Shlomo Salomon Zehngut (*06.05.1926, Auschwitz)
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- Signatur
- 01119/sdje/0021
- Institut
- Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Berlin
- Sprache
- deutsch
- Ort und Datum der Aufnahme
- Tel Aviv, den 18. August 2010
- Dauer
- 01:51:07
- Interviewter
- Shlomo Salomon Zehngut
- Interviewer
- Daniel Baranowski , Barbara Kurowska
- Kamera, Licht und Ton
- Uwe Seemann
- Teilnehmer am Gespräch
- Liuba Zehngut , Rafi Nets-Zehngut
- Redaktion
- Teresa Schäfer
- Transkription
- Teresa Schäfer
Durch seine Eltern erfuhr Shlomo Zehngut schon sehr früh in seinem Leben, wie wichtig Bildung und die Fähigkeit zur Anpassung an schwierige Situationen waren. In der Zeit der Verfolgung, die von ständiger, harter Arbeit geprägt war, halfen ihm seine Sprachkenntnisse und der Mut zur Flucht nach vorn. 1926 in Auschwitz geboren, wuchs Shlomo Zehngut in einem jiddisch-polnischen Umfeld mit jüdisch-orthodoxer und weltlicher Schulbildung auf. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und dem Schulverbot 1939 wurde er zwei Jahre später mit der gesamten Familie im Krakauer Ghetto eingesperrt. Erst 15-jährig musste er schwerste Zwangsarbeit verrichten, verlor dabei jedoch nie den Willen, um sein Überleben zu kämpfen. Als er mit 19 Jahren aus dem Konzentrationslager Mauthausen befreit wurde, war er der einzige Überlebende seiner Familie. Er verließ Europa und baute sich in Tel Aviv ein neues Leben auf. Zum Zeitpunkt des Interviews war Shlomo Zehngut 84 Jahre alt.
Vorkontakte
der Kontakt wurde durch Abraham Gafni vermittelt, der zuvor bereits ein Interview für die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas gegeben hat; E-Mails und Briefe wurden vom Sohn Rafi Nets-Zehngut beantwortet; Vorgespräch zwei Tage vor dem Interview
Bedingungen
gut; das Interview findet im Wohnzimmer des Ehepaars Zehngut statt
Gruppensituation
zwei Interviewer, ein Techniker (Uwe Seemann); die Ehefrau Liuba und der Sohn sind anwesend und schalten sich mehrfach in das Gespräch ein
Unterbrechungen
eine Unterbrechung; nach dem Interview zeigt Shlomo Zehngut noch einige Fotografien
Protokoll
Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Berlin
[0:00] wir sind in Tel Aviv Israel 18ter August 2010 sind in der Wohnung von Shlomo und ähm jetzt muss ich auf den Zettel doch gucken Liuba Lili Zehngut ähm beide sind anwesend ebenfalls anwesend ist der Sohn der beiden Rafi Nets-Zehngut ähm wir führen
[0:21] mit Shlomo Zehngut ein Interview für das Projekt »Sprechen trotz allem« der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin ich bin Daniel Baranowski führ das Interview zusammen mit Barbara Kurowska Uwe Seemann ist der Kameramann [Schnitt]
[0:34]
[0:37] mein Namen ist Zehngut Shlomo Salomon vor den Krieg hab ich hab ich mich gerufen nur Salomon wenn ich bin gekommen nach Israel hab ich das umge- um- umgewechselt auf Shlomo Salomon ich wu- ich wurde geboren in Auschwitz in tausendneunhundertsechsundzwanzig
[1:05] nach zwei Jahre sind wir abgereist nach Kraków und von diese Zeit glaube ich ich hab nicht ich erinner nich ich wo wir haben gewohnt von Anfang aber ist möglich auf dieselbe Adresse wir haben gewohnt in Kraków auf die Straße Starowislna 68 bis es
[1:34] hat au- bis die Krieg hat ausgebrochen bis wir sind ge- gega- bi- wir sind gegangen in Ghetto was ich gedenke von die junge Jahren meine Familie war der Vater war äh streng fromm die Mutter ist nicht so weit die war mehr elegant äh die ist gangen
[2:05] auch in batey in Kaffeehäuser der Vater ist äh äh war viel viel frümmer wie die fr- wie die Mutter von Anfang erinnere ich mich dass ich hab nur gelernt in ein Cheder so wie man hat immer gelernt in ein Cheder ich bin gangen mit die dunkle schwarze
[2:33] mundurn mit der äh ich kann das äh sagen
[2:36] (_)
[2:39] und nach eine nach ich weiß nicht wann aber ungefähr äh bei zehn elf Jahre bin ich schon hab ich schon gelernt in ein Jeschiwa dorten hab ich gelernt bis bis ersten September äh neun- 39 wenn die Krieg hat aufgebrochen dann haben wir alle die Haare
[3:05] abgeschnitten damit wir so dass wir sollen nicht so leiden von die Deutschen
[3:13] haben Sie die Feiertage gefeiert ?
[3:18] bitte ?
[3:20] haben Sie die Feiertage gefeiert ?
[3:22] ja auf äh vor den Krieg ? wa der Vater war fromm
[3:25] alle
[3:27] haben wir alle Feiertage gefeiert ich bin auch sehr vie- ich hab gelernt von von morgen früh bis abends in die Jeschiwa nur zwei drei Stunden Nachmittag hab ich gelernt in ein normale Schule äh ich ich allein persönlich hab nicht so gerne gehabt die
[3:53] Jeschiwa ich hab viel mehr sich interessiert mit Mathematik Geographie Historie das hab ich gern gehabt aber der Vater ich erinner mich es waren so bissl Diskussionen mit den Vater und die Mutter der Vater soll wollen dass ich soll mehr lernen in die Jeschiwa
[4:13] und die Mutter hat gesagt »nein du sollst lernen mehr in den« nich starke Diskussionen man hat gesprochen jedenfalls in diese Zeiten das ist wirklich äh wichtig dass wer es lernt in die Jeschiwa der interessiert sich nicht mit die ganze Welt in
[4:38] diese Zeiten ich glaub bis in 13 Jahre 14 Jahre war das ganze Leben hat sich gedreht rund um die Jeschiwa die Leute was dorten lernen was tut sich andere Sachen ganz wenig wir warn so -n bissl abgeschnitten von de Welt ich glau- ich sag als Jugend
[5:00] und welche Sprache haben Sie gesprochen zuhause ?
[5:06] ah wir haben immer gesprochen Jiddisch aber mit die Mutter hab ich gesprochen Polnisch und was ist interessant mit die Mutter das hab ich nicht gewusst vor ungefähr fuffzehn Jahre ist von Russland hergekommen ein Bruder von die Mutter interessant
[5:29] ein Bruder von die Mutter er war älter von ihr er war sehr äh (gr-) Mann und er hat nicht gedenkt seine Schwestern stellen Sie sich vor ich hab gedenkt mehr die Familie wie er seine Schwestern n- wenn er war in Russland er hat den ganzen Krieg gemacht
[5:53] in Russland er war in ein Kolchos dort und ich hab ihm gezeigt ein Bild was ich hab bekommen von ein Familie von Auschwitz der ist auch gekommen von Russland das ist auch ein äh ein Sache ich kann nicht verstehen ich hab bekommen ein Telefon dass ich
[6:14] bin hier komm die in ein Platz dorten komm bekomm ich hab zwei kleine Bilder von die von die Eltern ich bin hingefahrn bei Nacht er ist gekommen mit die Frau dorten in ein kleines Platz nicht weit von d- von Tel Aviv er hat mir gegeben zwei kleine Bilder
[6:39] das war sehr spät wir haben so gesprochen was das ist also ich bin nach äh nach Hause gefahren ich hab ihm versprochen dass ich komme zu ihm nach ein zwei Tage hören a wenig was er hat überlebt nach zwei Tage ist er gestorben ich konnte nicht fragen
[6:58] mehr das Bild hab ich gezeigt dem Onkel was ist gekommen von Russland ein anderer On- der Bruder von dem äh von mein äh von meine Mutter und er hat sich erinnert sagt er mir dorten war das die was ist fotografiert die Leute bei -n Kaffeehaus und er
[7:20] sich »oh das ein Kaffeehaus das auf die Grenze von Deutschland« denn die haben gehabt ein Geschäft die haben gewohnt in Auschwitz aber sie haben gehabt ein Geschäft in ein Dorf bei Deutschland bei de Grenze und da hat der Tag er erzählt mir »deine
[7:37] Mutter hat überhaupt nicht gelernt in eine polnische Schule die ist jeden Tag rü- gegangen über die Brücke und hat gelernt in deutsche Schule« und ich hab nicht verstanden warum meine Mutter schreibt immer deutsch die hat nicht geschrieben polnisch
[7:51] aber ich hab mich damals nicht interessiert was das war was d- geschrieben deutsch und äh der hat mir gezeigt äh erzählt dass ich hab das ge- gehört nach ungefähr vor 15 Jahren auch weniger vielleicht zehn aber das Bild hab ich ihm gezeigt bissl
[8:08] später da sagt er »die Mutter kann nicht Polnisch und sie hat gelernt in die Schule in Deutschland« wo sie hat gelernt aber ich glaube das war an der Grenze dorten dorten war ein kleines Platz ich denke ich hab gedenkt ein Platz nicht lange aber
[8:26] ich sehe das okay ich springe hin und zurück [lacht]
[8:32] können Sie die Namen Ihrer Eltern noch sagen ?
[8:35] bitte ?
[8:37] können Sie die Namen Ihrer Eltern noch sagen ?
[8:39] der äh die Name von den Onkel nein ist gestorben schon
[8:42] von von den Eltern
[8:44] me ha horim
[8:46] mein Eltern ? oh aber na ja natürlich ! die mame die äh Mutter hat geheißen (Salje) Sala (Salje) in Polnisch hat man das gerufen Sala aber in die in äh Papieren Dokumenten war geschrieben (Salje) und der Vut- der Vater war (Osjasz) aber man hat ihn
[9:04] gerufen in Jiddisch Schija so immer hat man gehabt solche äh Namen Schija Zehngut und Sala Zehngut tav tov ich erinner mich dass er ungefähr in August äh ich weiß nicht drei vier Tage vor dem Krieg ah d- also wenn der Krieg hat ausgebrochen
[9:38] hat man die Schulen hat man gesperrt hab ich äh der Vater hat gesagt »du musst was lernen« ich war 13 Jahre alt hab nichts zu tun dreizehneinhalb Jahre hat er mir gesagt er hat genommen einen Lehrer es ist von die Flüchtlinge was sind gekommen nach
[9:58] Polen sind gekommen polnische Juden was haben gehabt polnische B- Bürgschaft und die haben gewohnt einer von einen Lehrer von Österreich und er hat mich gelernt hab ich äh gelernt zweimal in der Woche den ganzen Tag Vormittag Deutsch Nachmittag Englisch
[10:18] und ich hab so gelernt glaub ich ein Jahr oder mehr und so hab ich damals wirklich geschnappt den Deutsch äh Englisch das mit äh Deutsch hat mir geholfen das Deutsch hat mir geholfen später im Krieg
[10:33] nachdem sind wir rauf in Ghetto das war glaub
[10:40] ich 41 glaub ich oder 42 ich hab es geschrieben hier und äh nach eine Zeit in 42 w- war wir haben man hat uns erzählt dass der Erste Weltskrieg in Ghetto war doch Probleme mitn Essen und Brot und so weiter aber nicht gefährlich denn jeder ist noch
[11:07] gekommen bissle Geld mit Gold wir haben gehabt ein Geschäft ein äh Textilgeschäft ein Büro und ich weiß nicht was sie haben gemacht mit dem Geschäft denn ich weiß immer ein Teil war äh äh ze ähm man hat äh die Deutschen haben weggenommen
[11:28] und ein Teil er hat wahrscheinlich hat er verkauft und äh haben wir gehabt was Gold Gold Bransoletten man hat gekauft alles was ist Gold nicht wichtig also mit dem hat man noch gekönnt leben aber dorten war ein Nachbar bei uns und er hat gesagt
[11:47] nach dem Ersten Weltkrieg Weltkrieg war in er ist gekommen von ein Dorf das Dorf hat geheißen Dzialoszyce nicht weit von Kraków fuffzich Kilometer und er hat gesagt in der Erste Weltkrieg in Dzialoszyce war viel Essen dorten war w- wirklich viel äh
[12:09] die Felder mit die mit die äh wie heißt das äh was wachsen die pf-
[12:19] Getreide Früchte
[12:21] äh nu äh tv- tvua le lechem
[12:25] wheat wheat for bread
[12:27] Getreide
[12:30] ja also wir haben beschlossen dass wir weg äh l- laufen weg von Ghetto man hat immer gehabt Kombinationen mit wem dorten wir haben Leute gehabt kompakt organisieren ausgeht von Ghetto und wir sind gefahren nach Dzialoszyce dorten haben wir genommen
[12:48] ein ein Zimmer großes Zimmer dorten war Schlafzimmer und die die Schwester die ist sich geschlafen ich bin geschlafen in die Küche ein Zimmer mit die Küche dorten haben wir gelebt
[13:01] darf ich noch eben fragen ähm Ihre Schwester ist die älter oder jünger als Sie gewesen ?
[13:09] die Schwester die ist äh evakuiert zusammen mit die Eltern
[13:13] aval im hi haita
[13:18] wie alt war sie denn die Schwester ? ist sie ist sie vor Ihnen geboren ?
[13:21] wie alt ? ah die war zwei Jahre älter von mir
[13:25] aha und wie wie hieß die ?
[13:28] bitte ?
[13:31] wie hieß die ?
[13:34] eich korim la ?
[13:36] der Name von ihr ?
[13:39] sa- äh Roza
[13:41] Roza mhm
[13:43] ja Rozia be polanit ze Rozia
[13:45] mhm
[13:47] also in einem Tag ah d- dorten auch die Eltern haben gesagt »du musst lernen« haben die geschnappt dorten eine gefunden eine äh eine Frau die hat gewohnt nicht weit von uns äh im zweiten Haus um die Ecke und die hat mich ge- äh die hat mich
[13:55] angefangen zu lernen Buchhalter führen das heißt äh f- Buchhalter eihm ähm Sie wissen was das ist ? ihr Nachbar ist der äh Richter in denselben Haus Beisky hier war Beisky war der Haupt äh einer von den in Haupt äh
[14:17] beit ha mishpat
[14:20] in Haupt- äh nu äh judical
[14:23] court
[14:25] er lebt noch hier ich hab ihn getroffen er hat gelebt neben mir und ich hab dorten äh ich glaube zweimal in der Woche habe ich gelernt die Buchhaltung führen und den Rest habe wir nicht gehabt was zu tun
[14:42] okay a scheynen hellen Tag ähm hm hört
[14:49] ma schreien draußen »junge Leute raus junge Leute raus« das war ein Dorf nicht klein der war ein bissl ein bissl ich weiß nicht wie ein Dorf Jude- äh junge Leute bis zwanzig Jahre glaub ich hats da »raus raus« nu ich hab damals gehabt ungefähr
[15:09] fuffzehn Jahre ich war da immer neugierig hab ich geöffnet den Tor das Tor von de von dem Haus zu sehen und da hat mich gesehn da waren nicht kei- die warn de schwarze mundurn die waren keine SS-Männer die waren Arbeitsamter aber die auch gehabt solche
[15:29] mundurn so wie die SS genau die schwarze mundurn von weit hats ausgesehen so wie die SS aber damals glaub ich war noch nicht die SS mit die schwarze mundurn in zwei- in 42 so glaub ich und er hat mich gesehen und schreit »komm her komm her« ich bin gelaufen
[15:49] unt- unser Haus dort unterlaufen ich bin rauf auf ein Berg von Stroh und er hat mich gefunden [lacht] hat mich geschnappt so also hat mich genommen sofort sind wir reingegangen in äh arrestiert in äh ein Zi- es war dorten ein Zimmer von die Polizei
[16:13] dort wo hat arrestierte Leute und die haben zusammen gesammelt ungefähr zwei zwo- zwanzig Leute oder was ich weiß nicht wieso die haben gemacht eine Kombination mit den Judenrat dass die werden uns befreien und wir werden sich zustellen nächsten Tag
[16:35] aber die werden uns geben einen Brief dass wir äh kommen befrei- freiwillig äh eine das war nicht wert aber nicht dass m- hat man sie geschnappt aber wir hat man sich freiwillig gemeldet die die der Deutsche wird uns geben das okay wir sind zurück
[16:57] nach Hause gegangen genommen in diese Zeit waren wir noch normale Kleidung wir ham genommen was man könnt pack- Kleidung und eine wo zu schlafen auf auf was zu schlafen und so weiter und wir sind gefahren in Lager Julag I Julag I war wo das war der
[17:20] Julag II in Kraków auf die selbe Birgen auf von der linke Seite Julag II der Hauptlager von Plaszów der s- der s- wurde geöffnet ungefähr 43 der war von der rechte Seite sie warn Sie haben gehört auf Plaszów Kraków nein ?
[17:38] [sehr leise:] doch
[17:41] ja ? ah Julag I war ein kleines Lager nicht groß und dorten war äh war der der der Am- der Amon nu der Gö- dorten war ich weiß nicht ob er war Sturmbannführer oder mashu Müller hat er geheißen
[18:01] Müller ?
[18:03] Müller
[18:05] mhm
[18:07] und dorten ham wir gearbeit in Siemens Bauunion wir sind jeden Tag gegangen zu Fuß ungefähr halbe Stunde dreiviertel Stunde die haben gebaut eine neue Linie nach Russland eine neue Sch- Bahnlinie nach Russland und wir haben jeden Tag dorten gearbeitet
[18:25] wir sind gegangen früh Morgen gekommen nach- äh abends damals haben wir nicht gearbeitet bei Nacht nur bei Tag unsere äh die Polizei was die Polizisten was haben auf uns geauf- äh was waren äh die haben auf uns gea- äh die waren dorten Ukrainer
[18:46] in Lager de waren die Deutschen einige Deutschen nicht viele vier fünf oder sechs aber die Wachmänner war Ukrainer und waren schrecklich die das war speziell war dorten meine (Lalka) ein schöner Bursch wo hat äh er gehat eine Gelegenheit hat er geschlagen
[19:07] ohne gegangen geschlagen das war so also die Arbeit war dorten auf äh nu die Hauptarbeit ausladen Waggonen von die Gleisen das warn dorten die Bahngleise ausladen diese Arbeit war normal und äh wir haben auch äh von Zeit zu Zeit Zement in die Magazinen
[19:34] gebracht diese Arbeiten also dorten haben wir nicht so weit ge- äh gelitten nur von die von die von die mehr von die Ukrainer
[19:48] a scheynen äh hellen Tag kommt der Meister dorten er war a Mann glaub ich sechzig 65 eine Nase hat er gehabt wie zwei
[20:02] Juden [lacht; gestikuliert] äh ein alter Mann immer ruhig nicht speziell er war von Hamburg und er ich glaube er hat geheißen (Hermann) aber ich weiß nicht äh und fragt »wer kann Deutsch ?« hab ich gesagt »ich kann Deutsch« sagt er »komm hier
[20:24] in Büro« komm in Büro hat er mir gegeben gesagt »so du sollst so jeden Tag kontrollieren wie viel Leute sind gekommen und auch arbeiten im Magazin von Zement wenn man zei- zählen do w- wie viel Zement kommt äh kommt ran in Magazin« also diese
[20:44] Zeit hab ich schon das glaub ich nach ein Monat ich hab dorten gearbeitet hab ich angefangen sag ich Ihnen äh da- das hab ich Ihnen gesagt dass der äh die deu- die deutsche Sprache hat mir dorten geholfen die hat mir v- viel mehr nach dem und äh
[21:03] ich hab dorten gearbeitet ich glaub ein Monat auch wenn wir sind gekommen dorten hin hat man uns versprochen dass jede Familie was schickt ein jemanden zu der Arbeit die die Eltern und die ganze Familie wird man nicht aussiedeln die haben so versprochen
[21:24] wenn jemand schickt jemand zu der Arbeit in Lager die Familie bleibt zuhause man wird sie nicht evakuieren in diesen Lager waren einige Leute nicht einige aber Leute von andere Dörfer rundrum wo wir haben gewohnt nach ein Zeit sind wir erfahren dass in
[21:43] andere Dörfer hat man angefangen zu evaka- evakuieren die Eltern ham wir gesehen dass was man hat versprochen dass d- die ganze Krieg das war versprochen aber hat man nicht ge- äh gar nicht äh äh nu okay die haben das nicht gehalten ham angefangen
[22:08] zu evakuieren andere Leute von andere Dörfer
[22:11] in diese Zeit haben wir bestätigt dass wir tu- ti- tun einreis- ausreißen von Lager wir werden rauskommen ich hab gearbeitet in Büro hab ich ausgestellt ein Brief dass wir ich zwölf Leute was ich war
[22:31] sie wollen ausreißen ich glaube dass wir waren nicht mehr aber waren noch einige die waren ausreißen aber wa- nicht zurückkommen nicht gehen mit uns die sagen wir werden sich nicht organisieren wir werden weglaufen und äh durch die Dörfer weglaufen
[22:50] also ich hab ausgestellt einen Brief von zwölf Namen von die Bauun- von äh Siemens Bauunion dass wir fahren nach Hause und äh wir gehen bringen Wäsche für die für de- äh Häftlinge und das war wirklich sehr komisch wie ich hab mich angestellt in
[23:12] der Reihe drei Personen ein in jede Reihe und äh wir sind beim beim Tor war immer zwei Ukrainer aber dorten war etwas ein Jude der hat mit diese gehabt Kombination älterer Jude der war schon glaub ich 35 vierzig weiß nich der hat immer gesprochen mit
[23:32] ihnen hab ich ihm gesagt »weißt du was wir geben dir Geld nehm die nehm die zwei Ukrainer tu sie bestellen in die beyt in a Kaffeehaus Restaurant gegenüber geh mit die essen wenn wir haben die Speisezeit zwölf Uhr äh Mittagszeit nehm der zu Essen
[23:54] und in diese Zeit in diese Zeit werden wir rausgehen von Tor« wieso was sagt er »schau mal wir prob-« was wir haben gemacht solln Sie wissen wir waren nicht verantwortlich was wir machen wenn man uns packt uns hängt man uns auf man hat schon einmal
[24:13] aufgehangen im Lager fünf Personen aber die waren nicht von uns die warn hat man gesagt die warn von die von die Partisano hat man gebracht dort fünfe dort war ein Bahn- Bahngleise beim Lager wo wir haben gewohnt einmal sind gekommen äh von der Arbeit
[24:31] äh hat man aufgehangen dort fünf oder sieben die Leute von Partisano also wir haben so getun die haben gewusst dass ich arbeite im Büro die Ukrainer die haben d- das äh die haben mich gesehen wir haben geschickt jemanden in Restaurant zu gehen
[24:55] essen mit die Ukrainer und ich hab genommen das Papier mit die zwölf Leute wir sind gegangen eins zwei eins zwei eins in der Reihe [lacht] und ich hab so gezeigt die von d- Wand beim Fenster dorten in der Restaurant das war ungefähr ein zehn Meter
[25:16] Restaurant und ich hab ihm gezeigt die Papier dass wir gehn er hat nicht verstanden er hat gewusst dass ich arbe- arbeite bei Zement und do mit Leute m- hat er verstanden dass ich äh ge- sollte arbeite ein äh ein Außerarbeit nicht in Lager das man
[25:34] mich geschickt äh der hat gar nicht gesagt wir sind gegangen nicht weit von uns war ein kleiner Zug- -bahn von d- Kraków warn kleine Züge rundrum schmale solche schmale Züge die sind so langsam gefahren langsam langsam wir sind gekommen genau wenn
[25:55] der Zug kam kommt wir laufen schnell aufn Zug denn ich hab gewusst dass aufn Bahnhof wenn man kommt lasst man ihnen nicht fahren hast ein Pass kannst gehen aber nicht fahren das was ich ihm hab gezeigt bevor und wir sind schnell gelau- die Züge waren
[26:13] bevollt mit Massen also wir sind alle gelaufen auf die Dächer von Bahnen das normal war das damals alle alle Bahnen sind gefahren mit äh auf die Dächer und wir sind alle zwölf gefahren wir haben beschlossen ein Dorf bevor wir kommen nach Hause
[26:39] dorten k- konnt man nicht kontrollieren niemand kann raufkommen kontrollieren unmöglich auf die Treppen auf alles war besetzt auf die Fenster alles haben wir beschlossen ein Dorf vor n- wo von den Dorf wo wir wohnen von Dzialoszyce wir werden gehen zu
[26:56] Fuß denn wir haben Angst gehabt vielleicht warten uns ab dort in Dzialoszyce und wir hatten einen geschickt dort nach Dzialoszyce »sag dass wir kommen aber niemand soll uns abwarten« denn wir haben Angst gehabt dass wissen nur hat ers gehabt genau
[27:15] verkehrt wir sind gekommen haben dort uns abgewartet vielleicht 600 700 Leute Eltern und Leute von den Dorf Ecke von Dorf wenn wir kommen hin die haben äh abgewartet und s- sie habens nicht können einhalten und haben gewartet also wir sind gekommen
[27:39] nach Hause wir haben sich sofort beste- äh versteckt in anderen Familien geschlafen in anderen Familien haben immer Angst gehabt vielleicht wird uns suchen aber die haben uns nicht gesucht nach vier fünf Tage haben wir gesehen die suchen uns nicht ham
[27:53] wir sind zurück nach Hause gegangen und wir haben war glaube ich noch ein Monat oder zwei Monate od- ham wir gelebt zuhause und die haben nicht gesucht die haben gewusst sie werden uns finden sowieso später
[28:08] und das war ungefähr Anfang neunten Jahr
[28:18] neun- September 42 glaube ich ja ? ja hat man uns immer wenn es war ein Aktion haben die polnische Bauern gewusst warum ? die haben mobilisiert alle alle äh äh die äh nu [lacht] d- die die äh Wagen mit die Pferde ich kenn es genau hab
[28:53] es vergessen [lacht]
[28:55] [gleichzeitig:] Kutschen
[28:57] die ham Pferde mit die Wa- Wagen zu zu äh zu führen die alte Leute zu den Bahn die haben immer das gebracht die haben orga- äh ein Tag bevor drei zwei Tage ein äh informiert die Bauern sie sollen sein vorbereitet dass wir man brauchts in den und
[29:16] den Tag und wir haben schon gewusst das ist ein Aussiedlung ich hab mich vorgebereitet auf Papieren zurück zu fahren aber ich konnte nicht weg von dem Lager hab ich gehabt einen Bekannten in ein anderen Lager das war ein freier Lager dort hat wahrscheinlich
[29:32] das war eine Privatfirma die hat gearbeitet in Kostrze das so hats geheißen Kostrze so heißt das dorten waren alte Baracke äh nicht Baracke das waren tiefe Beton von äh sch- von die Erste Weltkrieg von die polnische Soldaten dorten haben gelebt dorten
[29:52] die haben dorten gearbeitet melo- äh melioracja das heißt Wasser führen wir haben äh ge- äh g- b- gegraben die die äh den Boden und die haben dass man hat können das Wasser durchführen wir haben dorten kein äh nicht gehabt äh jemand sollt auf
[30:13] uns be- äh beaufsichtigen sonst das war ohne ohne zu ohne Polizei ohne Ukrainer und so weiter und so weiter wir haben gelebt dorten frei in Lager wir haben ge- gelebt in die äh in die Ba- in die Untergrund Bara- äh nu äh Militärba- äh äh be-
[30:38] Militär wo hat gewohnt dann ham wir gehabt sehr viel äh nu äh eich omrim [lacht]
[30:49] ma ?
[30:51] äh nu ha zehu ha [lacht; murmelt:] (tembelim)
[30:54] (__)
[30:56] kol miney charakim shama nu
[31:00] ve aba ze meod chashuv takshiv al tistakel elav tistakel el ha matzlema
[31:06] ken
[31:08] rak el ha matzlema lo elav tizkor ze meod chashuv all kinds of insects rak el ha matzlema
[31:13] das war immer frei zwanzig Jahre war frei und dorten war Schmutz und so weiter weil also dorten ham wir gelebt und äh sind sie dorten hab ich die Papiere gebracht genommen sind gekommen dorthin und wir haben ge- wir waren im Lager ich hab beschlossen
[31:33] ah hier zu schauen [lächelt; dreht sich zur Kamera] sonst werden sich beleidigen [lacht]
[31:39] ah die wir haben dorten ich hab gearbeitet vielleicht ein Monat oder mehr und wir haben beschlossen das hat ist kein Zweck dorten zu arbeiten dass wir werden
[31:57] zurü- zurücklaufen in Ghetto in Kraków also man hat organisiert wir sind gelaufen in Ghetto in Kraków zurück die Eltern nicht wir die die Häftlinge die Eltern ich hab vorbereitet Papieren zurückzufa- für die Eltern dass na die wollen nicht
[32:21] fahren mit mir wir sind gefahren neun Uhr und die ham gewollt fahren mit dem Zug von zwei Uhr und wir haben abgewart die sollen kommen äh in diesen Tag war die Aktion man hat abgeschlossen die Stadt und die haben verspätigt ungefähr die wollen nicht
[32:39] fahren mit uns denn die waren jung und die haben gesagt wenn die uns sehn da wir in mitm Stern die werden uns Stern die Deutschen können das sehen das ist nicht normal und die sind durch die zwei drei Stunden sind sie nicht gerettet geworden ich weiß
[32:55] nicht war kann sein später aber in diese Zeit die haben gehabt dieselbe Papiere was ich ob nun der Vater ist viel älter aber haben probiert ham kein Glück gehabt und ich hab d- eine war damals alt 42 sechzig ja hab ich dorten besticht einen Privatchauffeur
[33:18] deutscher Privatchauffeur ich hab gegeben was Gold ich hab gesagt »nehmen das Auto« oder der Wagen war so wie so wie diese- äh dieses Zimmer damals die haben noch gehabt die Wagen was man hat äh mit Kohln ge- nicht Benzin gemixt nur mit Kohln diese
[33:43] Zeit diese Zeit war in Deutschland war ein äh Kohle äh nu äh tanur Ofen äh ein Ofen vom von Kohle und wir wir mit den sind gefahren die großen Wagen und er ist mit dem größeren mit ein großen Auto mit mir gefahren wir sind gekommen bei Nacht
[34:07] und die äh die Dzialoszyce hat umgeringt mit Projektor abgeschlossen man kann es sehen das (_ ist schon shama) damals hat man genommen die E- die Eltern nachdem war sind wir erfahren dass man hat sie mit die Schwester mit alle damals hat man sie genommen
[34:28] nach Belżec von damals alles war schon abgeschnitten gar nich
[34:35] ich bin zurückgefahren den Lager Kostrze und nach einige Tage hab ich beschlossen weil ich hab gehabt Familie in Kraków hab ich beschlossen dass ich werde hab ich s- immer war ein Kontakt
[34:52] jemand hat gefahren geschwindelt und so hab ich äh ge- gefragt ob ich kann hineinkommen das war doch umgezäunt der Ghetto also die haben gefunden einen Weg jemanden mit jemand zu organisieren dass er wird mich lassen reinkommen es waren Gruppen sind
[35:12] rausgegangen zur Arbeit also ich hab mich eingesch- äh reingeschmuggelt in seine Gruppe und ich bin herein in Ghetto und dann bin ich hab ich gearbeitet wie war ich in Ghetto ich hab gewohnt in äh zusammen mit meine Onkels mit die mit die äh Ommama
[35:33] und äh mit mit den Cousin das wir warn zusammen später und äh eine Zeit hab ich gearbeitet verschiedene solche Arbeiten waren Flugplatz und so weiter und eine Zeit hab ich gearbeitet in SS-Gärtnerei das war eine das war eine äh ungefähr mitn
[35:54] Fuß gehen so ungefähr ich glaube halbe Stu- dreiviertel Stunde ich glaube das warn nicht weit dorten war eine Straße (__) in diese Gegend und dorten hat die hatten gehabt eine Gärtnerei und wir waren ungefähr fuffzehn Personen und wir sind jeden Tag
[36:12] rausgegangen wir sind gegangen zu Fuß und der SS-Mann ist gefahren mit ein Fahrrad hat uns begleitet bei Tag und bei Nacht und wir haben dorten gearbeitet dorten war ein SS-Mann Bauern die waren nicht die SS-Mann die äh dort war SS-Mann so wie Soldaten
[36:33] d- die haben gearbeitet wirklich bei in die Gärtens die haben gepflanzt dorten Grünzeug und so weiter es waren Pferde dorten und Stallen dorten wir ham alles dorten gearbeitet ich glaube äh ich glaub (_) äh dorten ham wir auch bekommen Essen Grünzeug
[36:57] und so weiter wie sowas ist ungefähr in Ok- in Oktober ein Tag bevor Oktober war eine große Aktion in Kraków ein Tag bevor hat man uns gesagt bei Nacht der SS-Mann man hat uns gesagt »ihr müsst alle gehen nach Hause denn morgen ist eine Aktion«
[37:22] er hat uns gesagt und äh »morgen wird ihr nicht kommen hier zur Arbeit nach der Aktion werden wir sehen wer es wer es kommt wer es bleibt« in Moment hab ich beschlossen hab ich gesagt hab ich ihm gesagt die waren Leute ganz normal Bauern und so wissen
[37:43] Sie hab ich gesagt »schau mal ich hab keine Familie« dorten waren solche nicht Gebäuden aber ich glaub heute sogar macht man von Plastik ich glaub das war von Glas solche Zimmern wo man hat äh wa- man hat gewachsen die Grünzeug und es war vielleicht
[38:05] auch Blumen hab ich ihm gesagt »schau mal ich hab kein Familie ich hab nicht was von Ghetto ich bleibe hier schlafen in die in die Häuser und äh wenn das wird schändigen bin ich hier« er hat angefangen zu fragen ja aber wir haben beschlossen ich
[38:25] kann dort blei- bleiben schlafen ich bin dorten geblieben schlafen und ich glaub nach zwei Tage oder drei ich bin dort geblie- bei Tag hab ich gearbeitet ich war nur alleine dorten so hab ich geglaubt und äh nach einige Tage sind die Leute zurückgekommen
[38:48] aber sind zurückgekommen Hälfte andere hat man ausgesiedelt trotz sie haben gearbeitet man hat versprochen wer es arbeitet nich ? junge Leute hat man ausge- damals war eine große Evakuierung von äh eine große Aktion in Kraków also dorten hab ich
[39:12] gearbeitet dann hab ich angefangen zu arbeiten in eine Papi- in ein Papiergemeinschaft wir ver- arbeiten für verschiedene Papierblocken und äh Hefte und äh verschiedene Sachen bis wir sind heraus von Ghetto wir sind auch in in Lager in Julag
[39:40] II den Julag echad hat man schon geschlossen wo die Leute sind weiß ich nicht aber damals war schon der Julag II das war der Kraków Plaszów das war der große der große Lager
[39:55] interessant ist wir waren mit der Frau in Amerika ungefähr vor dreißig
[40:02] Jahre und es war dorten ein Fest von Chanukka Sie wissen was Chanukka ? hat man verbeten die alle Leute ich hab dort gehabt viele Bekannte von Kraków ein äh jüdische ein Teil Familie aber mehr ist Bekannte hat man verbeten eine Synagoge hat alle Leute
[40:26] und man hat gemacht dort ein Fest das war schon vor dreißig Jahre das war die Leute die Leute waren schon dorten dreißig Jahre und wir sitz ich mit der Frau so und do da sitzt noch ein Paar und wir sitzen so sechs Leute dem Mann was sitzt hier sag
[40:48] ich sagt »du heißt Salomon Zehngut ?« sag ich »ja« »du kannst mich nicht ?« »nein« »du erinnerst dich nicht ?« »nein« »du bist geblieben« er hat auch gearbeitet bei der SS sagt er mir »du bist geschlafen die SS bei Nacht wenn das war die
[41:10] große Aktion« sag ich »ja« »aber du weißt nicht dass ich bin auch geblieben dorten« das war nach dreißig Jahre ich hab nicht gewusst dass jemand bleibt lebend ich hab ich hab ich hab nicht gedenkt die Leute leb- die waren doch fremde Leute für
[41:25] mich und er ist gesitzen wirklich bei mir und sagt mir »ich hab gesehen was du hast getun da hab ich auch gebeten man hat mich gelassen schlafen« und das hat war nach dreißig Jahre per Zufall ! si- gesitzen bei mir in do- in äh New York
[41:41] wissen Sie noch wie der hieß ?
[41:45] bitte ?
[41:48] wissen Sie noch wie der hieß ?
[41:51] wie der d- ?
[41:53] wie der Name von dem war ?
[41:55] ich war so dumm so überrascht dass ich verges- ich hab vergessen nehmen den Namen und und die Adresse und Telefon zu fragen aber das war für mich nicht glauben da sitzt der mit die Frau sind gesitzen die Leute ham getanzt dorten und so weiter es
[42:10] war eine äh ein Fest war da tov also
[42:16] [unterbricht:] ulay tishte kzat maim
[42:19] ulay (hem lo _) bishvil lishtot (li) lo ulay hem [trinkt] tov also dann mussten wir wieder rein in Ghetto in Ghetto hab ich gea- äh nicht in Ghetto äh was sag ich in äh Plaszów dorten hab ich gearbeitet normal in den Papiergemeinschaft dorten
[42:47] hat man gearbeitet bei Tag und bei Nacht äh Schichten waren bei Tag bei Nacht äh und äh Essen war sehr äh sehr wenig aber wir haben noch gehabt was von dem Gold von dem bisschen Gold was sind geblieben nicht viel haben wir noch immer was verkauft
[43:08] getauscht mit Brot und so weiter und dorten war der Kommandeur Göth der bekannte Kommandeur Göth von Polen und Kraków und er hat äh die Polen haben ihn ge- aufgehangen und so weiter der war schrecklich der der der hat ge- der is ge- ist gestanden
[43:32] bei in auf den Balkon von wo hat er gewohnt eine Villa und hat geschossen so die Leute [gestikuliert] wer er will hat er zu wem hat gewollt hat er geschossen so er war so ungefähr zwei Meter oder mehr höher oder mehr so und ein butcher war er in Deutschland
[43:47] hat sich be- gezeigt er war in Deutschland eine butcher bevor er war in die SS aber wir haben gearbeitet normal hat man dorten auch geschossen Juden gehangen auch aber d- d- die Arbeit gegangen ganz normal
[44:11] in Ende in August 44 war wieder ein
[44:24] hat man zusammengerufen zu einem Appell aufm Appellplatz alle Leute und damals hat man gemacht eine Segregation wer es bleibt und wer es wer ge- äh wird geschickt irgendwo also tov ich hab Ihnen das ge- äh erzählt dass ich hab dort gehabt einen
[44:48] Cousin der ist auch geblieben alleine ohne die Eltern wir haben gewohnt zusammen und bei die große Aktion hat man die weggenommen er hat die die Eltern seinen genommen er ist geblieben alleine er war zwei Jahre jünger zwei Jahre jünger von mir also
[45:04] ich war der ungefähr sehr ich hab auf ihn me- aufgepasst und äh man hat ihm äh gezeigt dass er geht in die Gruppe was fahrt weg in dem Moment bin ich gegangen zu gegangen zu dem ich weiß nicht wer da war der Deutsche was hat das die Leute abgetrennt
[45:28] und ich hab ihm gesagt dass ich wollte kommen mit ihm zusammen und er hat gesagt »sehr gut« da war evakuieren da waren die immer zufrieden hat er gesagt einf- hat er gesagt »sehr gut kannst gehen mit ihm« und ich bin gegangen mit die Gruppe was war n-
[45:45] was fahren weg und die andere Gruppe ist vorläufig geblieben in Lager die haben weiter gearbeitet in die selbe Plätze aber viel weniger Leute aber was sie ham was getun später weiß ich nicht denn ich war schon nicht dorten wir sind gefahren man
[46:11] uns a- äh raufge- äh -schickt auf äh auf Züge in Waggonen von von äh nicht von Menschen [lacht] von äh Viehe und wir sind gefahren ich glaube ungefähr zwei Wochen und so weiter der Weg war immer äh Leute sind es war schrecklich schlafen
[46:42] konnst du nur st- stehendig mehr weniger könnt nicht liegen oder sind so [gestikuliert] gefallen und die Leute haben dorten gescheißt und so weiter es war schrecklich das ist nicht zu verstehen eine Sache habe ich getuen ich weiß nicht das war Instinkt
[46:58] dorten ist gestanden die Leute SS und die haben immer geschrien »schnell schnell« und die haben dass die Leute sollen gehen zu den Waggonen ich bin gelaufen schnell und ich hab mich ich hab gedenkt weißt du was immer ich weiß dass de Waggonen gibts
[47:17] immer hat man kein Luft ich werde laufen schnell und ich werde schnappen ein Fenster damit ich soll haben Luft die andere Leute gangen so und ich bin speziell gelaufen schnell und ich hab gefind mein Fenster die kleine Fenster mit die Drahten und
[47:35] ich habn gehalten so bis es hat sich gevollt der Waggon und bei den Fenster bin ich geblieben bisn letzte bis den letzten Tag und das hat mir gegeben denn die Leute warn dorten erstickt die waren d- nicht vorzustellen das war zwei Wochen in in man hat
[47:53] glaub ich einmal aufgemacht oder zweimal sauber machen nicht saubermachen rausschmeißen die die die Schmutz dort warn auch eine Episod ein Bekannter von mir er ist gekommen in Wagen er ist gestorben jetzt der hat geheißen David Twe- er ist bekannt
[48:19] in Tel Aviv in Kraków war er bekannt äh sein Name war David Twersky er ist jetzt gestorben vor einige er war schon alt älter von mir viel er ist gestorben er ist jetzt ich glaube über neunzig Jahre in Amerika die Kinder sind in Amerika die Tochter
[48:37] ist dorten äh haya lo rak bat ?
[48:41] ve ben
[48:47] äh ?
[48:49] ben
[48:51] ah d- der der Sohn und der und die Tochter sind in Amerika er ist gestorben vor einige Jahre und wenn er ist reingangen hereingekommen in Wagen hab ich ihm gesagt sein Name war David sag ich »David komm her ich hab hier ein Fenster wir bleiben beim Fenster«
[49:03] und wir sind geblieben beim Fenster so die ganze Fahrt [gestikuliert] in was verschiedene Szenen kommt vor auf einen Platz ich glaub das war auf die Grenze nach den Krieg hab ich erfahren aber das hab ich nicht gewusst auf der Grenze ist äh der der Zug
[49:24] ge- äh stehengeblieben und da haben hereingesch- hereingegeben Wasser in der Lokomotive in der alte Zeiten hat man Wasser ge- äh geschickt Wasser eingeflossen in Lokomotiv und dorten wa- war ich ich hab nicht gewusst wer das ist ein Mann und der David
[49:44] hat ihn gerufen dort am Fenster und sagt »schau mal nimm meine Uhr und bring was zu essen« der Mann das war ein Deutscher und der Mann weiß ich nicht er zurückkommt er hat genommen die Uhr weg und wir haben gesagt der David war er sein Freund sagt
[50:06] »wird er kommen zurück wird er nicht kommen auch ich hab probiert« nach vielleicht eine Stunde der Mann kommt und bringt äh viel Birnen wir nehmen ich weiß nicht wo das waren die Deutschen oder was wir nehmen viel die Birnen und le- legen alles
[50:27] was g- hier [deutet unter sein Hemd] da reingestuppt hier in die Hosen wir haben gehabt Birnen aber wenn man isst viel Birnen da hat man gehabt scheißen [lacht] ham wir g- [lacht] ham wir gegessen einige Birnen und es kommt mehr das geht nicht auch per
[50:49] Zufall ich hab besucht in Amerika einige Mal nach dem Krieg ich war immer bei den Freunden vielleicht vor zwanzig Jahre sagt er mir »Shlomo du gedenkst dass du hast gehalten das Fenster und ich bin gekommen und ich hab gege-« ich hab nicht gewusst was
[51:09] er gebt ihm er hat mir erzählt erst vor zwanzig Jahre ich hab nicht gewusst ob er gibt ihm Geld oder was also »ich hab ihm geben meine Uhr er hat gebracht die Birnen ?« so »ich gedenke aber du gedenkst auch ?« sagt er »ja« sie ham das so wir waren zuhause
[51:23] da bei ihm tov äh ungefähr ma ha sha’a kvar ? [guckt auf die Uhr] ah yesh zman also wir äh dorten haben gewartet noch
[51:40] nach zwei Wochen sind gekommen nach äh Mauthausen die erste Tage nu tov man hat gemacht dorten Duschen man hat gesucht
[51:56] äh überall ob man hat verschwindelt nicht mit Steine versteckt irgendwo die haben gemacht dorten all so schrecklich aber in diese Zeit die äh wir haben nicht gewusst wo sie wo einzuteilen die Leute die wir wu- abgeteilt für eine andere äh andere
[52:16] Plätze in die Fabrik dorten war die Hermann-Göring-Werke die haben gemacht die Tanks und weiter haben sie gemacht Flugzeuge und so weiter das war in Österreich rundum die Karpaten dorten nicht Karpaten die Bergen äh wie heißt das Berg in äh die
[52:35] Berge in Österreich ?
[52:37] die Alpen ?
[52:40] äh ?
[52:42] die Alpen ?
[52:44] Alpen Alpen !
[52:46] Alpen ! ich war dorten für zwölf Monate [lacht] dann hats verg- also dorten haben wir die die erste zwei Wochen glaub ich nicht genau haben wir nur gearbeitet in Steinbrucharbeit das war ich glaube das waren dort ungefähr hundert oder mehr Treppen
[53:02] und wir haben genommen Steine raufgetragen dieselbe Steine ! raufgetragen runtergetragen raufgetragen runtergetragen das war die Arbeit viele Leute sind dorten gestorben viele Leute sind gelaufen zu den äh elektrische Drahte dorten waren elektrische
[53:23] Drahte so rundrum d- könn sie n- gefallen dorten waren auch ältere Leute das waren fuffzich Jahre denn alle hat man geschickt und nach zwei Jahre nach zwei Mo- äh zwei Wochen glaub ich vielleicht mehr das war die wann wie äh genau wenn es hat
[53:51] angefangen die Invasion nicht noch aber ungefähr wir haben schon jede Nacht gesehen bei Tag auch bei Nacht glaub ich Bombardierung wir haben gehört die Bombardierung in Deutschland i- in Polen haben wir nicht gesehn ham wir gehört balayla bei Nacht
[54:11] dass die Amerikaner bombardieren haben wir schon gemeint dass die kommen schon morgen zu uns aber es hat gedauert a lange Zeit noch also nach die zwei Woch ungefähr was wir haben gearbeitet hab ich mich verabgeschickt nach Linz im Innkreis das war
[54:29] dorten eine Fabrik ein äh äh Gewerkschaften verschiedene Maschinen die waren äh Maschinen zu Bau zu äh
[54:45] Bohrmaschinen
[54:48] mh ?
[54:50] Bohrmaschinen
[54:52] Bohrmaschinen [lacht] ich mit den Bohrmaschinen [lacht; zeigt zu seiner Frau] Bohrmaschinen Fräsermaschinen und andere die ham dorten waren die Arbeiten auf den Tank glaub ich nicht die vielleicht die ich weiß nicht dorten mich hat mans zugeteilt zu
[55:05] zu die Bohrmaschinen
[55:07] v- aber ich muss sagen ein Sache das war wirklich ei- ei- nicht zu glauben den ersten Tag was wir sind hingekommen hat man uns gegeben neue mundurn Hüte wir haben d- bis damals nicht getragen die mundi- die passn in Kraków
[55:35] war das nicht in Ghetto Kraków in in Lager Kraków in Plaszów auch nicht wir sind gegangen n- normale Kleider hat uns alles gegeben neu Schuhe von Holz äh nicht normale Holzschuhe die die Unterseite war Holzschuhe nur was war interessant dass
[56:02] die erste Nacht wie dorten geschlafen hat mir hab ich schon die Schuhe nicht gehabt ich hab nicht gewusst ich war ich hab alles normal gelegt man hat dorten hat man gestohlen einer von andern hab ich keine Schuld gehabt also hab ich jemand gebeten hat
[56:19] er gehabt zwei neue Schuhe hat er mir gegeben ein Paar Schuhe so können gehen dort alles gesto- was man hat speziell sind rausgekommen die Alte das warn dorten die ham schon die warn sie ham Erfahrung dass wenns kommt solche Neue ham sie immer die geschnappt
[56:35] die neue Schuhe neue () und wirklich das ist eine Sache was äh ich kann die nicht verstehen wenn wir in andern Tag glaub ich war Sonntag gehn wir zum Mittag die ham es wahrscheinlich vergessen dass das Lager hat sich getauscht in dem Lager sagt
[57:00] man uns hat gewohnt v- äh einige hundert oder tausend Fremdenarbeiter und die Amerikaner haben bombardiert das Lager und da Leute wurden die ham all- ausgereinigt das ganze Lager die Fl- Fl- die die Arbeiter die haben getötet alle Arbeiter und wie
[57:22] in wir sind gekommen auf den Platz von die neue Leut- von die alte Leute was wurden dorten ermordet und wir äh beim Mittag Essen ham bekommen einen äh ein ich glaub es war ein Schüssel ja ein Schüssel und äh man hat gegeben Kartoffel das trägt
[57:45] man in den Hut und alles so äh das Essen hat man so geteilt wir bekommen eine Hut wir bekommen den Hut wir bekommen den Hut full mit Kartoffel vielleicht drei Kilo oder zwei Kilo ein Stück Wurst und was noch ? Pflaumen in Milch die sind verrückt
[58:12] geworden ? glaub ich wir sind in äh
[58:15] Pension
[58:17] äh wir haben nicht geglaubt ! wir kommen hier in ein äh Kurhaus tov nach zehn Tage hat sich das geändert die ham erst wahrscheinlich es vergessen das man hat die andere Leute getötet und die haben nicht gewusst hier dass sie bekommen neue und die
[58:37] gibt man nicht soviel Essen gibt man viel weniger und dort wirklich hat man do- das Essen war von Anfang hat man noch gegeben zweimal am Tag a Viertel Brot dann hat man gegeben einmal am Tag das erste Mal von Anfang hat man gegeben zwei Mal Suppe die
[58:55] Suppe war nur die Ka- Ka- äh die die Schule von Ka- Kartoffel keine Kartoffel nur die die Schule die Schalen und äh und dann später ham wir bekommen a Viertel Brot war groß wie a dritt- wie ein wie zehn Prozent von den Brot gemischt mit mit äh
[59:17] mit äh Sand
[59:21] [gleichzeitig:] Sand
[59:23] und so weiter
[59:26] dorten ham wir gearbeitet zwölf Stunden und zwölf Stunden zwei bei Tag zwei bei Nacht äh es kann sein dass dorten bei der Arbeit ich äh es war einige SS aber nach einige Tage haben sich geändert die S- getauscht die SS und sie
[59:51] kommen alte SS ich glaube die Leute waren sechzig oder 65 oder mehr Jahre die können die die können nicht tragen die die die rifle die die hit- die was haben auf uns ge- äh geachtet aufgepasst bei der Arbeit haben wir gearbeit zwölf Stunden Essen
[1:00:15] war schrecklich das war Leute sind dorten wirklich äh das war sehr (_) die Leute da sind gestorben also die wurden die wurden erst sehr fe- sehr dick und dann sterben se das ist so so ein äh Prozedur so wenn man hat gesehen jemand ist geworden
[1:00:39] dick hat man gewusst dass er ist noch nicht äh äh er wurde schlank verkehrt er wurde dick äh tov dorten hab ich per Zufall gehabt der Meister meiner weiß nicht von wo der war ein Mann ein niedriger Mann er hat a bissl geschickelt er war ein
[1:01:00] Zivilmann ein Deutscher und äh er hat nicht viel gesprochen gar nicht komme zu der Arbeit angefangen er hat sich nicht gemischt und so weiter er hat gegeben die Ar- gezeigt was ist zu tun er hat gehat ein Hut ah ein Mütze immer die Mütze war so
[1:01:24] [deutet auf seinem Kopf eine schräge Mütze an; lacht] gleich fällt ham wir gelacht aber die anderen was warn gekommen dorten hat man sie immer geteilt immer geschickt auf andere Hallen die ham gear- gearbeitet unter den Boden unt- unter die Birge und
[1:01:40] andere Plätze dorten man hat erzählt dass dorten die die die dass dorten der es äh war viel schlimmer wie bei uns die das bei uns ist noch gut die haben viel schlimmer wir haben ich weiß nicht was heißt viel schlimmer dass wir haben bekommen so
[1:02:03] ein Stücken Brot am Tag wenn sind wir gegangen bei Nacht zu Arbeit dann ham wir geendigt aufm Appellplatz da hat nicht gewartet zu essen bei Nacht man hat geendigt gegangen bis morgen um zwölf Uhr gar nicht bekommen gar nicht es war eine Pause halbe
[1:02:17] Stunde hat man gar nicht getuen man hat sich gedreht Essen war nicht az äh hm s- ja per Zufall hab ich einmal gehabt Glück ein scheynen Tag [gestikuliert in Richtung Kamera; nickt; Schnitt] eine Sache ist nur war wirklich ich glaube das
[1:02:58] war ungefähr schon Winter der letzte Winter 44 hab ich gehabt ein Glück das weiß nicht von wo ich einmal bin ich kommen zu die Nachtschichte dorten hab ich es waren keine Schläge aber die sind gekommen oft Kontrolle von die SS und andere und die
[1:03:24] ich weiß nicht warum die sind gegangen mit Hunde und ein Hund hat mich [zeigt auf sein Bein] hier geschnappt abgerissen ein Stückchen von der Haut ich weiß nicht warum ich hab ihm gar nichts getun oder der hat ihn geär- gehetzt dorten wir au- war
[1:03:44] dorten der äh der Haupt von der SS dorten mit dem hab ich gehabt viele Probleme da- wir haben gar nicht ich hab das alles sauber gemacht jeden Tag mit Papier wenn man hat kein Papier nicht gefunden hab ich sauber gemacht mit Papier ich war gar nicht
[1:04:00] wir ham keine Medikamenten gehabt zu saubermachen wenn Sie gehn aufn auf den zu zu die zu die Krankenhaus dorten äh Krankenstube da könn Sie bleiben dorten schon da ist man nicht gegangen dorten hab ich immer saubergemacht das hat gedauert ungefähr
[1:04:18] -n Monaten dass ich hat es ausgeheilt dorten es äh einmal aber wirklich ich bin gekommen zu die Nachtschichte der der mich hat man gerufen der Jude von die hm von de Bohrmaschine denn bei Bohrmaschinen war ich nur alleiner Jude warn sechs Bohrmaschinen
[1:04:40] aber die warn nicht Bohrmaschinen die warn Bohrmaschinen ungefähr von zwei drei Meter riesen- die haben gemacht Löcher von zehn fuffzehn Zentimeter Löchern die die Löcher hat gedauert zu machen fünf sechs Stunden dafür ein Loch kann vergehen zehn
[1:04:57] Stunden zu machen langsam ssssssss ihr Auf- ihr Auftrag war nur zu spritzen Wasser auf dem die ganze Zeit spritzen Wasser wir ham gemacht Löcher in Tanken in die Ki- in die in die kippa von der äh Kappelle von Tanken und äh tov do es war
[1:05:25] verschiedene solche Sachen dorten wir ham au- die die Schuhe was wir ham gehabt die hat sich aus- ausgereibt hat man genommen äh Gummi von äh von die Gummi von Wasser- äh von der Wasser- äh (-schlängen) und man hat äh untergeklappt unter die Schuhe
[1:05:41] damit soll können gehen damit soll die Schuhe sollen sich ausreiben ganzen hat mich n paarmal gepackt au- ich hab gehabt ein Glück dass ich hab ihm gezeigt »schau mal hier ist viele geschnittene Gummi das wegzuschmeißen« hab ihm gesagt »du machst
[1:05:59] Sabotage du schneidest speziell die Gummi die Schlauchgummi für hm und du machst Sab-« alles Sabotage alles war Sabotage hab ich ihm gezeigt »schau mal« das war auch ein Glück dass wirklich dass ich konnte sprechen aber nicht äh
[1:06:16] tistakel elav
[1:06:18] dass wenn Leute hat nicht gesprochen es war sehr schwer es warn dorten Russen die warn gef- warn Russen Franzosen Polen was Sie wollen das Lager war full verschiedene Leute aber in der in diese Nacht wie kommt schon Nachtschicht kommt der Meister sagt
[1:06:35] »schau mal ich hab bekommen ein Befehl« von von die hoche Fenster hat mir guck- äh be- gebracht solche Stangen von ungefähr zweieinhalb Meter zwei Zentimeter dick lang diese Maschine die die so die ist so nicht stabil das war riesen Maschine
[1:07:06] das war ich sage Ihnen [gestikuliert] so von dorten bis da war nur da war und hier kommt der Bohrer wissen Sie das war ist nicht für Maschin normal nicht Handmaschine sagt er die Halle wo man macht die Löcher jede ist ungefähr zwanzig in jeden jeden
[1:07:23] dorten war in jeden Stange war dort ungefähr ungefähr dreißig Löcher und ich hab dorten gehabt zu machen sechzig solche sagt er ma- man hats ja bombardiert die Halle wo es warn die Bohrmaschine die normale und ich hab bekommen ein Befehl ich muss
[1:07:44] das machen und er zeigt mir wie zu machen und so wie er zeigt mir jeden Moment bricht sich ein Bohrer springt d- die Maschine ging nicht er zeigt zwei drei vier sagt er »schau mal ich kann nicht probier« ich war kein Maschinier ich bin dort nicht
[1:08:05] gekommen ich bin ein Mechaniker woher war ich Mechaniker woher hab ich gehabt ? ich hab zugeta- -schaut wo ich hab gearbeitet in Papiergewerkschaft wenn ich hab gebraucht hab ich zugemacht eine Schraube wumm aber alle waren dorten äh Mechaniker der die
[1:08:21] waren (wie alle) viel Mechaniker waren überhaupt nicht aber ich hab gehabt a Glück dass man hat mich geschickt wirklich zu die Bohrmaschinen das war nicht das äh das war nicht keine schwere Arbeit dass der Bohrer arbeitet und du spritzt was aber dieser
[1:08:37] Freund sagte »probier« sag ich äh einmal »probieren werd ich aber du musst gehen in Magazin sagen die geben mir frei Bohren« die Bohrer für die kleinen Bohrn die Bohrn wars ungefähr drei Millimeter solche so solln mir geben frei aber
[1:09:05] soll solln nicht sagen dass ich mach Sabotage denn wenn Magaziner wird mich fragen »was du bist verrückt du hast zehn zwanzig Bohren man tauscht ein Bohr in einige Tage oder in ein Tag oder ich kann brechen soviel Bohrn was kannst du« sagt er »schau
[1:09:22] mal ich hab es erklärt aber probier« al- ich hab gehabt Geduld ich hab nicht gehabt was zu tun zwölf Stunden Nacht war sehr (schwül) das hat mich verrückt gemacht dass ich die ganze Zeit hab ich mich gedreht mit dem Wasserschießen hab ich verlegt
[1:09:39] auf den und ich hab angefangen zu arbeiten und ich hab geendigt all die Bohren alle Schienen mit zwei Bohren hab ich gebrochen in früh Morgen seh ich der Meister lauft schnell von die Türen zu mir schnell und sagt »hast das gemacht ?« sag ich »da
[1:10:04] so« [fasst sich an den Kopf]
[1:10:09] er hat wahrscheinlich das war wirklich von jemand was hat bekommen ein Befehl das zu machen schnell zu machen die haben nicht gehabt die die wo zu machen die die Löcher das erste Mal hab ich mit ihm gesprochen denn äh
[1:10:25] er hat die ganze Zeit nicht viel gesprochen hm Arbeit Arbeit fragt er mich »du bekommst Zigaretten ?« Zigaretten waren wie Geld in im Lager wer es hat geraucht hat er verkauft ein Viertel Brot für ein Paket Zigaretten die waren verrückt die Leute heute
[1:10:41] rauche ich viel aber damals überhaupt nicht hab ich nicht ange- ich hab nicht gewusst was Zigaretten sag ich »ich bekomm nicht n- Zigaretten w- niemand hat mir gesagt« az sagt er »okay nächste Woche wirst du bekommen« dann hat man jede zwei Wochen
[1:10:58] hab ich bekommen jede bis Ende Krieg jede zwei Wochen sechzig Zigaretten Sie wissen was ist sechzig Zigaretten ? sechzig Zigaretten in die erste Tage wenn es ist noch nach Zigaretten bekommen Sie ein äh f- für ein Paket für äh vier Zigaretten ein
[1:11:18] Viertel Brot aber wenn es fehlen schon Zigaretten bekommen Sie ein ganzes Brot für ein Paket Zigaretten das war immer wie soll ich s- sagen Bazar und wir ham dorten gemacht und die Zigaretten haben mir geholfen wirklich durchzugehen die Zeit von ungefähr
[1:11:36] ich weiß n- ungefähr Dezember bis Mai wo ich hab mich befreit aber d- die ganze Zeit w- weil ich hab nicht gewusst dass man bekommt das überhaupt
[1:11:47] tov äh nach der Befreiung äh so ich werde mich noch zwei Minuten überlegn vielleicht ist noch was
[1:11:59] was ich bin übersprungen ist wichtig was zu sagen [überlegt] tov von die Eltern hab ich mehr nicht gehört und traurig ist dass ich hab auch nicht gehabt Bilder denn bei bei bei fromme Leute tut man nicht viel fotografieren es war nicht ich
[1:12:30] hab bis ungefähr vor zwanzig Jahr ungefähr hab ich nicht gehabt kein Bild nicht von die Sch- die Schwester hab ich bis heute keine aber von von die Eltern hab ich nach v- vor zwanzig Jahre wenn ich war in Polen und damals wenn ah früher sie kommen
[1:12:52] mit der Onkel hat er gezeigt das aber das Bilder waren so so stellen Sie sich vor Russland zu kommen mit zwei Bilder die waren so ausgeru- ausgeschmutzt und so weiter hab ich ge- bek- bekommen erst in Polen äh Passportbilder und das ist alles aber
[1:13:12] das ist alles fotografiert nach den Kr- äh in den Krieg dass die Leute ham sich geändert das war schrecklich das hab ich nicht bekommen d- s- hm normal schickt man Bilder zu Familien bei die fromme Leute ist nicht so fromme Leute auch äh bei die
[1:13:32] fromme Leute dürfen sie nicht haben ein Bild von einem Mann zuhause auch aufm Türrahmen Sie wissen davon ? dass man sie sagen dass man soll so was nicht so ham die wirklich nicht gehabt keine Bilder ab- jetzt hab ich ges- geschnappt einige einzelne
[1:13:51] dass es hat gehabt dorten
[1:13:53] [unterbricht:] aber Sie haben Bilder von sich ?
[1:13:55] bitte ?
[1:13:57] Sie haben Bilder von sich ?
[1:13:59] ja für sich hab ich auf jeden
[1:14:01] wolln Sie die mal zeigen ?
[1:14:04] [gleichzeitig:] aber das ist das ist Bilder was war nach dem Krieg ungefähr [nimmt zwei Fotos in die Hand und schaut sie an] ein ungefähr äh ein halbes Jahr nach dem Krieg [will sie nach links reichen] ah [dreht sie zur Kamera] da so ? so ? äh
[1:14:39] von Lager bin ich raus mit 39 Kilo rein von Kraków von Mat- von Plaszów äh im Lager nach Mauthausen bin ich ge- rein- wir haben gewogen die Maschinen hab ich mich gewogen hab ich gehabt damals 72 Kilo und d- hab ich ich hab ein Bild dorten irgendwo
[1:15:10] so war ich da [gestikuliert] da hat man uns gerufen Muselmänn so hat man gerufen damals [nimmt ein weiteres Foto in die Hand] das ist die Mutter das hab ich Ihnen gesagt dass der er hat gesehn den Namen ja und da hat er gesagt »schau mal das ist die
[1:15:26] die Brücke wo deine Mutter ist gegangen zu der zu die Schule
[1:15:30] mhm
[1:15:35] ich hab das abkopiert von ein kleinen Bild von ein ganz kleinen Bild so so wie ein Passport tov es gibt noch Bilder aber Bilder was es war hier das ist nicht wichtig jetzt sprechen wir weiter was Sie wollen noch hören was war ich hab gemacht hier ?
[1:15:56]
[1:15:59] nu rega echad
[1:16:02] ma ?
[1:16:04] eich she ata hit- hm ?
[1:16:06] ken ken
[1:16:08] she hishtachrarta ve achalta harbe ve she äh hitgalgalta
[1:16:10] she shakalti
[1:16:12] she shakalta aval achalta harbe mi ha mi ha daysa ve hitgalgalta mi ha har lemata
[1:16:21] al äh she ani achalti ma ?
[1:16:26] kshe hishtakalta achalta harbe mi ha daysa
[1:16:31] ah !
[1:16:34] wenn ich hab in Tag wenn wir hab ich also in Tag wenn ich hab schon als sich die Krieg beendigt die selben Tag in Früh nicht beendigt noch wer w- das war man hats ja gewusst dass äh evakuieren man hat wir haben schon gesehen d- die äh
[1:16:52] die Kanonen die amerikanische nicht weit ham sie die SS-Leute uns genommen die ältere SS genommen in ein (Barg)
[1:17:05] [gleichzeitig:] (_)
[1:17:07] riesen (Barg) in äh in und war dorten äh Raum und die wollten dass wir sollen reingehen dorten tov die Russen die waren sehr viel von die Russen waren auch von die n- nicht nur Häftlinge sondern warn auch von die Soldaten die von die
[1:17:27] riesen (Barg) in äh in und war dorten äh Raum und die wollten dass wir sollen reingehen dorten tov die Russen die waren sehr viel von die Russen waren auch von die n- nicht nur Häftlinge sondern warn auch von die Soldaten die von die
[1:17:34] prisonnier
[1:17:40] häh ?
[1:17:42] prisonnier
[1:17:44] prisoner und die haben gesagt »nein wir gehen« die haben Angst gehabt dass man wollt sie explodieren und die haben äh auf auf dem (Barg) aufgehangen viele weiße was äh Blusen dass die Amerikaner sollen wissen [richtet sein Mikrofon] in Ordnung ?
[1:17:51] ja ? [nickt] dass man soll wissen dass die Amerikaner nicht sollen bombardieren dorten also wirklich wir sind nicht wir sind nicht reingegangen wir sind ge- geblieben draußen und ungefähr Nachmittag und bei die Deutschen war das die haben uns
[1:18:17] geheißen abge- antreten geführt mit Kolonnen normal so wie sie gehen zu der Arbeit und sie gehen uns sie gehen uns übergeben in die amerikesch- in amerik- äh zu amerike äh amerike Behörden stellen Sie sich vor [zeigt sich an den Kopf] d- die die
[1:18:44] Leute was haben auf uns aufgepasst die Deutschen die gehen uns übergeben dass sie ge- übergeben uns die Amerikaner Behörden das wir haben das nicht verstanden also wirklich gekommen ein Jeep von amer- Amerikaner und die haben genommen die Deutschen
[1:19:06] und uns haben sie gesagt »Sie sind ihr seid frei ihr geht wo ihr willt« wo gehen wir weg ? wir sind zurückgegangen in Lager wo haben wir gehabt wohnen und das der die Fabrik war nicht in der Stadt das war bisschen weiter sie ga- also d- wir sind geblieben
[1:19:25] geblieben dorten schlafen und n- nächsten Tag Morgen si- ham wir angefangen zu gehen in der Stadt
[1:19:38] ze haya be Linz
[1:19:40] hm ? ken
[1:19:42] be Linz
[1:19:44] häh ?
[1:19:46] be Linz !
[1:19:49] [zu seiner Frau:] be Linz ken ze haya be Linz kol ha machane haya be Linz in der Stadt Linz wir waren Linz in der Zeit das war ungefähr einige Kilometer von der Stadt wir sind gegangen in die Stadt dorten bei Linz wo war die Fabriken d- d- d- die Hermann-Göring-Werke
[1:20:01] aber ma- an dem Tag was man hat uns rausgenommen von Lager wollte uns übergeben die Amerikaner hat jeder einer bekommen ein Brot und ein Paket Margarine nu wir haben geglaubt dass wir werden das haben für den ganzen Tag wir haben das geendigt in fünf
[1:20:21] Minuten in andern Tag sind aufgestanden gegangen zu Fuß in der Seite war dorten eine Bahn Bahnlinie auf eine tel auf eine Birg eine kleine Birg so eine Bahnlinie und die Mittentag wenn ich geh hab ich bekommen ein ein Bauch- äh -bruch äh äh äh
[1:20:53] Sch- Schmerzen äh Schmerzen ich hab nicht gewusst äh ich hab angefangen zu ich hab mich geschämt jedenfalls bin ich herübergegangen die Bahngleise und ich bin geblieben dorten denn ich war ganz schmutzig und so weiter aber jedenfalls ich hab gewusst
[1:21:13] wenn ich bleibe dorten niemand wird mich sehen hab ich mich übergedreht auf die Straße geblieben so auf die Straße liegen und ich hab nicht gewusst was was zu tuen viele Leute dorten nicht durchgegangen denn das war außer der Stadt und das war
[1:21:34] der Krieg endigt wer wer lauft wer geht a plötzlich seh ich ein command car von die Amerikaner und die nehmen mich rauf und kommen ich weiß nicht ich hab nicht gewusst was plötzlich mit mir und ich hab mich erweckt war ich in einen italienischen
[1:21:50] hospital
[1:21:54] Krankenhaus und ich hab nicht gewusst wie lang ich bleib dorten und nach einige Tage äh bin ich äh bin ich raus von nie nein das war in amerikanischen Kranken- äh -haus später war ich in ein italienischen also bin ich vorher aber das hab ich bin
[1:22:15] ich war den ersten Tag ich bin ge- geliegen aufn auf die Straße und ähm ich hab Angst gehabt dass ich ich ich bin austrocknen (_) tov da- dann hab ich tov hab ich gehabt verschiedene Sachen ich ich hab ich war ich hab spaziert einmal in Linz
[1:22:41] hab ich getroffen den ein Meister nicht mein Meister ein andern Meister a rumänischer der hat gearbeitet auf dieselbe Halle aber auf andere Maschine der war schrecklich der hat geschlagen die Leute alle nicht nur die Juden alle er war was und ich bin
[1:23:02] gangen schon in Ried war schon zwei drei Monaten nachher nach dem und ich habn gesehen auf der Straße ich hab gesagt ich werde ihn packen und ich werde ihn mir geben die die Engländer das kommt von Himmel hat er gehabt Glück in dem Moment hab ich bekommen
[1:23:17] Schmerzen hier [zeigt an seinen Rücken] dass äh äh das heißt äh ich weiß wie das heißt äh ich hab die Lungen ham sich äh Entzündung in die Lungen das war Schmerzen er geht und ich lege mich auf eine Bank und konnte ihn nicht schnappen [lacht]
[1:23:38] da hat er gehabt ein ich seh ihn der war schrecklich denn ein Mann der immer jeden was (er machen konnte) was er kann machen a Rumäne aber leider wenn ich nehme ihn ich hab schon genommen andere dorten auf die äh zu die äh amerikanische Behörden
[1:23:56] tov tov eine Zeit bin ich geblieben in Linz und auch in
[1:24:15] Ried
[1:24:18] in Linz und in Ried im Innkreis wir haben bekommen dorten ein Zimmer fünf Pers- fünf Burschen ein Hotel von die von die Lager was sind äh die Leute und wir haben gewohnt dorten und auch in Linz nach eine Zeit mein Plan war zu fahren nach Amerika mein
[1:24:42] Cousin ich hab mich getroffen Cousin mein Cousin dem wir sind äh beide rausgefahren von von Mauthausen
[1:24:49] und äh ich hab beschlossen zu fahren ich hab be- gehabt die Gelegenheit zu kommen zu fahren nach Israel sind wir gefahren von Österreich durch
[1:25:08] Italien von Italien mit eine Schiff ein Schiff was war dorten äh ich weiß die war vielleicht für fünfzig Menschen da waren 500 weiß nicht das war schrecklich warn wir zwei Wochen auf de yam auf dem Meer es war hei- äh se- Sommer ob- äh nicht so
[1:25:35] weit Sommer aber es war schrecklich heiß und ges- unten können Sie nicht rein oben war heiß aber kein (balcon-) man ist gelegen auf die Schiff die Leut sind gekommen gelegt sich oder was gegessen dorten war schon mehr wenig Essen und es war ein organisierte
[1:25:53] Schiff von Israel
[1:25:55] [gleichzeitig:] Joint
[1:25:57] das war nicht keine das war nicht kein englische Schiff das warn unsere Schiffen von Israel ham geschickt unlegale Schiffen zu bringen von Israel aber Essen war kein Problem nur aber den ganzen Tag ham wir nicht gekönnt sich nicht rühren und äh sie warn
[1:26:16] die Leute warn sehr schwach da warn alle so aus also wir sind gekommen nach Israel das war etwas zwei Schiffe zusammen d-
[1:26:34] [unterbricht:] wo ?
[1:26:38] zwei Schiffen eins
[1:26:40] wo sind Sie angekommen ?
[1:26:42] von Italien nach Haifa
[1:26:44] Haifa
[1:26:46] normal glaub ich die Schiff- die warn Schiffen in Haifa
[1:26:48] mhm
[1:26:50] und pitom im Moment bei Nacht wir sehn das Licht von Haifa und die Leute angefangen zu singen das Bild Sie ham keine Sie das Bild können sich bestimmt nicht vorstellen Haifa hat viel Licht dorten auf die Berge ah und dann sind gekommen die Leute von
[1:27:06] Israel die warn von der Hagana von Palmach und wir ham der erste ham sie gebracht Sachen was ich hab nicht gegessen äh schon ich glaub keinmal die die Jogurten die M- die Milchsachen d- die warn wunderbar man hat sich erkältet also
[1:27:23] tov wir haben gewartet
[1:27:26] aber trotzdem nach einem Tag hat man uns beschlossen ich glaub ein Tag oder zwei Tage dass wir fahrn nach kafrissin wir warn de erste zwei Schiffen zusammen was wir sind gekommen nach kafrissin
[1:27:41] Cyprus
[1:27:43] ah ! äh äh äh eich ze ani medaber ivrit [lacht] also wir haben
[1:27:52] [gleichzeitig:] (__)
[1:27:54] ma ?
[1:27:56] ha anglim lo natnu lachem lehikanes le israel
[1:27:58] bevakasha ?
[1:28:00] ha anglim lo natnu lachem lehikanes le israel
[1:28:02] lo
[1:28:04] nu az tagid et ze
[1:28:06] ah nu hem jodim mi ze hem makirim et ze
[1:28:09] tagid tagid
[1:28:11] tagid
[1:28:13] dass äh d- die Engländer lassen uns nicht äh runtergehen sie haben uns geschickt nach Engl- äh nach äh kafris- nach äh Cyprus und dorten wir waren angek- wir ham gebaut die Lager wir warn die erste was haben gebaut die Lager d- die Baracken nicht
[1:28:28] Baracken die waren äh für Stoffe die i- ist ein Gelächter aber die die die die die wie heißt d- es von Stoff
[1:28:43] Zelt ?
[1:28:45] yes yes
[1:28:47] Zelt
[1:28:50] yes
[1:28:52] eich ?
[1:28:54] ein Zelt !
[1:28:56] help ?
[1:28:58] Zelt
[1:29:00] Zelt ohel
[1:29:02] ohel
[1:29:04] beseder
[1:29:06] okay
[1:29:08] die warn von drei von drei drei Stoffen gemacht ich denke sich drei Stoffen wer wird das lassen hat man runtergenommen eins man hat gemacht Hosen von dem man hat gelassen einen aber dann war es dorten heiß von dem mit den drei war es gut und die Leute
[1:29:13] ham nicht verstanden hat man genommen einen zweiten man hat gelassen nur einen und hat man gemacht Stoffen Blusen und so weiter war nicht was zu tun
[1:29:20] war Stoffen von Parachuten
[1:29:22] äh tov von Lager wenn wir schon sind noch p- dorten verschiedene Sachen äh was war in den Lager aber wir gehn weiter vielleicht da ich bin gekommen daher also ich hab gehabt in der Tasche fünf Dollar nicht mehr [lacht] ich hab euch erzählt
[1:29:51] schon ich hab ich hab bek- äh gemacht die sch- schöne äh äh Kostüme und Kleider das war gar nicht für das speziell gemacht von englischen Stoff der da- soll soll sein sehr heiß [lacht] nicht angerührt gelegt aufn Boden nach zehn Jahre weggeschmissen
[1:30:17] oder nach fünf Jahre gar nicht gar nicht
[1:30:20] aber ich hab gehabt d- der Rucksack muss ich nehmen und der Auto war in äh in Tel Aviv der alte äh der alte
[1:30:31] Station
[1:30:33] äh
[1:30:35] Station
[1:30:38] hm ?
[1:30:40] Station !
[1:30:42] Station ani hayom heute vergess ich hab ich vergessen mehr wie an andere Tage ich weiß nicht warum von der Autostation war ganz weit und ich hab hier gehabt ein Cousin der ist gekommen drei Monat früher von Polen er hat was mitgebracht die Möbel damals
[1:30:56] hat man noch könnt kommen er ist gekommen mit eine Tochter was hat war vers- versteckt bein äh Christen in Kraków a guter Freund seiner und die ist geblieben leben er hat sie gebracht her wir haben sie wir haben sie von Ghetto die Tochter reingesteckt
[1:31:25] sie ist weg von Ghetto das war ungefähr ich glaube 43 wir ham se reingesteckt in ein Rucksack ei- einge- äh -gemacht ein Spritze soll schlafen und sie ist rausgegangen mit die Mutter zu der Arbeit die hat gearbeitet in eine äh Schneiderei (Madritsch)
[1:31:54] das war dorten so eine und dorten hat sie abgewartet ein Freund und er hat sie gehalten bis Ende Krieg aber dies waren die warn schreck- er er ist bekannt war in Kraków er ist heute ist gestorben aber er war auch bekannt in Kraków auch nach dem Krieg
[1:32:13] da wollte ich nicht sagen Namen aber er ist bekannt äh die Firma ist bekannt heute w- und die Tochter nach den Krieg wollte nicht zurückgehen zu die Eltern es war ein Kampf einige Monaten die hat sich dort ent- erzogen als Christin und die die hat
[1:32:41] Jahrn wenn sie ist schon gekommen daher hat sie Feind gehabt die Eltern und der war a ein weiterer Cousin meiner wunderbarer Mann er ist bekannt auch aber er ist gestorben er und die Frau nicht lang und äh äh Kraków jeder einer kennt ihn sobald ich
[1:33:08] sage die Namen darum und äh er hat hier gewohnt drei Monate hat er gesagt »wenn du kommst her komm kodem erst zu mir« er hat ghat ein Zimmer hier ist geboren geworden noch ein Kind ein Sohn ein Sohn hat er verloren in Ghetto auch ein kleines Kind
[1:33:38] und eine Küche die Küche war hm ein bissl größer wie der hall [zeigt in eine Ecke des Zimmers] ein bissl größer dorten sind geschlafen vier Leute ich bin geschlafen in die Küche auf a Klappbett er ist gegangen zu die Arbeit immer ungefähr sechs
[1:33:57] sieben Uhr in die Früh muss ich aufstehn zusammenklappen das Bett [lacht] gehn tov ich bin auch gegangen bissl dorten äh gearbeitet aber das war äh schrecklich weil äh ich bin gangen schlafen der letzte denn ich bin könn sie nicht nein in die Küche
[1:34:17] aber die ham gesagt »wie lange du du bist du bleibst hier bist du bei uns«
[1:34:24] nach eine Zeit eine Zeit hab ich gearbeitet bei ihm in Werkstatt ich weiß nicht ob war verdient er er hat mich nicht gebraucht ich ich könnt nicht (gefalln) ich war kein
[1:34:42] Fau- Fachmann aber nach eine Zeit hab ich ge- bekommen ein Gelegenheit ein Freund hat mich organisiert dass ich soll gehen (_) schleifen da hat man uns gewährt die die histadrut hier die Arbeits- äh -organisation hat geschickt in Kibbuz in Negev Sie
[1:35:06] wissen dorten ? der Neveg zwei Personen mich und ein Freund und ein einer was ist äh Fachmann von die Schleifen (_) schleifen die wolln dass wir solln gehn in ein Kibbuz der Kibbuz ist da ist heute ist der grö- der größte Militärplatz äh Militärflugplatz
[1:35:34] in äh zehu in Negev bei Be’er Scheva Hatzerim heißt das heute aber damals hats geheißen Kelta und wir ham dorten bekommen eine hall ein äh eich omrim hall (_) ? eich omrim (hall) ? [lacht] auch eine so von Stoff
[1:35:59] ah ohel
[1:36:02] eich ?
[1:36:04] ohel
[1:36:06] [gleichzeitig:] Zelt
[1:36:08] eich ?
[1:36:10] ein Zelt
[1:36:12] Zelt
[1:36:14] ein Zelt
[1:36:16] Zelt ! [schlägt sich auf die Beine] dass ich hab vergessen Zelt !
[1:36:18] ja macht ja nichts
[1:36:20] [gleichzeitig:] tistakel shama
[1:36:23] ich war so lange in Zelten [zu seiner Frau:] ma ?
[1:36:25] tistakel shama
[1:36:27] [guckt in die Kamera] ich war so lange in Zelten dass hab ich vergessen [lacht] ham bekommen e- ein Zelt und wir haben gewohnt wir beide und der der was hat gelernt aber der was hat uns gelernt schleifen hat auch gelernt die Leute was wohnen in Kibbuz
[1:36:33] der wurde geschickt zu lernen zu lernen auch die Leute da so in ein Fach die Leute ham dorten gar nicht die ham dorten nicht hm k- gar nicht gearbeitet die ham nur gearbeitet die wolln ein Punkt haben nicht weit von Be’er Scheva militärisch und äh
[1:36:53] da hat man uns äh hat m- d- der Freund hat gehabt ein Lektion dorten hat er gesagt »komm wir fahrn dorten hin wir lernen« ich hab wirklich gelernt ich h- hab man hat mir gesagt »du lernst sehr gut« aber ich hab nicht gehabt kein Geduld
[1:37:07] a möglich
[1:37:10] wär noch bleiben aber inzwischen hat ausgebrochen der Krieg und ich bin gekommen nach Tel Aviv und äh und ich äh ich bin rein in Militär äh ich hab mich äh ich äh und ich hab mich äh gestellt zum Militär im Militär tov äh dann hab ich
[1:37:39] äh war ich in einige Kämpfen äh im Militär ich war dorten zwei Jahre mit acht Monat normal war damals zwei Jahre nur wenn die nach die zwei Jahre wenn alle ham sich befreit hat man versprochen wer es will kann bleiben ein Jahr n- äh acht
[1:38:06] Monaten und wird man bezahlen für ein Jahr für mich war das gut denn ich h- ich hab nicht gewusst was zu tun ich hab auch nicht gewusst was zu arbeiten hier die haben bezahlt das ganze Jahr und ich hab gearbeitet dorten nur acht Monate tov nach die acht
[1:38:24] Monate dann hat schon angefangen mehr wenig halb normales Leben ich hab gearbeitet in eine Firma dorten äh
[1:38:39] [unterbricht:] lo chashuv
[1:38:41] äh al- äh (_) (Wachsmann) ze äh da hab ich äh
[1:38:46] Gebäuden
[1:38:48] ze die haben Bau- Baugeschäft
[1:38:50] mhm
[1:38:52] dann hab ich gearbeitet aufn Zollamt und dort hab ich ge- äh gearbeitet in Mö- in Möbelgeschäft
[1:39:05] in Tel Aviv ?
[1:39:08] ja ja alles in Tel Aviv
[1:39:10] [gleichzeitig:] in Tel alles in Tel Aviv gewohnt ham wir die erste Zeit in Ramat Gan gewohnt in Tel Aviv dann hab ich auch geheiratet hab ich vergessen [deutet zu seiner Frau; lächelt]
[1:39:18] [lacht] a little
[1:39:20] und wir haben gewohnt in Tel Aviv ham gehabt ein Zimmer und die Küche war in Badezimmer war d- ein es war drei Zimmer nur ein hat verdingen ein Zimmer man braucht Geld dann sind wir gefahrn nach Ramat Gan ham wir gewohnt auf ein Birg wo man geht ungefähr
[1:39:38] achtzig neunzig Treppen und ich bin gefahren jeden Tag mit äh Fahrrad
[1:39:46] [gleichzeitig:] bicycle
[1:39:48] viel Geld hat man nicht gehabt bin ich zweimal am Tag gefahrn Ramat Gan und zurück in die Hitzen und mit Paketen denn damals hat man kein Eis ge- Eis ge- gehabt hat man gekauft normal Eis hat man gekauft in Eiswagen so eine Zange zu treffen sie ham
[1:40:03] gebracht den d- äh den Eis nach Hause da war es schon die Hälfte denn das war dorten nicht und dann ham wir wirklich schon sind wir schon zurückgekommen hier wir ham gedingen eine Zi- eine Wohnung nicht weit von hier wir ham gedingen eine Wohnung
[1:40:21] ohne ohne äh ohne Tieren drinnen Tieren ham gegangen (_) [lacht] wir ham genommen von verschiedene Banken ham genommen äh äh von Banken Geld und sie haben kombiniert wie so und sind langsam rausgekommen bis ich hab an- angefangen sich mehr einzuordnen
[1:40:48] tov inzwischen ham wir gehabt zwei Kinder und äh eine ist in Amerika und der äh der hat jetzt a vielleicht kommt er nach Deutschland denn er hat angegeben dorten eine in eine äh große Mus- äh Universität was die die lernen speziell d- sein Fach
[1:41:09] dorten und äh jetzt bin ich schon heute v- 84 und wir hoffen noch wie lang wird können wird man weiter schleppen [lacht]
[1:41:27] ein Sach kann ich Ihnen sagen wir haben tov das spricht alle Häftlinge die haben nie geglaubt dass sie werden einmal in Leben
[1:41:40] können schneiden Brot von ein ganzes Brot alle Häftlinge werden die selbe Sachen erzähln das selbe das ham Sie schon ge- äh wahrscheinlich schon Erfahr- äh Erfahrung man hat nicht geglaubt dass wird man normale Men- dass wir werden normal essen man
[1:41:59] hat geglaubt dass wir werden leben diese 84 Jahren ? das war n- das war nicht normal wir ham verloren die d- die Hauptjahre von dreizehneinhalb [zu sich:] tishim ve tesha sechs Jahre die Hauptjahre ham wir verlorn aber nicht nur aber nachdem ha- ha-
[1:42:23] könn wir auch gar nicht tun wir könn nicht lernen in Deutschland wir könn nicht lernen irgendwas das muss dauern Jahrn bis du kannst könn- kennst die kennst die Sprache und so weiter was du wolltest sein was das ist nicht das schon komm normal mit
[1:42:44] die Glück mit äh per Zufall was hast du tun war das gut ist gut wenn nicht ist nicht gut das war Gott sei Dank vorbei jetzt das was war langsam wird vergessen das ist normal wird immer vergesst man und äh
[1:43:13] [unterbricht:] aval tamid she atem nifgashim
[1:43:18] ma ?
[1:43:20] tamid she atem nifgashim gam be amerika ve gam po tamid atem chozrim al ha sipurim shel (ha ze)
[1:43:24] ah ja wenn eine Sache war wenn ich war hier wenn ich hab gelebt hier wir haben in unsere Gesellschaft nicht gesprochen auf die auf die Shoah warum denn wenn es war do- es warn einige was sind durchgegangen auf die Shoah so aber es war einige dass
[1:43:48] so von wirklich von die ganze Welt von Deutschland von äh Costa Rica von Argentina vom zwei von Polen eine von hier eine und d- die kennen die nicht alle sind interessiert aber auch damals der Kopf war mehr wie s- du willst dich aufbauen d- du
[1:44:16] hast gedenkt was zu tun damit du hast können mehr zu zu k- zu zu erreichen wir haben angefangen hab ich mit fünf Dollar
[1:44:25] aval kshe higanu le amerika az shama raita
[1:44:29] [unterbricht:] ma ?
[1:44:31] kshe higanu le amerika raita she shama hem medabrim rak al ze
[1:44:35] ken das hab ich ihr gesagt wenn dass in Amerika die Alte die Leute von was kommen vom äh Shoah die sind geblieben zusammen viel dorten dorten sind sie mehr wie hier hier hat sich gestreut aber die halten sich zusammen dorten ich glaube a- heute vielle-
[1:44:55] die Kinder schon weniger aber damals in diese Zeit auch die letzte Zeit in Amerika die Juden was sind äh verausge- äh
[1:45:06] [gleichzeitig:] (_)
[1:45:08] durchgegangen die Shoah die immer normal treffen sich zusammen und die sprechen viel von die
[1:45:14] nur von da
[1:45:16] und hier normal s- weniger aber in die ältere Jahren erinnert man sich viel mehr in die junge Jahren hat man s- hat man gekämpft wieder zu zu zu zu äh zu äh arbeiten und zu dass können dass können d- das können vorgehen man wollte nicht
[1:45:42] ja aber eine Sache ist wenn man kommt zu die Jahre wo ich bin so in Wirklichkeit dass ich heute erinnere ich mich viele ich wirklich erinner ich mich verschiedene Sachen aber Jahren ganz weiß nicht wo sind vorbei ich weiß nicht wann sind vorbei
[1:46:16] in diese Jahr war das in diese Jahr war das aber viele Monaten viele Jahren sind verschwinden da es erinnern sich was haben getun in diese Zeit aber ich glaube das ist bei jeden einen ich weiß nicht ob jemand denkt alles was hat ihm passiert er kann
[1:46:36] denken vielleicht einige Punkten was was hat ihm passiert was warn wichtige Punkten was ist ihm rein im Kopf aber der hat der hat geändert sein Leben aber sonst weiß ich nicht so glaub ich ja
[1:46:55] Herr Zehngut wolln Sie noch was sagen ?
[1:47:00] hm die Schauer das haben schon bis jetzt Sie sehn mich jetzt was ich wollte sagen ? dass äh wie lang a Mensch lebt soll er haben Hoffnung und da will ein Sach wir wolln hier leben mit Frieden ich glaube dass alle wollen das speziell heute
[1:47:28] in ein große Haus mit die mit mit die ganze Welt was sich normal aber ich glaube dass äh der Unglück in der Welt ist nicht die Leute und nicht die Länder Länder der Unglück is die äh nu eich omrim ha die Legili- (Legilition) die sind die Feinde
[1:47:55] eine von andern warum ? mir hetzen einer den andern die die Anführer hetzen ich glaube dass die (Ländrich) können ler- äh leben zusammen können leben französische mit deutsche mit die Zeit könns es geht schwer aber der Haupt ist die die Religion
[1:48:20] das sind Leute fanatisch und die werden mehr fanatisch auch bei die Juden aber nicht so streng wie die wie d- wie wie diese andern von denen denen bin ich nicht ruhig die Leute wolln die Führer wolln streiten wolln sein stark und überzeugen die Leute
[1:48:45] verschiedene versichern sie Sachen verschiedene von Himmel und so weiter da ich glaub das war immer so wir wissen nicht davon aber es war oft solche Sachen dorten die Historie sieht man solche Leute was haben so ge- so angezogen die Leute die die die
[1:49:13] sie sich hoffen wir soll sein viel besser
[1:49:18] vielen Dank für das Gespräch [Schnitt]
[1:49:22] [zeigt im Folgenden Fotos in die Kamera] es waren ja Linz Österreich da ist da ist äh das ist das Lager von die Fabrik Hermann-Göring-Werke wo wir waren in Linz im Innkreis jetzt hab ich noch ein was Sie vielleicht (können) interessant
[1:49:52] in diese Lager ham wir in letzt- in diese Zeit wenn wir haben besucht nach einige Jahren haben gearbeitet äh äh jugoslawische Fe- Fremdenarbeiter warn ham dorten gewohnt und die Baracken sind schon s- ah ich habs abgelegt d- da ist eine wirklich
[1:50:24] solche das ist nicht wichtig soweit aber die Baracke wo ich war [sieht die Fotos durch] da schon [winkt ab; legt die Fotos zur Seite] das ist schon hab gesehen zwei ist gut
[1:50:36] aber wir waren dort be yom ha shichrur
[1:50:39] [hält ein Foto von einer verschneiten Baracke hoch; gleichzeitig:] oh die war ah das ist die Baracke wo ich hab gelebt Barack Nummer zwei [lacht] Nu- äh Nummer fünf dorten war das Lager nu dorten war verschiedene solche Momenten aber
[1:51:03] mhm
| Datum | Ort | Text |
|---|---|---|
| ab 1926 | Auschwitz | Geburt als zweites Kind einer orthodoxen Familie |
| 1929 - 1936 | Auschwitz | Besuch des traditionellen Cheder |
| 1936 - 1939 | Auschwitz | Schüler einer Jeschiwa und der polnischen Volksschule |
| 1939 - 1941 | Auschwitz | Unterricht bei einem österreichischen Privatlehrer |
| 1941 - 1942 | Krakau (Ghetto) | Ghettoisierung mit der gesamten Familie |
| ab 1942 | Krakau (Ghetto) | Flucht in das Krakauer Ghetto und Zwangsarbeit auf dem Flugplatz und in der Gärtnerei |
| ab 1942 | Działoszyce | Flucht mit gefälschten Papieren und Rückkehr zur Familie nach Działoszyce |
| ab 1942 | Działoszyce | Ausbildung zum Buchhalter bei einer Privatlehrerin |
| ab 1942 | Julag I | Verhaftung und Deportation; Zwangsarbeit bei der Siemens Bauunion |
| ab 1942 | Działoszyce | Flucht der Familie aus dem Krakauer Ghetto nach Działoszyce |
| ab 1942 | Krakau-Kostrze (Zwangsarbeitslager) | Flucht und Zwangsarbeit (Kanalarbeiten) |
| ab 1942 | Belzec (Vernichtungslager) | Deportation der Eltern und der Schwester aus dem Krakauer Ghetto nach Belzec |
| 1944 - 1945 | Mauthausen (Konzentrationslager) | Zwangsarbeiter in den Hermann-Göring-Werken |
| ab 1944 | Mauthausen (Konzentrationslager) | Deportation mit dem Cousin aus dem KZ Plaszow |
| ab 1945 | Ried im Innkreis | gemeinsam mit dem Cousin als Displaced Person in Linz und Ried im Innkreis |
| ab 1945 | Mauthausen (Konzentrationslager) | Befreiung durch amerikanische Truppen |
| 1948 - 1951 | Israel | Soldat beim israelischen Militär |
| Mauthausen | Besuch der Gedenkstätte Mauthausen zum Befreiungstag | |
| Israel | Heirat und Geburt von Sohn und Tochter | |
| Chazerim | Handwerker im Kibbuz | |
| Tel Aviv | Unterkunft bei dem Cousin und Gelegenheitsjobs | |
| Haifa | Auswanderung über Italien nach Palästina | |
| Zypern | Internierung durch die britische Armee | |
| Plaszow (Straflager, Konzentrationslager) | Zwangsarbeit in der Papiergemeinschaft |
Nachdem Shlomo Zehngut nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 nicht mehr zur Schule gehen durfte, wurde er von einem österreichischen Privatlehrer unterrichtet, bei dem er auch Deutsch lernte, bis er mit seiner Familie 1941 in das Krakauer Ghetto ziehen musste. Als sich die Versorgungssituation im Ghetto immer weiter verschlechterte, floh die Familie in das nahe gelegene Dorf Działoszyce in der Hoffnung, auf dem Land dem Hunger entkommen zu können. Auch dort wurde Shlomo Zehngut von einer Privatlehrerin unterrichtet und lernte Buchhaltung.
Im Alter von 15 Jahren wurde er verhaftet und musste im Julag I in Krakau Zwangsarbeit bei Gleisbauarbeiten für die Siemens Bauunion leisten. Durch seine Deutschkenntnisse konnte er eine bessere Position erhalten und hatte so Zutritt zu den Büroräumen der Arbeitsstelle. Dies ermöglichte es ihm, gemeinsam mit elf weiteren Häftlingen mit gefälschten Papieren aus dem Zwangsarbeitslager zu fliehen und nach Działoszyce zurückzukehren, wo er zwei Monate blieb. Vor einer drohenden »Aktion« im September 1942 flüchtete er in das Zwangsarbeitslager Krakau-Kostrze, wo er bei Kanalarbeiten eingesetzt wurde. Nur einen Monat später wurden seine Eltern und seine Schwester aus dem Ghetto Krakau in das Vernichtungslager Belzec deportiert.
Shlomo Zehngut kehrte in das Ghetto Krakau zurück und leistete dort Zwangsarbeit in einer Gärtnerei. Einer weiteren »Aktion« konnte er entkommen, indem er sich mehrere Tage lang im Gewächshaus versteckte. Viele Jahre später erfuhr er, dass ein weiterer Häftling seinem Beispiel folgte und so gerettet wurde.
Wahrscheinlich im Zuge der Auflösung des Ghettos kam er 1943 in das damalige Zwangsarbeitslager Plaszow. Dort arbeitete er in der so genannten Papiergemeinschaft. Im August 1944 wurden er und sein ebenfalls inhaftierter Cousin bei einer Selektion im Konzentrationslager Plaszow getrennt. Um mit seinem Cousin zusammen bleiben zu können, schloss er sich der Gruppe an, die aus dem Lager deportiert wurde. Zusammengepfercht in einem Viehwaggon überstanden die jungen Männer die zwei Wochen dauernde Zugfahrt vor allem deshalb, weil sie sich an ein kleines Fenster klammerten, um atmen zu können.
Ziel der Fahrt war das Konzentrationslager Mauthausen in der Nähe von Linz. In der ersten Nacht wurde Shlomo Zehngut von Mithäftlingen bestohlen, was ihn sehr erschütterte. Er musste in Mauthausen Zwangsarbeit im Steinbruch und an Bohrmaschinen für die Hermann-Göring-Werke leisten. Im Dezember 1944 erhielt er einen schwierigen Sonderauftrag, den er entgegen aller Erwartungen bewältigte. Von nun an bekam er bis zu seiner Befreiung im Mai 1945 alle zwei Wochen sechzig Zigaretten, die es ihm ermöglichten, auf dem lagerinternen Schwarzmarkt zusätzliche Essensrationen zu ersteigern.
Als der Zweite Weltkrieg sich dem Ende näherte, wurde Shlomo Zehngut gemeinsam mit anderen Häftlingen von den deutschen SS-Männern an die Amerikaner übergeben. Nun war er zwar befreit, kehrte aber zum Schlafen in das Konzentrationslager zurück, da es keinen Ort gab, an den er hätte gehen können. Die erste Zeit in Freiheit war von den Jahren der Verfolgung stark beeinflusst. Shlomo Zehngut war geschwächt und konnte die vorschnell verabreichte Nahrung nicht verkraften. Zwei Mal kam er ins Krankenhaus. In Linz und Ried im Innkreis, wo er untergebracht wurde, traf er immer wieder auf ehemalige Peiniger, von denen er einige an die amerikanischen Alliierten ausliefern konnte.
Über Italien wanderte er schließlich auf einem Schiff des American Jewish Joint Distribution Committee (Joint) illegal in das britische Mandatsgebiet Palästina ein. In Haifa angekommen wurden die Passagiere durch die britische Armee festgenommen und als erste Häftlinge auf Zypern interniert. Nach seiner Freilassung lebte Shlomo Zehngut bei seinem Cousin in Tel Aviv und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, bis er die Möglichkeit bekam, als Handwerker in einem Kibbuz in der Nähe von Be'er Scheva zu arbeiten. Beim Ausbruch des Palästinakriegs 1947 kämpfte er als Soldat auf israelischer Seite und diente im Anschluss fast drei Jahre lang in der israelischen Armee.
Nach dem Militärdienst ließ er sich erst in Ramat Gan und später in Tel Aviv nieder. Er übte verschiedene Berufe aus, heiratete seine Frau Liuba und wurde Vater von zwei Kindern.