   er ist gegangen zu die Arbeit immer ungefähr sechs

[1:33:57] sieben Uhr in die Früh   muss ich aufstehn zusammenklappen das Bett [lacht]   gehn   tov ich bin auch gegangen bissl dorten äh   gearbeitet   aber das war äh schrecklich weil äh   ich bin gangen schlafen der letzte denn ich bin könn sie nicht nein in die Küche  

[1:34:17] aber die ham gesagt »wie lange du du bist   du bleibst hier bist du bei uns«  

[1:34:24] nach eine Zeit   eine Zeit hab ich gearbeitet   bei ihm in Werkstatt   ich weiß nicht ob war verdient   er er hat mich nicht gebraucht ich ich könnt nicht (gefalln) ich war kein

[1:34:42] Fau- Fachmann   aber nach eine Zeit hab ich ge- bekommen ein Gelegenheit ein Freund hat mich   organisiert dass ich soll gehen (_) schleifen   da hat man uns gewährt die die histadrut hier die   Arbeits- äh -organisation hat geschickt in Kibbuz   in Negev   Sie

[1:35:06] wissen dorten ? der Neveg   zwei Personen   mich und ein Freund   und ein   einer was ist äh   Fachmann von die   Schleifen (_) schleifen   die wolln dass wir solln gehn in ein Kibbuz   der Kibbuz ist   da ist heute ist der grö- der größte Militärplatz äh Militärflugplatz

[1:35:34] in äh   zehu   in   Negev bei Be’er Scheva   Hatzerim heißt das heute   aber damals hats geheißen Kelta   und wir ham dorten bekommen eine hall ein äh   eich omrim hall (_) ? eich omrim (hall) ?   [lacht] auch eine so   von Stoff

Liuba Zehngut

[1:35:59] ah ohel

Shlomo Salomon Zehngut

[1:36:02] eich ?

Liuba Zehngut

[1:36:04] ohel

Daniel Baranowski

[1:36:06] [gleichzeitig:] Zelt

Shlomo Salomon Zehngut

[1:36:08] eich ?

Daniel Baranowski

[1:36:10] ein Zelt

Liuba Zehngut

[1:36:12] Zelt

Daniel Baranowski

[1:36:14] ein Zelt

Shlomo Salomon Zehngut

[1:36:16] Zelt ! [schlägt sich auf die Beine] dass ich hab vergessen Zelt !

Daniel Baranowski

[1:36:18] ja macht ja nichts

Liuba Zehngut

[1:36:20] [gleichzeitig:] tistakel shama

Shlomo Salomon Zehngut

[1:36:23] ich war so lange in Zelten [zu seiner Frau:] ma ?

Liuba Zehngut

[1:36:25] tistakel shama

Shlomo Salomon Zehngut

[1:36:27] [guckt in die Kamera] ich war so lange in Zelten dass hab ich vergessen   [lacht] ham bekommen e- ein Zelt   und wir haben gewohnt   wir beide und der   der was hat gelernt aber der was hat uns gelernt schleifen hat auch gelernt die Leute was wohnen in Kibbuz  

[1:36:33] der wurde geschickt zu lernen zu lernen auch die Leute da so in ein Fach   die Leute ham dorten gar nicht   die ham dorten nicht hm k-   gar nicht gearbeitet die ham nur gearbeitet   die wolln ein Punkt haben nicht weit von Be’er Scheva   militärisch   und äh  

[1:36:53] da hat man uns äh   hat m- d- der Freund hat gehabt ein Lektion dorten hat er gesagt »komm wir fahrn dorten hin wir lernen«   ich hab wirklich gelernt   ich h- hab man hat mir gesagt »du lernst sehr gut«   aber   ich hab nicht gehabt kein Geduld  

[1:37:07] a möglich

[1:37:10] wär noch bleiben aber inzwischen hat ausgebrochen der Krieg   und ich bin gekommen nach Tel Aviv   und äh   und ich äh   ich bin rein in Militär   äh ich hab mich äh   ich äh   und ich hab mich äh   gestellt zum Militär   im Militär   tov äh dann hab ich

[1:37:39] äh   war ich in einige Kämpfen   äh   im Militär   ich war dorten zwei   Jahre mit acht Monat   normal war damals zwei Jahre nur   wenn die nach die zwei Jahre wenn alle ham sich befreit   hat man versprochen wer es will   kann bleiben ein Jahr n- äh   acht

[1:38:06] Monaten und wird man bezahlen für ein Jahr   für mich war das gut   denn ich h- ich hab nicht gewusst was zu tun ich hab auch nicht gewusst was zu arbeiten hier   die haben bezahlt das ganze Jahr und ich hab gearbeitet dorten nur acht Monate   tov nach die acht

[1:38:24] Monate   dann hat schon angefangen mehr wenig   halb normales Leben   ich hab gearbeitet in eine Firma   dorten äh

Liuba Zehngut

[1:38:39] [unterbricht:] lo chashuv

Shlomo Salomon Zehngut

[1:38:41] äh al- äh (_) (Wachsmann)   ze äh da hab ich äh

Liuba Zehngut

[1:38:46] Gebäuden

Shlomo Salomon Zehngut

[1:38:48] ze   die haben Bau-   Baugeschäft  

Daniel Baranowski

[1:38:50] mhm

Shlomo Salomon Zehngut

[1:38:52] dann hab ich gearbeitet aufn Zollamt   und dort hab ich ge- äh gearbeitet in  - in Möbelgeschäft

Daniel Baranowski

[1:39:05] in Tel Aviv ?

Liuba Zehngut

[1:39:08] ja ja   alles in Tel Aviv

Shlomo Salomon Zehngut

[1:39:10] [gleichzeitig:] in Tel alles in Tel Aviv gewohnt ham wir die erste Zeit in Ramat Gan gewohnt in Tel Aviv   dann hab ich auch geheiratet hab ich vergessen [deutet zu seiner Frau; lächelt]

Liuba Zehngut

[1:39:18] [lacht] a little

Shlomo Salomon Zehngut

[1:39:20] und wir haben gewohnt in Tel Aviv ham gehabt ein Zimmer   und die Küche war in Badezimmer   war d- ein   es war drei Zimmer nur ein hat verdingen ein Zimmer   man braucht Geld   dann sind wir gefahrn nach   Ramat Gan ham wir gewohnt   auf ein Birg wo man geht ungefähr

[1:39:38] achtzig neunzig Treppen   und ich bin gefahren jeden Tag mit äh   Fahrrad

Liuba Zehngut

[1:39:46] [gleichzeitig:] bicycle

Shlomo Salomon Zehngut

[1:39:48] viel Geld hat man nicht gehabt   bin ich zweimal am Tag gefahrn Ramat Gan und zurück   in die Hitzen   und mit Paketen denn damals hat man kein Eis ge-   Eis ge- gehabt hat man gekauft normal Eis   hat man gekauft in Eiswagen so eine Zange zu treffen sie ham

[1:40:03] gebracht den d- äh   den Eis nach Hause da war es schon die Hälfte   denn das war dorten nicht   und dann ham wir wirklich schon sind wir schon zurückgekommen   hier   wir ham gedingen eine Zi- eine Wohnung nicht weit von hier   wir ham gedingen eine Wohnung

[1:40:21] ohne   ohne äh   ohne Tieren drinnen Tieren   ham gegangen (_) [lacht]   wir ham genommen von verschiedene Banken ham genommen äh äh   von Banken   Geld   und sie haben kombiniert wie so und sind langsam rausgekommen bis ich hab an- angefangen sich   mehr einzuordnen  

[1:40:48] tov   inzwischen ham wir gehabt zwei Kinder   und äh   eine ist in Amerika und der äh   der hat jetzt a   vielleicht kommt er nach Deutschland denn er hat angegeben dorten eine   in eine äh große Mus- äh   Universität   was die die lernen speziell d- sein Fach

[1:41:09] dorten   und äh jetzt bin ich schon heute   v-   84   und wir hoffen noch   wie lang wird können wird man weiter schleppen [lacht]  

[1:41:27] ein Sach kann ich Ihnen sagen   wir haben   tov das spricht alle Häftlinge   die haben nie geglaubt dass sie werden einmal in Leben  

[1:41:40] können schneiden Brot von ein ganzes Brot alle Häftlinge werden die selbe Sachen erzähln das selbe   das ham Sie schon ge- äh wahrscheinlich schon   Erfahr- äh   Erfahrung   man hat nicht geglaubt dass wird man normale Men- dass wir werden normal essen   man

[1:41:59] hat geglaubt dass wir werden leben diese 84 Jahren ?   das war n- das war nicht normal   wir ham verloren die d-   die Hauptjahre   von   dreizehneinhalb   [zu sich:] tishim ve tesha   sechs Jahre die Hauptjahre   ham wir verlorn aber nicht nur aber nachdem   ha- ha-

[1:42:23] könn wir auch gar nicht tun   wir könn nicht lernen in Deutschland wir könn nicht lernen   irgendwas   das muss dauern Jahrn bis du kannst könn- kennst die kennst die Sprache und so weiter   was du wolltest sein was   das ist nicht das schon komm normal   mit

[1:42:44] die Glück   mit äh   per Zufall was hast du tun   war das gut ist gut wenn nicht   ist nicht gut   das war   Gott sei Dank vorbei jetzt   das was war   langsam wird vergessen das ist normal   wird immer vergesst man   und äh

Liuba Zehngut

[1:43:13] [unterbricht:] aval tamid she atem nifgashim

Shlomo Salomon Zehngut

[1:43:18] ma ?

Liuba Zehngut

[1:43:20] tamid she atem nifgashim gam be amerika ve gam po   tamid atem chozrim al ha sipurim shel (ha ze)

Shlomo Salomon Zehngut

[1:43:24] ah ja wenn   eine Sache war wenn ich war hier   wenn ich hab gelebt hier   wir haben in unsere Gesellschaft   nicht gesprochen auf die   auf die Shoah   warum denn wenn es war do-   es warn einige was sind durchgegangen auf die Shoah so   aber es war einige dass

[1:43:48] so von   wirklich von die ganze Welt   von Deutschland von   äh   Costa Rica von Argentina   vom   zwei von Polen   eine von hier eine   und d-   die kennen die nicht alle sind interessiert aber auch damals der Kopf war   mehr   wie s- du willst dich aufbauen   d- du

[1:44:16] hast gedenkt was zu tun damit du hast können   mehr zu zu k- zu zu erreichen   wir haben angefangen hab ich mit fünf Dollar

Liuba Zehngut

[1:44:25] aval kshe higanu le amerika az shama raita

Shlomo Salomon Zehngut

[1:44:29] [unterbricht:] ma ?

Liuba Zehngut

[1:44:31] kshe higanu le amerika raita she shama hem medabrim rak al ze

Shlomo Salomon Zehngut

[1:44:35] ken das hab ich ihr gesagt wenn dass in Amerika   die Alte die Leute von was kommen vom äh   Shoah   die sind geblieben   zusammen viel dorten   dorten sind sie mehr wie hier   hier hat sich gestreut   aber die halten sich zusammen dorten   ich glaube a- heute vielle-

[1:44:55] die Kinder schon weniger aber   damals in diese Zeit   auch die letzte Zeit   in Amerika die Juden was sind äh verausge- äh

Liuba Zehngut

[1:45:06] [gleichzeitig:] (_)

Shlomo Salomon Zehngut

[1:45:08] durchgegangen die Shoah die   immer   normal treffen sich zusammen   und die sprechen viel von die

Liuba Zehngut

[1:45:14] nur von da

Shlomo Salomon Zehngut

[1:45:16] und hier normal s- weniger   aber in die ältere Jahren   erinnert man sich viel mehr   in die junge Jahren hat man s- hat man gekämpft   wieder zu zu   zu zu äh   zu äh   arbeiten und zu dass können dass können d-   das können vorgehen   man wollte nicht  

[1:45:42] ja   aber   eine Sache ist   wenn man kommt zu die Jahre wo ich bin so   in Wirklichkeit   dass   ich heute   erinnere ich mich viele   ich wirklich erinner ich mich   verschiedene Sachen   aber Jahren ganz   weiß nicht wo sind vorbei   ich weiß nicht wann sind vorbei  

[1:46:16] in diese Jahr war das in diese Jahr war das aber   viele Monaten viele Jahren   sind verschwinden da   es erinnern sich was haben getun in diese Zeit aber ich glaube das ist bei jeden einen   ich weiß nicht ob jemand denkt   alles was hat ihm passiert   er kann

[1:46:36] denken vielleicht einige Punkten was   was hat ihm passiert was warn wichtige Punkten was ist ihm rein im Kopf aber der hat   der hat geändert sein Leben   aber sonst weiß ich nicht   so glaub ich   ja

Daniel Baranowski

[1:46:55] Herr Zehngut   wolln Sie noch was sagen ?

Shlomo Salomon Zehngut

[1:47:00] hm   die Schauer das haben schon bis jetzt Sie sehn mich jetzt   was ich wollte sagen ?   dass   äh   wie lang a Mensch lebt soll er haben Hoffnung   und   da will ein Sach   wir wolln hier leben mit Frieden   ich glaube dass alle wollen das   speziell heute  

[1:47:28] in ein große Haus mit die mit mit die ganze Welt   was sich normal   aber ich glaube dass äh   der Unglück in der Welt ist nicht die Leute und nicht die Länder   Länder   der Unglück is   die   äh   nu eich omrim ha   die Legili- (Legilition)   die sind die Feinde

[1:47:55] eine von andern warum ?   mir hetzen einer den andern die die Anführer hetzen   ich glaube dass die (Ländrich)   können ler- äh leben zusammen   können leben   französische mit deutsche mit die Zeit könns es geht   schwer   aber der Haupt ist die die   Religion  

[1:48:20] das   sind Leute fanatisch   und die werden mehr fanatisch auch bei die Juden   aber nicht so streng wie die wie d-   wie wie diese andern   von denen denen bin ich nicht   ruhig   die Leute wolln die Führer wolln streiten wolln sein stark   und überzeugen die Leute  

[1:48:45] verschiedene versichern sie Sachen verschiedene   von Himmel und so weiter da   ich glaub das war immer so   wir wissen nicht davon   aber es war oft solche Sachen dorten die Historie sieht man solche   Leute was haben   so ge- so   angezogen die Leute die die   die

[1:49:13] sie sich   hoffen wir soll sein viel besser

Daniel Baranowski

[1:49:18] vielen Dank für das Gespräch [Schnitt]

Shlomo Salomon Zehngut

[1:49:22] [zeigt im Folgenden Fotos in die Kamera] es waren ja   Linz Österreich   da ist da ist äh   das ist das Lager   von die Fabrik Hermann-Göring-Werke wo wir waren in Linz im Innkreis   jetzt hab ich noch ein was Sie vielleicht (können) interessant  

[1:49:52] in diese Lager ham wir in letzt- in diese Zeit wenn wir haben besucht nach einige Jahren   haben gearbeitet äh äh   jugoslawische Fe-   Fremdenarbeiter warn ham dorten gewohnt   und die Baracken sind schon s-   ah ich habs abgelegt   d- da ist eine wirklich

[1:50:24] solche   das ist nicht wichtig soweit aber die Baracke wo ich war   [sieht die Fotos durch] da schon [winkt ab; legt die Fotos zur Seite] das ist schon   hab gesehen zwei ist gut

Liuba Zehngut

[1:50:36] aber wir waren dort   be yom ha shichrur

Shlomo Salomon Zehngut

[1:50:39] [hält ein Foto von einer verschneiten Baracke hoch; gleichzeitig:] oh die war   ah das ist die Baracke wo ich hab gelebt   Barack Nummer zwei [lacht]   Nu- äh Nummer fünf   dorten war das Lager   nu dorten war verschiedene solche   Momenten aber

Daniel Baranowski

[1:51:03] mhm

Datum Ort Text
ab 1926 Auschwitz Geburt als zweites Kind einer orthodoxen Familie
1929 - 1936 Auschwitz Besuch des traditionellen Cheder
1936 - 1939 Auschwitz Schüler einer Jeschiwa und der polnischen Volksschule
1939 - 1941 Auschwitz Unterricht bei einem österreichischen Privatlehrer
1941 - 1942 Krakau (Ghetto) Ghettoisierung mit der gesamten Familie
ab 1942 Krakau (Ghetto) Flucht in das Krakauer Ghetto und Zwangsarbeit auf dem Flugplatz und in der Gärtnerei
ab 1942 Działoszyce Flucht mit gefälschten Papieren und Rückkehr zur Familie nach Działoszyce
ab 1942 Działoszyce Ausbildung zum Buchhalter bei einer Privatlehrerin
ab 1942 Julag I Verhaftung und Deportation; Zwangsarbeit bei der Siemens Bauunion
ab 1942 Działoszyce Flucht der Familie aus dem Krakauer Ghetto nach Działoszyce
ab 1942 Krakau-Kostrze (Zwangsarbeitslager) Flucht und Zwangsarbeit (Kanalarbeiten)
ab 1942 Belzec (Vernichtungslager) Deportation der Eltern und der Schwester aus dem Krakauer Ghetto nach Belzec
1944 - 1945 Mauthausen (Konzentrationslager) Zwangsarbeiter in den Hermann-Göring-Werken
ab 1944 Mauthausen (Konzentrationslager) Deportation mit dem Cousin aus dem KZ Plaszow
ab 1945 Ried im Innkreis gemeinsam mit dem Cousin als Displaced Person in Linz und Ried im Innkreis
ab 1945 Mauthausen (Konzentrationslager) Befreiung durch amerikanische Truppen
1948 - 1951 Israel Soldat beim israelischen Militär
Mauthausen Besuch der Gedenkstätte Mauthausen zum Befreiungstag
Israel Heirat und Geburt von Sohn und Tochter
Chazerim Handwerker im Kibbuz
Tel Aviv Unterkunft bei dem Cousin und Gelegenheitsjobs
Haifa Auswanderung über Italien nach Palästina
Zypern Internierung durch die britische Armee
Plaszow (Straflager, Konzentrationslager) Zwangsarbeit in der Papiergemeinschaft
Shlomo Zehngut wurde am 6. Mai 1926 in Auschwitz, Polen, als zweites Kind einer jüdisch-orthodoxen Familie geboren. Schon als Kleinkind begann seine religiöse Erziehung in traditionellen jüdischen Schulen (Cheder und Jeschiwa), die er bis zum Kriegsausbruch im September 1939 besuchte. Während vor allem der Vater eine religiöse Ausbildung wünschte, bestand die Mutter darauf, dass er nachmittags auch eine staatliche, polnische Schule besuchte. Im Elternhaus wurde Jiddisch und Polnisch gesprochen.
Nachdem Shlomo Zehngut nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 nicht mehr zur Schule gehen durfte, wurde er von einem österreichischen Privatlehrer unterrichtet, bei dem er auch Deutsch lernte, bis er mit seiner Familie 1941 in das Krakauer Ghetto ziehen musste. Als sich die Versorgungssituation im Ghetto immer weiter verschlechterte, floh die Familie in das nahe gelegene Dorf Działoszyce in der Hoffnung, auf dem Land dem Hunger entkommen zu können. Auch dort wurde Shlomo Zehngut von einer Privatlehrerin unterrichtet und lernte Buchhaltung.

Im Alter von 15 Jahren wurde er verhaftet und musste im Julag I in Krakau Zwangsarbeit bei Gleisbauarbeiten für die Siemens Bauunion leisten. Durch seine Deutschkenntnisse konnte er eine bessere Position erhalten und hatte so Zutritt zu den Büroräumen der Arbeitsstelle. Dies ermöglichte es ihm, gemeinsam mit elf weiteren Häftlingen mit gefälschten Papieren aus dem Zwangsarbeitslager zu fliehen und nach Działoszyce zurückzukehren, wo er zwei Monate blieb. Vor einer drohenden »Aktion« im September 1942 flüchtete er in das Zwangsarbeitslager Krakau-Kostrze, wo er bei Kanalarbeiten eingesetzt wurde. Nur einen Monat später wurden seine Eltern und seine Schwester aus dem Ghetto Krakau in das Vernichtungslager Belzec deportiert.
Shlomo Zehngut kehrte in das Ghetto Krakau zurück und leistete dort Zwangsarbeit in einer Gärtnerei. Einer weiteren »Aktion« konnte er entkommen, indem er sich mehrere Tage lang im Gewächshaus versteckte. Viele Jahre später erfuhr er, dass ein weiterer Häftling seinem Beispiel folgte und so gerettet wurde.

Wahrscheinlich im Zuge der Auflösung des Ghettos kam er 1943 in das damalige Zwangsarbeitslager Plaszow. Dort arbeitete er in der so genannten Papiergemeinschaft. Im August 1944 wurden er und sein ebenfalls inhaftierter Cousin bei einer Selektion im Konzentrationslager Plaszow getrennt. Um mit seinem Cousin zusammen bleiben zu können, schloss er sich der Gruppe an, die aus dem Lager deportiert wurde. Zusammengepfercht in einem Viehwaggon überstanden die jungen Männer die zwei Wochen dauernde Zugfahrt vor allem deshalb, weil sie sich an ein kleines Fenster klammerten, um atmen zu können.

Ziel der Fahrt war das Konzentrationslager Mauthausen in der Nähe von Linz. In der ersten Nacht wurde Shlomo Zehngut von Mithäftlingen bestohlen, was ihn sehr erschütterte. Er musste in Mauthausen Zwangsarbeit im Steinbruch und an Bohrmaschinen für die Hermann-Göring-Werke leisten. Im Dezember 1944 erhielt er einen schwierigen Sonderauftrag, den er entgegen aller Erwartungen bewältigte. Von nun an bekam er bis zu seiner Befreiung im Mai 1945 alle zwei Wochen sechzig Zigaretten, die es ihm ermöglichten, auf dem lagerinternen Schwarzmarkt zusätzliche Essensrationen zu ersteigern.

Als der Zweite Weltkrieg sich dem Ende näherte, wurde Shlomo Zehngut gemeinsam mit anderen Häftlingen von den deutschen SS-Männern an die Amerikaner übergeben. Nun war er zwar befreit, kehrte aber zum Schlafen in das Konzentrationslager zurück, da es keinen Ort gab, an den er hätte gehen können. Die erste Zeit in Freiheit war von den Jahren der Verfolgung stark beeinflusst. Shlomo Zehngut war geschwächt und konnte die vorschnell verabreichte Nahrung nicht verkraften. Zwei Mal kam er ins Krankenhaus. In Linz und Ried im Innkreis, wo er untergebracht wurde, traf er immer wieder auf ehemalige Peiniger, von denen er einige an die amerikanischen Alliierten ausliefern konnte.

Über Italien wanderte er schließlich auf einem Schiff des American Jewish Joint Distribution Committee (Joint) illegal in das britische Mandatsgebiet Palästina ein. In Haifa angekommen wurden die Passagiere durch die britische Armee festgenommen und als erste Häftlinge auf Zypern interniert. Nach seiner Freilassung lebte Shlomo Zehngut bei seinem Cousin in Tel Aviv und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, bis er die Möglichkeit bekam, als Handwerker in einem Kibbuz in der Nähe von Be'er Scheva zu arbeiten. Beim Ausbruch des Palästinakriegs 1947 kämpfte er als Soldat auf israelischer Seite und diente im Anschluss fast drei Jahre lang in der israelischen Armee.
Nach dem Militärdienst ließ er sich erst in Ramat Gan und später in Tel Aviv nieder. Er übte verschiedene Berufe aus, heiratete seine Frau Liuba und wurde Vater von zwei Kindern.